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Im März 1933 demonstrierten 200.000 Menschen gegen Faschismus und für Arbeitsbeschaffung Arbeiter Zeitung
Demokratie

Selbstverständlich antifaschistisch

Der Kampf gegen Faschismus als grundlegendes Element der Gewerkschaftsbewegung

„Der Österreichische Gewerkschaftsbund tritt für eine Gesellschaft ein, die sich entschieden gegen jede Form von Faschismus, Rassismus und Diskriminierung wendet.“

Dieses klare Bekenntnis aus dem Leitbild des ÖGB unterstreicht die Werte, für die der Österreichische Gewerkschaftsbund seit seiner Gründung im Jahr 1945 steht und erinnert uns daran, dass der Kampf gegen Faschismus ein grundlegendes Element der Gewerkschaftsbewegung war, ist und immer bleiben wird. 

Systematische Verfolgung in der Nazizeit 

Um die Bedeutung dieses Engagements zu verstehen, lohnt es sich, einen Blick auf die dunkle Vergangenheit zu werfen. Während der Nazizeit wurden zahlreiche Gewerkschafter:innen verfolgt, eingesperrt und getötet. Die Nationalsozialisten erkannten den Einfluss der Gewerkschaften auf die Arbeiter:innenbewegung und betrachteten sie als Bedrohung für ihre totalitäre Ideologie. 

Von Beginn an wurden führende Gewerkschafter:innen systematisch ins Visier genommen, um den Widerstand zu brechen. Bereits das erste österreichische Opfer der Nationalsozialisten war ein Gewerkschafter - viele weitere folgten. 

Niemals vergessen

Für Willi Mernyi, Bundesgeschäftsführer des ÖGB, ist die Erinnerung an die Verfolgung und Ermordung von Gewerkschafter:innen durch die Nazis deshalb "nicht nur eine Pflicht gegenüber den Opfern, sondern auch eine ständige Verpflichtung zur Verteidigung der Demokratie und der Grundrechte".

Die Auseinandersetzung mit dieser Zeit, „das Gedenken an die Opfer und vor allem sich bewusst zu machen, auf welchem Nährboden der Nationalsozialismus in Österreich damals entstehen konnte: Genau das ist heute wichtiger denn je“, betont auch ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian.

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Zehntausende Menschen waren am Freitag, 26. Jänner 2024, vor dem Parlament in Wien, um gegen Rechts zu demonstrieren:

Kein Platz für Hetze und Ausgrenzung

Steigende Arbeitslosigkeit und soziale Krisen werden von intoleranten, ausländerfeindlichen, rechtsextremen Kräften immer wieder genutzt, um Fremdenfeindlichkeit und Hass zu schüren.

„Wir als Gesellschaft dürfen es nicht zulassen, dass Menschen gegeneinander aufgehetzt werden. Gewerkschafter und Gewerkschafterinnen haben immer gegen den Faschismus gekämpft und sich für ein freies, demokratisches Österreich eingesetzt. Das ist in unserer DNA”, so Katzian.

Aktuelle Situation erfordert Wachsamkeit

Dass Antifaschismus als gewerkschaftliche Grundhaltung nicht nur in der Vergangenheit, sondern auch heute und in Zukunft von höchster Relevanz ist, zeigen aktuelle politische Entwicklungen.

Deshalb setzt sich der ÖGB gerade in einer Zeit, in der autoritäre Strömungen weltweit erstarken, besonders für soziale Gerechtigkeit, Solidarität und die Wahrung der Menschenrechte ein. „Darum geht es auch heute: Aufmerksam zu sein, wenn bestimmte Gruppen der Gesellschaft als Sündenböcke für rechte Parteien herhalten müssen und für alles, was in diesem Land und in Europa falsch läuft, verantwortlich gemacht werden“, mahnt Katzian.

Es ist die Pflicht und das zutiefst verwurzelte Anliegen des ÖGB, gemeinsam mit allen anderen demokratischen Kräften in Österreich und in Europa, diesen Tendenzen entgegenzuwirken.

Der KZ-Überlebender und Zeitzeuge, Marko Feingold, spricht über die dramatischen Tage vor der Befreiung der Konzentrationslager.