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Der ÖGB unterstützt die Forderung des Österreichischen Behindertenrats nach einer langfristigen und vor allem nachhaltigen Finanzierung des Ausgleichtaxfonds. BGStock72 – stock.adobe.com

Höhere Ausgleichstaxe für echte Chancen

Faire Arbeitschancen für Menschen mit Behinderungen darf kein freiwilliges Engagement bleiben – der ÖGB fordert verbindliche Maßnahmen.

Das Wichtigste in Kürze

  • 76 Prozent der beschäftigungspflichtigen Betriebe erfüllen ihre Pflichtquote nicht
  • Die Ausgleichstaxe liegt nur bei etwa einem Achtel bis einem Zehntel der tatsächlichen Kosten
  • Der ÖGB fordert: Fonds absichern, Taxe erhöhen, echte Jobs statt Freikaufen

In Österreich gibt es über 22.000 Betriebe, die eigentlich Menschen mit Behinderungen einstellen müssen. Doch drei Viertel der Betriebe zahlen lieber die Ausgleichstaxe, statt echte Jobs zu schaffen. „Menschen mit Behinderungen verdienen weniger, sind öfter arbeitslos und armutsgefährdet – genau deswegen darf der Ausgleichstaxfonds nicht gekürzt werden“, warnt Patrick Berger, Leiter des Chancen Nutzen Büros im ÖGB, und fordert, dass die Ausgleichstaxe erhöht wird.  

Was der Fonds leistet – und warum er wackelt 

Der Ausgleichstaxfonds unterstützt Menschen mit Behinderungen beim Zugang zum Arbeitsmarkt, etwa durch Qualifizierungen, Lohnzuschüsse oder Arbeitsassistenz. Finanziert wird er aus Beiträgen jener Unternehmen, die ihre gesetzliche Beschäftigungspflicht nicht erfüllen. 

Ausgleichstaxe muss spürbar steigen 

Derzeit deckt die Ausgleichstaxe nur einen Bruchteil der tatsächlichen Kosten für die Beschäftigung einer Person mit Behinderung und ist damit wirtschaftlich kaum relevant. „Wer Inklusion ernst meint, muss die Taxe deutlich erhöhen“, fordert Berger. 

Weil die Ausgaben derzeit höher sind als die Einnahmen, unterstützt die Bundesregierung den Ausgleichtaxfonds mit zusätzlichen Mitteln. Wie lange es diesen Fonds in seiner jetzigen Form noch geben wird, ist unklar – nach aktuellem Stand soll er in den kommenden Jahren auslaufen. Deshalb unterstützt der ÖGB die Forderung des Österreichischen Behindertenrats nach einer langfristigen und vor allem nachhaltigen Finanzierung des Fonds. 

Verantwortung der Unternehmen 

Neben der gesetzlichen Pflicht geht es auch um gesellschaftliche Verantwortung: Wer Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen schafft, stärkt die Betroffenen und die gesamte Gesellschaft. Soziale Inklusion muss ein gemeinsames Ziel von Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften sein. 

Fazit 

Eine gerechte Gesellschaft zeigt sich daran, wie sie mit den Schwächsten umgeht. Nur mit einer fairen Ausgleichstaxe und einer gesicherten Finanzierung des Fonds bekommen Menschen mit Behinderungen echte Chancen am Arbeitsmarkt. 

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