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Geldprobleme
Die sogenannte „Lohn-Preis-Spirale“ ist ein neoliberales Schreckgespenst. Die Löhne steigen, weil das Preisniveau ansteigt, damit die Kaufkraft erhalten bleibt. ginasanders, stock.adobe.com
Interview

Höhere Löhne sind nicht Schuld an Teuerung

Es sind nicht die ArbeitnehmerInnen, die die Preise bestimmen, sagt Wirtschaftsexpertin Miriam Baghdady.

Was ist die „Lohn-Preis-Spirale“?

Die sogenannte „Lohn-Preis-Spirale“ ist ein neoliberales Schreckgespenst. Unternehmen und wirtschaftsliberale Thinktanks behaupten ständig, dass steigende Löhne und Gehälter der Grund für steigende Preise wären, indem sie die Kosten für Unternehmen erhöhten.

Bestimmen die ArbeitnehmerInnen die Preise?

Natürlich nicht! Es wird zwar regelmäßig behauptet, dass steigende Löhne für die Inflation verantwortlich wären. Dabei ist es umgekehrt: Die Löhne steigen, weil das Preisniveau ansteigt, damit die Kaufkraft erhalten bleibt.

Was immer häufiger beobachtet werden kann, ist eine Gewinn-Preis-Spirale. Etwa bei Mietpreisen, bei denen eine Inflation ab fünf Prozent zu einer „automatischen“ Mieterhöhung führt – und damit weiter die Inflation anheizt.

Was passiert also, wenn Löhne erhöht werden?

Ohne eine regelmäßige Erhöhung der Löhne ginge die Kaufkraft verloren. Außerdem steigt in Österreich die Produktivität seit Jahrzehnten. Mit einem Plus am Lohnzettel wird den ArbeitnehmerInnen dieses Plus abgegolten. 

Miriam Baghdady Fachexpertin im volkswirtschaftlichen Referat des ÖGB Elisabeth Mandl

Für die Lohnverhandlungen ziehen die Gewerkschaften die sogenannte „Benya-Formel“ heran: Die durchschnittliche Inflationsrate der letzten zwölf Monate plus der Produktivitätszuwächse der Branchen ergibt die Lohnforderung.

 So wird garantiert, dass ArbeitnehmerInnen sich trotz steigender Preise für ihr Gehalt bzw. ihren Lohn gleich viel leisten können und sie ein gerechtes Stück des Kuchens bekommen, der durch die steigende Produktivität entsteht.

„Uns reicht’s!” sagte ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian am Wiener Karlsplatz vor 20.000 Menschen. Österreichweit gingen mehr als 32.600 DemonstrantInnen auf die Straße, um den explodierenden Kosten und der Untätigkeit der Politik den Kampf anzusagen.

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