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Niederösterreich

ÖGB fordert spezielle Arbeitsstiftung für Ältere

Rund ein Viertel der Arbeitslosen ist älter als 50 Jahre. Der ÖGB fordert nun eine „Transplacementstiftung”

Ältere Menschen sind von der derzeitigen Krise am Arbeitsmarkt besonders betroffen. Ende September 2020 war von den rund 409.000 Arbeitslosen jede/r vierte älter als 50 Jahre. Diese Gruppe ist auch besonders von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen. Umso wichtiger ist es, die Betroffenen in Beschäftigung zu halten. 

Transplacementstiftung für Ältere 

Für ältere Arbeitslose hat der ÖGB daher das Konzept der „Transplacementstiftung" entwickelt. Das ist eine Kombination aus einer Outplacementphase (beim aktuellen Arbeitgeber der einen Personalabbau vorhat) und einer Implacementphase mit Qualifizierung der ArbeitnehmerInnen für den Personalbedarf beim zukünftigen Arbeitgeber.  

Abbauende Betriebe und suchende Betriebe werden durch das Stiftungsmanagement zusammengespannt." Alexander Prischl, ÖGB-Arbeitsmarktexperte

ÖGB-Arbeitsmarktexperte Alexander Prischl erklärt das Modell im Ö1 Mittagsjournal am 8. Oktober folgendermaßen: „Abbauende Betriebe und suchende Betriebe werden durch das Stiftungsmanagement zusammengespannt. Dazwischen werden die ArbeitnehmerInnen entsprechend geschult und qualifiziert, damit sie für die neue Firma für den entsprechenden Arbeitsplatz auch die Qualifikation haben, die die Firma sucht."

 

Der Vorteil des Transplacement ist, dass Betroffene ohne eine Phase der Arbeitslosigkeit in ein neues Beschäftigungsverhältnis vermittelt werden. Das ist insbesondere auch für Personen kurz vor dem Pensionsantritt eine wichtige Maßnahme, um einer gekürzten Pension und Altersarmut entgegenzuwirken.

Ziele einer Arbeitsstiftung für Ältere

  • den Menschen Bewusstsein über die eigene Leistungsfähigkeit verschaffen,  
  • Stärkung des Selbstbewusstseins, 
  • Wissensupdate, Umschulung, Höherqualifizierung. 

Der Übergang vom einen zum anderen Arbeitgeber soll je nach Joberfolg maximal zwischen 12 und 18 Monate dauern. In den einzelnen Maßnahmephasen (Outplacement und Implacement) sind Beratung, Vermittlung (Matching), Stabilisierung, Berufsorientierung, Qualifizierung und Begleitung vorgesehen. 

Betroffene sind in einer Arbeitsstiftung durch einen Zuschuss zum Arbeitslosengeld auch besser abgesichert, als wenn sie einfach arbeitslos wären. Wie hoch dieser Zuschuss ist, sei von den Verhandlungen abhängig, so Prischl.

Das kostet eine Transplacementstiftung 

Der ÖGB hat zu seinem Konzept auch eine Kostenschätzung vorgelegt. Wenn bei einer angenommen Teilnehmerinnenzahl von 10.000 beide Phasen von allen Personen durchlaufen würden, was eigentlich auszuschließen sei, da währenddessen auf Arbeitsplätze vermittelt werde, würden die Gesamtkosten rund 111 Mio. Euro betragen.

„Ohne die Beteiligung der Länder wird es nicht gehen“, sagt der ÖGB-Arbeitsmarktexperte. „Das ist ein Kraftakt aller Akteure, die dann mitkonzipieren, mitumsetzen und mitfinanzieren. Dann funktioniert das auch – das ist unsere Erfahrung.“

Finanziert werden kann die Stiftung durch mehrere Quellen: AMS (Corona-Arbeitsstiftung), Länder, Unternehmen, Sozialversicherung und EU-Förderung.

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