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Klima und Arbeitsmarkt

Just Transition: Das Konzept des gerechten Wandels

Die Auswirkungen der Klimakrise auf den österreichischen Arbeitsmarkt

Die Klimakrise und der damit einhergehende Wandel zu einer nachhaltigen und klimafreundlichen Wirtschaft stellen eine tiefgreifende Veränderung für unsere Gesellschaft dar – das hat auch massive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Damit ArbeitnehmerInnen auch in Zukunft angemessen qualifiziert sind und Arbeitsplätze erhalten werden können, sind eine rechtzeitige Vorausplanung und langfristige Maßnahmen nötig.

Am 19. März 2021 findet erneut ein globaler Klimastreik der Umweltbewegung „Fridays for Future“ statt, um auf die fortschreitende Klimakrise aufmerksam zu machen. Auch in Österreich wird es wieder coronakonforme Aktionen und Versammlungen dazu geben. Der ÖGB unterstützt diese Bewegung und fordert eine soziale Klimapolitik, bei der niemand auf der Strecke bleibt.

Was der ÖGB mit der Klimakrise zu tun hat

Eine Frage, die sich viele ArbeitnehmerInnen stellen, lautet: Was hat der ÖGB mit der Klimakrise zu tun? Man erwartet von der Gewerkschaft, dass sie sich für gerechte Arbeitsbedingungen einsetzt und nicht für den Klimaschutz. Der Klimawandel beeinflusst und verändert allerdings Schritt für Schritt alle Bereiche des Lebens – auch den Arbeitsmarkt.

Einige Branchen wie Wohnbau, Verkehr, Energie und speziell die Industrie werden sich massiv verändern. Ein konkretes Beispiel ist die Automobilindustrie, in der bereits jetzt immer mehr Menschen ihren Job verlieren. Es braucht daher konkrete und langfristige Konzept, wie „Just Transition“, um ArbeitnehmerInnen vor Jobverlust zu schützen.

Just Transition – Das Konzept des gerechten Wandels

Internationale Gewerkschaften haben daher das Konzept „Just Transition“ („Gerechter Wandel“) entwickelt, das Umwelt, Arbeitsmarkt und Sozialpolitik miteinander in Verbindung setzt. Der Übergangsprozess zur grünen Wirtschaft und „Green Jobs“ soll so sozial verträglich gestaltet und ökologische und soziale Herausforderungen zusammen gedacht werden.

ArbeitnehmerInnen qualifizieren und Arbeitsplätze erhalten

Die öffentliche Hand ist am Zug, negative soziale Folgen für ArbeitnehmerInnen sowie Folgen für Branchen und Regionen finanziell abzufedern und so viele Arbeitsplätze wie möglich und auch die Kaufkraft zu erhalten. Dafür braucht es Investitionen in arbeitsmarktpolitische Maßnahmen und Beschäftigungsinitiativen, wie Qualifizierungs- und Umschulungsprogramme für ArbeitnehmerInnen, um sich an die neuen Bedingungen anpassen zu können – eine Variante wären spezielle Arbeitsstiftungen.

ArbeitnehmerInnen und speziell Gewerkschaften müssen aktiv in Entscheidungsprozesse einbezogen werden.

ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian

Die Arbeitswelt der Zukunft bedarf einer klaren Gesamtstrategie. „ArbeitnehmerInnen und speziell Gewerkschaften müssen dabei aktiv in Entscheidungsprozesse und die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen eingebunden werden, um ihre eigene Zukunft aktiv mitgestalten zu können“ fordert auch ÖGB-Präsident Katzian: „Nur so ist ein sozial gerechter Wandel möglich.“

Internationale Zusammenarbeit

Österreich geht international mit gutem Beispiel voran und bindet Gewerkschaften in Entscheidungsprozesse ein. Ein nationaler Weg allein ist allerdings wenig sinnvoll. Daher arbeitet der ÖGB eng mit dem Europäischen Gewerkschaftsbund (EGB) zusammen.

Die EU-Kommission hat 2020 bereits Pläne für eine europäische „Just Transition“ vorgestellt. Die vorgeschlagene Finanzierung ist allerdings noch zu niedrig angesetzt, um eine nachhaltige und sozial verträgliche Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen, wie sie im „Green Deal“ der EU geplant ist.

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