Frauenquote
Immer noch zu wenige Frauen in Führungspositionen
Nur 26 von 188 Vorständen in Österreichs Topunternehmen sind weiblich
Frauen stoßen am Arbeitsmarkt nach wie vor oft an die sogenannte „gläserne Decke“ – auch die Toppositionen in Österreichs Unternehmen sind nach wie vor in Männerhand. Der Anteil weiblicher Vorstandsmitglieder in börsennotierten Unternehmen liegt auch im Jahr 2026 bei 13,8 Prozent. Die ÖGB-Frauen fordern die Einführung einer Quote für das Management – in einem ersten Schritt soll ab drei Vorstandsmitgliedern ein Frauenanteil von mindestens 33 Prozent verpflichtend sein.
Frauenanteil liegt bei 13,8 Prozent
Das Prüfungs- und Beratungsunternehmen EY wirft halbjährlich mit dem „Mixed Leadership Barometer" einen Blick auf den Anteil weiblicher Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder börsennotierter Unternehmen in Österreich. Mit Stichtag 1. Jänner 2026 sind 26 der insgesamt 188 Vorstandsmitglieder der im Wiener Börse Index (WBI) gelisteten Unternehmen weiblich.
31 der 54 WBI-Unternehmen verfügen weiterhin über keinen einzigen weiblichen Vorstand – das entspricht 57 Prozent. Nur drei Unternehmen haben mehr als eine Frau im Vorstand. Wie bereits bei der letzten Erhebung im August 2025 steht zudem keine Frau – und damit keine weibliche CEO – an der Spitze eines börsennotierten Unternehmens.
Gemischte Teams entscheiden besser
Wie die Führungsebene zusammengesetzt ist, hat allerdings großen Einfluss auf viele Entscheidungen im Unternehmen – etwa in welchem Bereich Personal eingespart wird oder welche Angebote es zum Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie gibt. Zahlreiche Studien belegen, dass aus Frauen und Männern bestehende Führungsteams bessere Entscheidungen treffen als rein männliche.
„Unser Ziel muss daher sein, schrittweise den Frauenanteil der Beschäftigten auch auf Führungsebene zu repräsentieren”, betont die gf. ÖGB-Frauenvorsitzende Christa Hörmann. Nur so können Frauen auch zu Vorbildern werden, vor allem für junge Mädchen, die sich gerade für eine Berufsausbildung entscheiden.
Freiwilligkeit reicht nicht
Für Vorstandsmitglieder gibt es in Österreich aktuell keine Frauenquote, für Aufsichtsräte allerdings schon. Seit der Einführung im Jahr 2018 ist zumindest der Anteil von Frauen in Aufsichtsräten angestiegen – die Quote zeigt also Wirkung.
Aktuell sind 166 der insgesamt 523 Aufsichtsratsmandate mit Frauen besetzt – das entspricht einem Anteil von 31,7 Prozent; ab Ende Juni 2026 gilt für börsennotierte Unternehmen eine 40-Prozent-Quote im Aufsichtsrat. „dafür haben wir uns lange eingesetzt. Und es zeigt, bei Aufsichtsräten gehen wir in die richtige Richtung, aber bei Vorständen tut sich nichts. Die langjährige Entwicklung zeigt, dass Freiwilligkeit hier nicht reicht, was wir brauchen, ist eine gesetzliche Quote auch für Vorstände", fordert die ÖGB-Frauenvorsitzende.
Frauenanteil im ÖGB steigt
Seit mittlerweile über 50 Jahren hat der Österreichische Gewerkschaftsbund durchgehend weibliche Vizepräsidentinnen. Der Frauenanteil im ÖGB-Vorstand hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. Der ÖGB setzt sich dafür ein, dass der Frauenanteil auch bei internen Spitzenpositionen weiter zunimmt.
Mehr Informationen: www.oegb.at/frauen