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Der Tank wird voll – das Börsel leer: Viele Pendler:innen trifft der Spritanstieg von bis zu 17 Cent pro Liter besonders hart. m.mphoto – stock.adobe.com

Spritpreise schießen in die Höhe – ÖGB fordert sofort faire Regeln

Binnen einer Woche bis zu 17 Cent mehr pro Liter: Jetzt braucht es rasche Maßnahmen gegen Abzocke an der Zapfsäule

Das Wichtigste in Kürze

  • Spritpreise sind binnen einer Woche um bis zu 17 Cent gestiegen – deshalb braucht es sofort faire Regeln
  • Der ÖGB fordert, die Preisgestaltung gesetzlich zu prüfen
  • Ziel ist eine Margenregelung einzuführen, um Übergewinne zu stoppen

Frühmorgens an der Tankstelle: Eine Pendlerin füllt ihren Tank – und erschrickt, als sie auf die Anzeige blickt. Der Liter kostet plötzlich fast 17 Cent mehr als noch vor ein paar Tagen. Viele erleben das Gleiche. Und fragen sich: Wie soll sich das noch ausgehen?

„Dieser drastische Anstieg ist nicht zu begreifen“, kritisiert Helene Schuberth, Bundesgeschäftsführerin des ÖGB. Für viele Beschäftigte bedeuten solche Preissprünge spürbar weniger Geld im Börsel, nur um zur Arbeit zu kommen. Das macht Betroffene zu Leidtragenden einer Preistreiberei, die keine Grenzen kennt.

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Untersuchung kommt zu spät

Zwar tut sich jetzt endlich was: Die Regierung hat angekündigt, sich den Treibstoffmarkt genauer anzusehen. Aber das kann trügerisch sein: „Bis Ergebnisse vorliegen, vergeht kostbare Zeit – und die haben die Menschen nicht“, analysiert Schuberth. Denn während Behörden prüfen, zahlen Familien und Pendler:innen Tag für Tag drauf.

Wenn Preise steigen, geht’s blitzschnell

Aktuell zeigt sich eine massive Schieflage: Wenn der Ölpreis steigt, geben die Konzerne das innerhalb von Stunden an die Kund:innen weiter. Sinken die Preise, dauert es hingegen sehr lang – oder die Senkung kommt gar nicht bei den Kund:innen an.

Auch das vergangene Jahr offenbart das deutlich: Obwohl der internationale Ölpreis um rund 30 Prozent gefallen ist, blieben die Spritpreise hierzulande nahezu unverändert hoch. „Diese Ungerechtigkeit muss endlich ein Ende haben“, fordert deshalb Helene Schuberth.

ÖGB will Margenregelung

Um allen Leidtragenden bessere Umstände zu bieten, schlägt der ÖGB die Einführung einer Margenregelung nach dem Preisgesetz vor. Damit könnte festgelegt werden, wie viel Gewinn pro Liter erlaubt ist. Das Ziel: Übergewinne verhindern und Preissprünge abfedern, bevor sie die Haushalte der Beschäftigten treffen.

Fazit

Der Preisschock an den Zapfsäulen zeigt: Ohne klare Regeln läuft etwas schief.  Nur wenn Preisänderungen ehrlich und fair weitergegeben werden, können Arbeitnehmer:innen und vor allem Pendler:innen endlich aufatmen.