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Die Bundesregierung hat das Paket für die sogenannte Aktivpension fixiert. Юлия Завалишина – stock.adobe.com

Aktivpension: Alles, was du wissen musst

Ab 2027 gibt es für bestimmte Pensionist:innen bis zu 15.000 Euro Freibetrag, geringere Sozialversicherungsbeiträge und frischen Wind in der Beschäftigung älterer Menschen

Das Wichtigste in Kürze

  • Ab 2027 startet die Aktivpension
  • Bis zu 15.000 Euro Freibetrag machen Arbeiten im Alter attraktiver
  • Der Pensionsversicherungsbeitrag für Beschäftigte im Regelpensionsalter fällt weg
  • Frauen brauchen vorerst 34 Versicherungsjahre, Männer 40
  • Betriebe erhalten Hinweise und Förderinformationen zu älteren Beschäftigten
  • Ein neuer Fonds hilft bei Digitalisierung, KI und Langzeitarbeitslosigkeit

Die Bundesregierung hat das Paket für die sogenannte Aktivpension fixiert. Ab 2027 profitieren Menschen steuerlich, die neben der Pension weiterarbeiten oder den Pensionsantritt aufschieben. Ziel: Arbeiten im Alter attraktiver machen und mehr Beschäftigte länger im Erwerbsleben halten.

Derzeit arbeiten rund 150.000 Menschen in Österreich über das Pensionsalter hinaus. Laut Regierung soll dieses Potenzial besser genutzt werden – wer länger arbeitet, behält am Monatsende spürbar mehr Geld.

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Was sich 2027 ändert

Kernstück ist ein steuerlicher Freibetrag von bis zu 15.000 Euro. Auf diesen Betrag fallen unter bestimmten Bedingungen keine Steuern an. Er gilt für Menschen, die zusätzlich zur Alterspension weiterarbeiten, aber auch für jene, die den Ruhestand bewusst hinausschieben.

Voraussetzungen: Ab 2027 müssen Männer 40 Versicherungsjahre haben, Frauen vorerst 34. Bis 2033 werden die Bedingungen für Frauen schrittweise an die der Männer angepasst – parallel zum Anstieg des gesetzlichen Pensionsalters auf 65 Jahre. Die besondere Höherversicherung entfällt.

Weniger Beiträge, mehr Netto

Zusätzlich sinken die Sozialversicherungsbeiträge: Der Dienstnehmer:innenbeitrag zur Pensionsversicherung von 10,25 Prozent entfällt ab 2027 vollständig.

Die Regierung erwartet einen klaren Effekt: Wer im Alter weiterarbeitet, behält deutlich mehr Netto. Beispiel: Bei 2.000 Euro Pension plus 2.000 Euro Zuverdienst spart man laut Regierungsberechnungen rund 7.000 Euro pro Jahr.

Druck auf Betriebe

Auch Unternehmen werden eingebunden. Betriebe mit einem branchen- und bundesländerspezifisch vergleichsweise geringen Anteil an Beschäftigten zwischen 60 und 64 Jahren erhalten künftig jährlich gezielte Informationen – inklusive Hinweisen auf AMS-Beratungs- und Förderangebote.

Kein direkter Zwang, aber der Druck steigt: Ältere Beschäftigte sollen besser im Arbeitsmarkt gehalten werden.

Neue Förderungen am Arbeitsmarkt

Ein Arbeitsmarkt-Transformationsfonds unterstützt Beschäftigte und Arbeitslose bei den Folgen von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz. Zusätzlich fließen 100 Millionen Euro in Maßnahmen, damit vor allem ältere und langzeitarbeitslose Personen wieder Arbeit finden.

Für das gesamte Paket sind 2027 insgesamt 470 Millionen Euro eingeplant. Eine Evaluierung folgt 2030; die gesetzlichen Maßnahmen gehen in den kommenden Wochen in Begutachtung.

Fazit

Die Aktivpension motiviert zu längerem Arbeiten, gibt älteren Beschäftigten finanziellen Spielraum und setzt auf Informationen, Förderungen für Betriebe sowie Arbeitsmarktmaßnahmen – für mehr Beschäftigung Älterer und Aus-/Weiterbildungen.

Unterschied zur Teilpension 

Teilpension:

  • Ermöglicht einen flexiblen Übergang in die Pension.
  • Arbeitnehmer:innen können, sobald sie einen Pensionsanspruch haben, die Arbeitszeit reduzieren und gleichzeitig einen Teil der Pension beziehen.
  • Das Modell ist auch mit vorzeitigen Pensionen möglich und verlangt (über die notwendigen Versicherungsmonate hinaus) keine feste Anzahl an Versicherungsjahren.

Aktivpension:

  • Personen im Regelpensionsalter mit einer bestimmten Anzahl an Versicherungsjahren können die Pension aufschieben und steuerbegünstigt verdienen oder die Alterspension beziehen und zusätzlich steuerbegünstigt dazuverdienen.
  • Dieses Modell gilt erst ab dem Regelpensionsalter und setzt Versicherungsjahre voraus.