Es braucht gratis Sommerbetreuung, um Kinder zu fördern und Eltern zu entlasten
Kinderbetreuung

ÖGB fordert beitragsfreie Sommerbetreuung für alle Kinder

Eltern machen sich große Sorgen, wer sich in den Ferien um ihre Kinder kümmern wird

Die Kindergärten und Schulen werden ab Mai Schritt für Schritt wieder geöffnet und die Sommerferien rücken näher. Für berufstätige Eltern, vor allem Frauen, ist die Kinderbetreuung in allen Ferien eine organisatorische Herausforderung. Während Kinder sich sonst bereits auf die Sommerferien freuen, ist dieses Jahr wegen des Coronavirus alles anders. Seit Wochen haben sie ihre FreundInnen nicht gesehen und ihre Eltern verzweifeln an der Doppelbelastung von Job und Bildungsarbeit.

Aktuelle Umfragen bestätigen, dass sich viele Eltern große Sorgen machen, wer sich in den Ferien um ihre Kinder kümmern wird – Eltern rechnen coronabedingt mit einem massiven Mehrbedarf an Kinderbetreuung, berichtet auch das Ö1 Morgenjournal vom 19. Mai.

ÖGB-Vizepräsidentin und -Frauenvorsitzende Korinna Schumann fordert daher ein kostengünstiges Freizeitangebot für Kinder in ganz Österreich für die Sommerferien, wie beispielsweise die Summer City Camps – das Sommerferien-Betreuungsangebot der Stadt Wien.

Alle Kinder haben ein Recht auf Bildung

Die aktuelle Situation ist für Eltern und Kinder gerade enorm belastend. Viele der Familien wohnen auf engstem Raum in kleinen Wohnungen – nicht jedes Kind hat ein eigenes Zimmer, einen Schreibtisch bzw. verfügt über einen eigenen Laptop oder die benötigte digitale Ausstattung.

Die Kinder lernen also unter erschwerten Bedingungen – viele Kinder hinken hinterher und verpassen wertvolle Zeit. Es braucht daher eine Lernunterstützung über den Sommer, damit Kinder die Möglichkeit haben, versäumten Stoff nachzuholen – dazu sozialen Kontakt mit Gleichaltrigen, Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten.

Es braucht eine Lernunterstützung über den Sommer, damit Kinder die Möglichkeit haben, versäumten Stoff nachzuholen.

Korinna Schumann

Eltern brauchen dringend Entlastung

Großeltern, die sonst zur Verfügung stehen, fallen als Betreuungspersonen aus, da sie zur Risikogruppe zählen und hier eine Ansteckung verhindert werden muss. Die Kinderbetreuung, die Bildungsarbeit und die eigenen Jobs müssen von den Eltern trotzdem irgendwie unter einen Hut gebracht werden – das bringt Eltern an ihre Belastungsgrenze. Viele sind dazu in Kurzarbeit oder im schlimmsten Fall sogar in die Arbeitslosigkeit geschlittert und haben dadurch massive finanzielle Einbußen.

Eltern können sich jetzt keine teuren Ferienangebote leisten. Es braucht daher ein kostengünstiges Angebot in ganz Österreich.

Korinna Schumann

Die letzten zwei Monate haben Kinder und Eltern an ihre Grenzen gebracht. „Von heute auf morgen hat sich der Alltag von Familien komplett verändert und vor allem Frauen verzweifeln unter der Mehrfachbelastung von Erwerbsarbeit, Kinderbetreuung und Bildungsarbeit. Sie brauchen dringend Unterstützung in Form einer flächendeckenden und kostengünstiges Sommerbetreuung für Kinder“, so Schumann

Rückschritt zu alten Rollenbildern

Während ArbeitnehmerInnen in „systemrelevanten“ Berufen in den vergangenen Wochen regemäßig beklatscht wurden, hätten viele Mütter im Stillen die Bildungsarbeit ihrer Kinder übernommen, den Haushalt in Schuss gehalten und nebenbei versucht, im Homeoffice zuarbeiten. „Das ist ein gefährlicher Rückschritt zu alten Rollenbildern", so Schumann.