Angst als Geschäftsmodell? Ein Blick hinter die Kulissen privater Pensionsanbieter
Wie Banken und Versicherungen Angst schüren – und warum die Fakten des österreichischen Pensionssystems dagegensprechen
Das Wichtigste in Kürze:
- Private Pensions-Anbieter wollen bewusst Angst schüren
- Das öffentliche Pensionssystem ist krisenfest
- In Österreich erhalten Menschen mit durchschnittlichem Einkommen 86,8 Prozent ihres früheren Einkommens als Pension
- Kindererziehung und Pflege zählen für die öffentliche Pension
Was hinter der Angstmacherei wirklich steckt
Laut einer aktuellen Studie von Erste Bank, Sparkassen und Wiener Städtischen glauben drei Viertel der Befragten, dass die staatliche Pension nicht ausreichen wird. Fast alle halten private Vorsorge für unverzichtbar. Diese Angst wird bewusst geschürt. Seit Jahren wird öffentlich über angebliche „Unfinanzierbarkeit“ der Pensionen diskutiert – oft ohne die ganze Wahrheit zu sagen.
VORSICHT: Private Pensionen profitieren von Verunsicherung. Sie blenden zentrale Fakten aus. Das ist ihr Geschäftsmodell!
Das öffentliche System ist krisenfest
Österreichs Pensionen beruhen auf dem Umlageverfahren. Wer heute arbeitet, finanziert die Pensionen der heutigen Pensionist:innen. Wenn wir selbst in Pension gehen, finanzieren die dann Erwerbstätigen unsere Pensionen. „Das ist kein Risiko, sondern ein großer Vorteil: Das öffentliche System hängt nicht von Börsen, Aktienkursen oder Finanzkrisen ab“, erklärt Anja Hafenscher, ÖGB-Expertin für Sozialrecht.
VORSICHT: Private Pensionen machen abhängig. Wer auf Kapitalmärkte setzt, trägt das volle Risiko – bis ins hohe Alter.
Österreich zahlt europäische Spitzenpensionen
Wie gut die finanzielle Absicherung durch ein Pensionssystem ist, zeigt die Nettoersatzrate. Sie sagt, wie viel vom früheren Nettoeinkommen als Pension bleibt.
- In Österreich erhalten Menschen mit durchschnittlichem Einkommen 86,8 Prozent ihres früheren Einkommens als Pension.
- Zum Vergleich: Der EU-Durchschnitt liegt bei 68,3 Prozent bei Männern und 67,9 Prozent bei Frauen.
VORSICHT: Private Anbieter verschweigen diese Spitzenleistung. Sie setzen auf Verunsicherung.
Care-Arbeit zählt – aber nur im öffentlichen System
Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen – all das zählt im öffentlichen System für die Pension. Diese Leistungen sind unverzichtbar für unsere Gesellschaft. „Private Vorsorge kennt diesen sozialen Ausgleich nicht. Wer unbezahlte Care-Arbeit leistet, zahlt weniger ein – und bekommt später weniger heraus“, so Anja Hafenscher.
VORSICHT: Private Pensionen kennen keine Solidarität. Und wie so oft: Vor allem Frauen verlieren im neoliberalen System.
Privaten Systemen ist Altersarmut egal
Das öffentliche System sorgt dafür, dass auch Menschen mit geringem Einkommen eine angemessene Pension bekommen - und ist damit die beste Absicherung für das Alter. Durch die Ausgleichszulage bekommen Menschen mit niedrigen Pensionen eine Aufstockung – und sind damit vor großer Armut geschützt. Man bekommt die Ausgleichszulage, wenn man rechtmäßig im Inland lebt und die monatliche Pension als Alleinstehende:r weniger als 1.308,39 Euro und als Ehepaar weniger als 2.064,12 Euro beträgt (Stand 2026).
VORSICHT: Private Pensionen kennen keinen sozialen Ausgleich, Hauptsache, der Vertrag wurde verkauft.