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Thermische Sanierung fördert Bauwirtschaft und Umwelt
Thermische Sanierung fördert Bauwirtschaft und Klima Volker Kreinacke via AdobeStock
Nachhaltigkeit

Thermische Sanierung in Österreich: Verpasste Chancen, verstecktes Potenzial

Im Bereich der baulichen Sanierung gibt es noch viele Möglichkeiten sowohl Nachhaltigkeit als auch Beschäftigung zu fördern.

Bauliche Sanierung an Privatgebäuden bringt viel, kommt aber mit einem einschüchternden Preiszettel. Wir erklären nicht nur, was es mit thermischer Sanierung auf sich hat, sondern auch wie sich die Investition für dich rentiert. Die Politik hat zwar noch einiges an Aufholbedarf, wenn sie das volle Potenzial der baulichen Sanierung ausschöpfen möchte, aber es gibt jetzt schon viele Möglichkeiten, sich bei der Umsetzung unterstützen zu lassen.  

Was ist thermische Sanierung?

Thermische Sanierung ist die bauliche Veränderung eines Gebäudes, wodurch es besser Wärme speichern kann und dadurch weniger Energie verbraucht. Zuerst wird überprüft, wo überall Wärme entkommt – bei den Fenstern, den Türen oder durch die Wände. Diese Schwachstellen werden dann baulich verstärkt, zum Beispiel durch eine Fassadendämmung. Zusätzlich kann man einen Heizkesseltausch vornehmen, oder PV-Anlagen installieren lassen, dadurch verbessert sich die Ökobilanz und es lässt sich noch mehr sparen, denn nachhaltigere Energiesysteme sind oft auch effizienter. 

Was bringt thermische Sanierung?

Sinn und Zweck von thermischer Sanierung, ist es, Energie zu sparen. Bei einer Vollsanierung könnten je nach Gebäudeart bis zu 70 Prozent an Energie eingespart werden

Das spürt nicht nur das Börserl, durch niedrigere Energierechnungen, sondern auch das Klima. Rund 23 % der klimaschädlichen Abgase in Österreich werden in den Bereichen Gebäude und Energie ausgestoßen. Jede Einsparung hier hilft dabei, das Klima in Österreich stabil zu halten. Das spart Kosten, die durch Murenabgänge, Waldbrände und anderen Naturkatastrophen anfallen. Das kommt uns auch in der Arbeitswelt zugute.  

Die Baukosten werden sowohl durch Bundes- als auch Landesförderungen unterstützt. Dadurch rechnen sie sich meist schon in 8–10 Jahren. Im Erneuerbaren-Wärme-Gesetz sind weitere Maßnahmen geplant, mit dem der Umbau noch attraktiver werden soll. Das Gesetz ist allerdings noch nicht beschlossen.  Nähere Informationen, zu den Förderkriterien, findest du hier. 

Was ist das Erneuerbare-Wärme-Gesetz?

Das Erneuerbare-Wärme-Gesetz der Türkis-Grünen Bundesregierung ist der neuste Vorstoß der Politik, mit dem klimafittes Bauen gefördert werden soll. Die ersten Kritikpunkte ließen nicht lange auf sich warten: Es gibt nämlich keinen verpflichtenden Heizkesseltausch bis 2040. Ab 2024 ist ein Verbot für den Einbau von Gaskesseln in Neubauten geplant, wie das bereits bei Öl-Kesseln der Fall ist. Es fehlt eine Regelung, dass Vermieter:innen ihre Mietshäuser mit klimafreundlichen Heizsystemen ausstatten und für eine gute Dämmung sorgen. Die Mieter:innen haben kein Einfluss auf das Heizungssystem, aber müssen die hohen Heizkosten tragen.

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Was bedeutet das Erneuerbare-Wärme-Gesetz für mich?

Wer sein zu Hause thermisch sanieren möchte, wird durch das neue Gesetz mit bis zu 75 % der Kosten gefördert, bei einkommensschwachen Haushalten sogar bis zu 100 %. Das sind wichtige und richtige Maßnahmen, allerdings fehlen klare Maßnahmen für den Mietsektor, der immerhin 43,2 % der Haushalte in Österreich beherbergt.  

Wie kann ich noch von thermischer Sanierung profitieren? 

Wenn viel gebaut wird, belebt das natürlich die Bauwirtschaft. Die steckt gerade in einer Auftragsflaute und kann einen Investitions-Turbo gut vertragen, genauso wie die Klimapolitik. Von einer gestärkten Beschäftigung und weniger Energieverbrauch profitieren wir alle, durch höhere Löhne und sauberer Luft. Daher hat sich ein Bündnis aus der Gewerkschaft Bau-Holz, dem Fachverband der Stein- und keramischen Industrie und der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 zusammengetan, um die Politik zum Handeln aufzufordern.  Mehr zu den Forderungen der Baupakt-Partner kannst du hier nachlesen

 

An Umweltpolitik für und mit Arbeitnehmer:innen führt für uns als ÖGB kein Weg vorbei. Das ist im Sinne der Just Transition, der sozial-gerechten ökologischen Wende. Aus dieser Sicht hat die Politik bisher viel zu viele Chancen verpasst und positive Wechselwirkungen liegen gelassen.  Wie es besser geht, kannst du hier nachlesen.