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ÖGB - Österreichischer Gewerkschaftsbund

Sommerferien bereiten Eltern große Sorgen

Ein Viertel aller Eltern weiß nicht, wer sich im Sommer um ihre Kinder kümmern soll

Für berufstätige Eltern, vor allem Frauen, ist die Kinderbetreuung in den Ferien eine organisatorische Herausforderung. „Der Großteil der Eltern kann sich momentan keine externe Betreuung leisten, Großeltern fallen nach wie vor als Betreuungspersonen aus und Urlaubstage werden knapp", betont ÖGB-Vizepräsidentin und -Frauenvorsitzende Korinna Schumann

„Es braucht daher ein beitragsfreies Freizeitangebot für Kinder in ganz Österreich für die Sommerferien, wie beispielsweise die Summer City Camps – das Sommerferien-Betreuungsangebot der Stadt Wien“. Korinna Schumann

Studie bestätigt: Familien sind in Coronakrise stark belastet 

Eine aktuelle SORA-Umfrage unter österreichischen Haushalten, in Auftrag gegeben vom Momentum Institut, bestätigt die Warnung des ÖGB, dass Familien im Moment besonders unter den Belastungen der Corona-Pandemie leiden.  Die Doppelbelastung von Arbeit und Kinderbetreuung plus Bildungsarbeit bringt Eltern an ihre Grenzen. Laut Studie arbeitet jede/r fünfte Befragte nun früh am Morgen, abends oder am Wochenende, anders geht es mit Kindern nicht. Eltern müssten arbeiten, wenn sie Ruhe haben. Das führt zu einer Entgrenzung der Arbeitszeit und vorgegebene Ruhezeiten können oft nicht eingehalten werden. Unter dieser angespannten Situation leiden auch die Kinder

Das Momentum-Institut unterstützt daher die ÖGB-Forderung nach einem beitragsfreien und flächendeckenden Freizeitangebot für Kinder im Sommer. Damit könnten Eltern entlastet werden, zusätzlich hätten Kinder wieder Sozialkontakte mit Gleichaltrigen, Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten sowie Lernunterstützung, um versäumten Stoff nachzuholen. 

Frauen sind härter getroffen 

Frauen müssen während der Krise noch öfter als sonst und noch mehr Stunden als sonst in der bezahlten Arbeit reduzieren, weil sie auch noch öfter als sonst für die Kinder sorgen müssen – sie tragen meist die Hauptverantwortung. Laut Studie müssen sie ihre Erwerbsarbeit mehr reduzieren als Männer und die Geschlechterunterschiede setzen sich dadurch fort

Insgesamt haben aufgrund der Corona-Pandemie zwar mehr Männer ihren Job verloren – der Beschäftigungsrückgang betrifft aber vor allem frauendominierte Branchen wie Tourismus, Gastronomie und persönliche Dienstleistungen. Dadurch wird auch die Lohnschere wieder größer.

„Wir brauchen dringend die Wiedereinführung der Verwendung von 50 Prozent des AMS-Förderbudgets für Frauen und eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes auf 70 Prozent der Nettoersatzrate.“ Korinna Schumann

Krise verschärft gesellschaftliche Ungleichheiten 

Die Krise wirkt sich auf unterschiedliche gesellschaftliche Schichten verschieden aus, zeigt die SORA-Studie. Wer vorher bereits wenig verdient hat, ist jetzt häufiger arbeitslos geworden und wurde häufiger in Kurzarbeit geschickt. Menschen mit höherem Bildungsstand können eher im geschützten Home-Office arbeiten. Je höher das Einkommen, desto einfacher lässt sich also die Krise durchstehen und auch Kinderbetreuung sicherstellen.

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