Gewerkschaft Bau-Holz erinnert an tausende tote Arbeiter in Katar - ÖGB fordert Lieferkettengesetz GBH
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Wenn Menschen für eine Fußball-WM sterben müssen

Gewerkschaft Bau-Holz erinnert an tausende tote Arbeiter in Katar - ÖGB fordert Lieferkettengesetz

Mit einem aus Helmen gelegten Katar-Schriftzug vor dem ÖGB-Haus in Wien erinnert die Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) am Aktionstag gegen Gewalt am Bau an die tausenden Arbeiter, die auf den Baustellen für die Fußball-WM in Katar ihr Leben verloren.

Gewerkschaftliche Kritik schon seit Jahren

Seit Jahren treten die internationalen Baugewerkschaften vehement gegen die untragbaren Arbeitsbedingungen auf Baustellen für die Fußball-WM in Katar auf, zum Teil bereits erfolgreich: Die Arbeitsrechte werden nun besser eingehalten als zuvor und es gibt sogar erste Ansätze von Belegschaftsvertretungen. Trotzdem sind mittlerweile bis zu 5.000 Tote auf Katars Baustellen für die Fußball-WM zu beklagen. Genaue Zahlen sind aus Katar nicht zu bekommen.

ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian (links) gemeinsam mit GBH-Bundesvorsitzenden Josef Muchitsch (rechts) bei der Aktion "Fairplay for Workers" GBH

Sport darf nicht über Leichen gehen

„Wir haben uns selbst vor Ort ein Bild der zum Teil katastrophalen Zustände auf den Baustellen und in den Arbeiterquartieren in Katar gemacht und haben sofort gehandelt. Sport darf nicht über Leichen gehen“, unterstreicht GBH-Bundesvorsitzender Josef Muchitsch. Die internationalen Gewerkschaftsverbände haben auch Fußballverbände davon überzeugt, gegen die Zustände auf Katars Baustellen aufzutreten. Der Kampf um Arbeitsrechte sei aber auch nach der Fußball-WM nicht beendet, bekräftigt Muchitsch. Auch nach dem Schlusspfiff der WM, die in genau einem Jahr beginnt, will die BHI die Rechte der Wanderarbeiter in Katar sichern und weiter ausbauen. Dafür soll in Katar auch ein Gewerkschaftshaus entstehen.

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Es braucht ein Lieferkettengesetz

Die Ereignisse im Vorfeld der Fußball-WM in Katar zeigen aber nicht nur, wie wichtig der gewerkschaftliche Einsatz für Arbeitsrechte ist, sondern auch, warum es endlich ein Lieferkettengesetz braucht, wie es der ÖGB schon lange fordert. Denn eine ganze Reihe an europäischen Groß-Konzernen haben in den letzten Jahren und Monaten in Katar Sportstätten, Straßen und U-Bahnen gebaut und damit Millionenprofite gemacht. Manche haben sich um die Arbeitsbedingungen ihrer MitarbeiterInnen vor Ort zwar gekümmert - viele Unternehmen machen das allerdings weiterhin nicht. Ein Lieferkettengesetz würde gleiche Spielregeln für alle Unternehmen schaffen und diejenigen strafen, die sich nicht an diese Regeln halten.
 

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