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Verteilungsgerechtigkeit

Krisenprofit: 500 Milliarden für zehn Super-Reiche

Die Ungerechtigkeit hat System: Wer vor der Krise reich war, der ist jetzt noch viel, viel reicher

500 Milliarden Dollar, also rund 411 Milliarden Euro – eine unvorstellbare Summe. Noch unfassbarer ist sie aber, wenn man weiß, wofür sie steht: 500 Milliarden Dollar ist nämlich die Summe, um die die zehn reichsten Menschen der Welt seit Beginn der Corona-Pandemie reicher geworden sind. Zu diesen erschreckenden Zahlen kommt jetzt eine weltweite Oxfam-Studie mit dem Titel „The Inequality Virus“ (Das Ungleichheits-Virus). Zum Vergleich: Mit dem, was nur zehn Menschen mitten in der Krise verdient haben, könnte man die gesamte Weltbevölkerung ganz entspannt impfen und nebenbei auch noch sicher vor Armut schützen.  
 

Für die Reichen ist die Krise längst vorbei

Dass die Wirtschaftskrise für die Reichen vorbei ist, belegt auch eine weitere Zahl: Nach nur neun Pandemie-Monaten hatten die tausend reichsten Menschen der Welt ihre Verluste schon wieder ausgeglichen, wie die Oxfam-Studie belegt. Und all das, während die Welt in der schlimmsten Wirtschafts- und Gesundheitskrise seit dem Zweiten Weltkrieg bzw. der Spanischen Grippe von 1918 steckt, Millionen von Menschen ihre Arbeit verlieren und in bitterer Armut versinken.  

Das Geld, um alle Menschen durch diese Krise zu bringen, ist also vorhanden. Es verschwindet nur in den Brieftaschen weniger Super-Reicher, nachdem es zuvor von der Allgemeinheit erwirtschaftet wurde. Während die Covid-Krise bei den Reichen also gerade einmal schwache Symptome verursachte, werden Milliarden von Menschen noch mehr als zehn Jahre brauchen, um wenigstens ihr Vorkrisenniveau wieder zu erreichen. Auch das belegt die Oxfam-Studie.
 

Österreich mittendrin in der ungerechten Welt

„Was weltweit stimmt, das trifft auch auf Österreich zu“, stellt ÖGB-Volkswirt Ernst Tüchler klar. „Auch hierzulande ist das Vermögen extrem ungerecht verteilt und auch hier geht die Schere immer weiter auf. Diese gefährliche Entwicklung ist aber keine Folge der Corona-Pandemie, sondern die Konsequenz fehlenden politischen Willens, für gerechte Verhältnisse zu sorgen. Die Pandemie hat das nur weiter beschleunigt“, so Tüchler. Eine Studie der ING in Österreich hat übrigens schon im Frühjahr 2020 festgestellt, dass die Vermögen im Land bis zum Sommer schon wieder auf Rekordniveau waren.

Für den Österreichischen Gewerkschaftsbund ist der Kampf für Gerechtigkeit ein zentrales Anliegen. Das ist auch im Grundsatzprogramm des ÖGB verankert, wo es unter anderem heißt:  

 

Fair verteilter materieller Wohlstand

Materieller Wohlstand ist nach wie vor ein ganz zentrales Ziel der Wirtschaftspolitik, aber er gilt nicht mehr als das einzige Ziel des Wirtschaftens. Materieller Wohlstand ist die Basis des Überlebens und umso mehr des guten Lebens. Allerdings muss in reichen Gesellschaften die Verteilung des Reichtums beachtet werden.

Jedes Mitglied der Gesellschaft soll seinen Teil zum gemeinsamen Wohlstand leisten. Das Recht auf Teilhabe an der Gesellschaft ist durch ein bloßes Recht auf Stillhalten und Almosenempfang nicht verwirklicht. Einkommen und Wohlstand sollen auch dann gesichert sein, wenn widrige Umstände Menschen daran hindern, für sich selbst zu sorgen.

Die Gewerkschaften treten daher für einen umfassenden Sozialstaat ein, der auf Basis gegenseitiger Hilfe die Unterstützung der gerade Bedürftigen durch die gerade Leistungsfähigen sicherstellt. BesitzerInnen großer Vermögen verweigern aber derzeit die Beteiligung am gesellschaftlichen Vorankommen. Diese Verweigerung darf nicht geschützt werden.

 

Die Zahlen beweisen: Es ist genug da. Man muss es nur gerecht verteilen. Unterstütze uns in diesem Kampf für mehr Gerechtigkeit und ein besseres Leben für alle und werde jetzt Gewerkschaftsmitglied!