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Digitalisierung

Wie gefährlich sind Fake News wirklich?

So können wir aus der eigenen Filterblase ausbrechen und Informationen kritisch hinterfragen.

Ist das Coronavirus eine Biowaffe, die absichtlich entwickelt wurde, um den Menschen zu schaden? Natürlich nicht, aber 15 Prozent der TeilnehmerInnen einer Umfrage der Universität Wien antworteten dennoch mit Ja. Interessantes Detail: Die Umfrage zu Verschwörungstheorien zum Coronavirus wurde seit dem Ausbruch der Pandemie mehrmals durchgeführt. Das Antwortverhalten blieb fast unverändert. Ausschlaggebend ist laut Universität Wien jedenfalls mehr die Unsicherheit über den Wahrheitsgehalt als der überzeugte Glaube an Verschwörungstheorien. 

 

So wird Verwirrung gestiftet

Fake News sind vorgetäuschte oder falsche Nachrichten. Im Grunde genommen gibt es sie, seit es Medien gibt. Wo wir heute, in Zeiten von sozialen Medien und schnellem, digitalem Zugang zu Informationen, stehen, das beschreiben die beiden Autoren Vincent F. Hendricks und Mads Vester-gaard von der Universität Kopenhagen als „postfaktischen Zustand“. Irreführende Erzählungen statt anerkannter Fakten werden für die Meinungsbildung der Menschen herangezogen, vor allem von der Politik. Bekannt dafür ist neben anderen der ehemalige 45. Präsident der USA, Donald Trump. Er hat Fake News salonfähig gemacht. 

Zu Fake News zählen auch Nachrichten, die bei einem Thema „nur“ eine überhöhte Aufmerksamkeit vortäuschen. Zum Beispiel durch die Größe der Aufmachung, durch ständige Wiederholung, Pauschalierung oder vorgetäuschte Likes auf sozialen Medien. Werden Fake News zudem noch gezielt auf die EmpfängerInnen zugeschnitten, dann spielen jede Menge Daten im Hintergrund eine Rolle. Die EmpfängerInnen sollen dort getroffen werden, wo sie am leichtesten zu treffen sind: auf ihrer Gefühlsebene. Die Daten über ihre persönlichen Eigenschaften und Lebensgeschichten werden überall dort gesammelt, wo sie (digitale) Spuren hinterlassen. Vor allem auf sozialen Medien. „Der digitalen Datenkrake entgeht heute fast nichts mehr“, bringt es Willi Mernyi, Leitender Sekretär im ÖGB, auf den Punkt. 

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Als Erstes hilft der Hausverstand

„Die Menschen sind heute immer stärker in ihrer eigenen Filterblase gefangen“, kritisiert Mernyi jene Algorithmen, die heute darüber entscheiden, welche Nachrichten jemand überhaupt zugestellt bekommt. Mit Fake News werden ganze Gruppen oder Minderheiten gegeneinander ausgespielt und aufgehetzt. Beispiele dafür gibt es abseits des Coronavirus genug: kranke, ältere, arbeitssuchende, auf Sozialhilfe angewiesene Menschen oder geflüchtete Menschen werden in regelmäßigen Abständen pauschal herabgewürdigt. Aber auch JournalistInnen werden der „Lügenpresse“ bezichtigt und die Erkenntnisse von WissenschafterInnen infrage gestellt. Aber wie entkommt man jetzt seiner eigenen Filterblase?

Will man Fake News nicht auf den Leim gehen, wendet man sich an ExpertInnen oder Institutionen, die sich im jeweiligen Fachgebiet gut auskennen und unabhängig sind. Wie zum Beispiel an den ÖGB und die Gewerkschaften, wenn es um den Job und die Arbeitswelt geht. Sie sind ihren Mitgliedern verpflichtet. Ihre ExpertInnen machen den Faktencheck, noch bevor sie mit einem Thema an die Öffentlichkeit gehen. Das gilt auch für ihre Postings auf sozialen Medien. Übrigens: Das Vertrauen in den ÖGB ist laut dem Vertrauensindex für Institutionen seit dem Jahr 2019 um neun Prozentpunkte gestiegen.

Veranstaltungen für mehr Medienkompetenz

Seminar für ArbeitnehmervertreterInnen:
Vom Medienkonsum zur Medienkompetenz – fit im Umgang mit Fake News und digitalen Medien  

14. und 15. März 2022, Wien

Mehr Infos & Anmeldung: www.voegb.at

 

Online-Infoveranstaltung für Gewerkschaftsmitglieder: 

Fake News durchschauen und erkennen 

29. März 2022, 18–19 Uhr 

Anmeldung:  www.voegb.at/fakenews