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ÖGB - Österreichischer Gewerkschaftsbund

Arbeiten in der Pension?

PensionistInnen müssen von ihrer Pension leben können

PensionistInnen müssen von ihrer Pension leben können. Symbolbild PensionistInnen müssen von ihrer Pension leben können
Unmittelbar nach dem zweiten ÖGB-Sommerdialog zu „Altersarmut und Pensionen“ wurde eine Studie der Plattform "seniors4success“ veröffentlicht, laut der zwei Drittel aller ÖsterreicherInnen auch in der Pension arbeiten wollen. Die Umfrage hat allerdings einige Schwächen und differenziert beispielsweise nicht zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit. Deshalb hat der ÖGB auf Facebook eine eigene Umfrage zum Thema Arbeit in der Pension gestartet.
 
Die Ergebnisse der ÖGB-Umfrage
 
892 Personen haben an der Facebook-Umfrage teilgenommen. 84 Prozent der Befragten haben sich gegen das Arbeiten in der Pension ausgesprochen – die restlichen 16 Prozent befürworten es. Die ÖGB-Community ist also großteils anderer Meinung als die StudienteilnehmerInnen von "seniors4success“. Im Unterschied zur Studie von "seniors4success“ bot der ÖGB den TeilnehmerInnen zusätzlich zur JA/NEIN-Frage die Möglichkeit, ihre Entscheidung mit einem Kommentar zu begründen.
 

„Wollen oder müssen?“
 
Lucie C. schreibt beispielsweise: „Wer will soll, aber ohne Zwang“. So sieht das auch Doris D.: „Also ein bissl was dazuverdienen, solange es nicht in Stress ausartet, wäre schon fein. Außerdem ist "nichts tun" auch nicht so mein Ding“. Viele sind jedoch anderer Meinung: „Ich denke, dass Menschen, die 45 Jahre körperlich gearbeitet haben, das nicht mehr wollen“, schreibt ein Teilnehmer, „45 Dienstjahre oder 480 Versicherungsmonate sind denke ich ausreichend“ ein anderer. Die wichtigste Frage wirft allerdings Gerhard W. auf: „Wollen oder müssen, damit man nicht in die Armutsfalle tappt!?“.
 
Für ein gutes Leben für alle
 
Auf freiwilliger Basis sollten alle PensionistInnen die Möglichkeit haben, zu arbeiten – ehrenamtlich oder bezahlt bis zur Zuverdienstgrenze. Allerdings darf niemand gezwungen sein, in der Pension weiterzuarbeiten, weil er oder sie sich das Leben sonst nicht leisten kann. Deshalb ist die wichtigste Forderung des ÖGB: Die öffentliche Pensionsversicherung stärken, um Altersarmut zu verhindern und ein gutes Leben für alle zu ermöglichen. Darüber hinaus braucht es spezielle arbeitsmarktpolitische Maßnahmen für ältere Arbeitnehmerinnen, wie die Wiedereinführung der Aktion 20.000. Eine Pensionsautomatik, also eine Kopplung des Pensionsalters an die Lebenserwartung, oder eine Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters lehnt der ÖGB hingegen ab.
 
Was noch fehlt
 
Frauen bekommen um 42 Prozent weniger Pension als Männer und sind daher ungleich höher von Altersarmut betroffen. Um dem entgegenzuwirken, muss einiges unternommen werden. Eine gesetzliche Anrechnung der Karenzzeiten konnten die ÖGB-Frauen bereits erfolgreich umsetzen. Was noch fehlt, ist der Rechtsanspruch auf kostenlose Kinderbetreuungsplätze für jedes Kind sowie der Ausbau der Pflegeangebote und die bessere Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit.
 

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