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Frauenquote

Immer noch zu wenige Frauen in Führungspositionen

Nur 15 von 190 Vorständen in Österreichs Topunternehmen sind weiblich

Frauen stoßen am Arbeitsmarkt nach wie vor oft an die sogenannte „gläserne Decke“ – auch die Toppositionen in Österreichs Unternehmen sind nach wie vor in Männerhand. Der Anteil weiblicher Vorstandsmitglieder in börsennotierten Unternehmen liegt auch im Jahr 2021 bei unter 8 Prozent. Die ÖGB-Gewerkschafsfrauen fordern daher eine EU-Richtlinie zur europaweiten, verpflichtenden Einführung einer Frauenquote in Aufsichtsräten von großen Unternehmen ein.

Frauenanteil liegt bei unter acht Prozent

Das Prüf- und Beratungsunternehmen EY wirft einmal im Jahr einen Blick auf den Anteil weiblicher Vorstandsmitglieder börsennotierter Unternehmen in Österreich. Der aktuelle Jahresbericht zeigt, auch 2021 sind aktuell nur 15 von 190 Vorständen Frauen – damit liegt der Anteil wie auch in den Jahren davor vor bei unter acht Prozent.

Unser Ziel muss daher sein, schrittweise den Frauenanteil der Beschäftigten auch auf Führungsebene zu repräsentieren.

Korinna Schumann, ÖGB-Vizepräsidentin

Wie die Führungsebene zusammengesetzt ist, hat allerdings großen Einfluss auf viele Entscheidungen im Unternehmen – etwa in welchem Bereich Personal eingespart wird oder welche Angebote es zum Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie gibt. “Unser Ziel muss daher sein, schrittweise den Frauenanteil der Beschäftigten auch auf Führungsebene zu repräsentieren”, so ÖGB-Vizepräsidentin und -Frauenvorsitzende Korinna Schumann. Nur so können Frauen auch zu Vorbildern werden, vor allem für junge Mädchen, die sich gerade für eine Berufsausbildung entscheiden.

Freiwilligkeit reicht nicht

Für Vorstandmitglieder gibt es in Österreich aktuell keine Frauenquote, für Aufsichtsräte allerdings schon. Seit der Einführung im Jahr 2018 ist zumindest der Anteil von Frauen in Aufsichtsräten auf über 25 Prozent angestiegen – die Quote zeigt also Wirkung.

In Deutschland wurde daher kürzlich eine Frauenquote für Vorstände eingeführt. Hier hat Österreich dringenden Handlungsbedarf. Die ÖGB-Gewerkschaftsfrauen fordern daher als nächsten Schritt eine EU-Richtlinie zur europaweiten, verpflichtenden Einführung einer Frauenquote in Aufsichtsräten von großen Unternehmen ein und unterstützen die Kampagne des Frauennetzwerkes Medien „#Reframing Quotenfrau“.

Corona-Krise wirft Frauen zurück

„Gerade in der Coronakrise kümmern sich Frauen nachweislich mehr um familiäre beziehungsweise haushaltsbezogene Aufgaben. Diese Doppelbelastung ist natürlich ein großes Hindernis auf dem Karrierepfad von Frauen. Hier sind die Unternehmen gefordert, durch ein flexibles Arbeitsumfeld eine gute Grundlage zu schaffen, um beiden Geschlechtern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erleichtern und dadurch die Gleichstellung der Frauen voranzutreiben“, unterstreicht die zuständige Expertin bei EY, Helen Pelzmann.

Wir dürfen nicht zulassen, dass sich aufgrund von Corona die Lohnschere wieder weiter öffnet.

Korinna Schumann, ÖGB-Vizepräsidentin

Gerade frauendominierte Branchen und hochqualifizierte Arbeitnehmerinnen sind jetzt dazu überdurchschnittlich von Arbeitslosigkeit betroffen. „Wir dürfen nicht zulassen, dass sich aufgrund von Corona die Lohnschere wieder weiter öffnet, weil Frauen überproportional betroffen sind. Wir müssen jetzt gegensteuern“, betont ÖGB-Vizepräsidentin Schumann

Frauenanteil im ÖGB steigt

Seit mittlerweile über 50 Jahren hat der ÖGB durchgehend weibliche Vizepräsidentinnen. Mit Susanne Hofer gibt es seit 2018 die erste weibliche Bundesjugendvorsitzende und mit Ingrid Reischl seit 2019 erstmals eine weibliche Leitende Sekretärin. Der Frauenanteil im ÖGB-Vorstand hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen und liegt bei rund 46 Prozent – 11 von 24 Vorstandsmitgliedern sind weiblich. Der ÖGB setzt sich dafür ein, dass der Frauenanteil auch bei internen Spitzenpositionen weiter zunimmt.

Mehr Informationen: www.oegb.at/frauen

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