Zum Hauptinhalt wechseln
iStock_shapecharge

ÖGB-Landesfrauenvorsitzende Christine Heitzinger zum Equal Pension Day

„Die Pensionslücke beginnt nicht erst in der Pension, sondern bereits am ersten Arbeitstag.“

Bereits am 20. Juli ist Equal Pension Day in Oberösterreich. Ab diesem Tag arbeiten Frauen in unserem Bundesland statistisch gesehen bis zum Jahresende „gratis“, da ihre Pensionen im Durchschnitt deutlich niedriger sind als die von Männern, bundesweit liegt Oberösterreich damit am vorletzten Platz. Für den ÖGB steht fest: Die Weichen für die Altersarmut von Frauen werden im Erwerbsleben gestellt. 

„Um 44,8 % niedrigere Pensionen sind kein Schicksal und kein persönliches Versagen. Sie sind das Resultat von Strukturdefiziten: fehlende Kinderbetreuung, unbezahlte Care-Arbeit, schlecht bezahlte Frauenbranchen und unfreiwillige Teilzeit. Die Quittung folgt Jahrzehnte später – beim Blick aufs Pensionskonto“, stellt die ÖGB-Landesfrauenvorsitzende und AK-Vizepräsidentin Christine Heitzinger klar. 

Systemische Schieflage für Frauen
Ob magere Einstiegsgehälter, Karenzknicke oder prekäre Arbeitsplätze: Die Schieflage ist systemisch. „Frauen flüchten nicht freiwillig in die Teilzeitfalle. Sie tun es, weil ganztägige Kinderbildungs- und  -betreuungsplätze fehlen und weil sie den Großteil der Care-Arbeit stemmen. Wer der Gesellschaft den Rücken stärkt, darf dafür im Alter nicht die Rechnung zahlen“, sagt Heitzinger. 

Der Generationenvertrag funktioniert: Solidarität kennt kein Alter 
Vehement zurückgewiesen werden vom ÖGB die Versuche, das staatliche Pensionssystem schlechtzureden. Die Pensionistinnenvertreterin der Gewerkschaftsfrauen, Silvia Donabauer, betont hierzu: „Der Generationenvertrag lebt. Die Jungen finanzieren die Älteren, und die heutigen Pensionist:innen haben das Fundament unseres Wohlstands gebaut. Jung und Alt stehen nicht gegeneinander – sie tragen einander. Solidarität kennt kein Alter.“ Wer stabile Pensionen will, müsse jetzt an den Schrauben für gute Arbeit und echte Wahlfreiheit drehen. 

Acht Hebel gegen die Pensionslücke 
Wer die Pensionslücke schließen will, muss die Ursachen an der Wurzel packen. Der ÖGB fordert deshalb: 

Kinderbetreuungsgarantie: Flächendeckender, kostenloser und ganztägiger Ausbau. 
Pflege-Offensive: Stärkere Infrastruktur, mehr Personal und echte Entlastung für pflegende Angehörige. 
Fair Pay: Höhere Mindestlöhne und -gehälter in typischen Frauenberufen. 
Vollzeitrecht: Ein gesetzlicher Anspruch auf Aufstockung statt erzwungener Teilzeit. 
Halbe-Halbe bei Care-Arbeit: Gerechte Aufteilung der unbezahlten Arbeit. 
Lohntransparenz jetzt: Rasche Umsetzung der EU-Richtlinie gegen den Gender Pay Gap. 
Sichere Karenz: Bessere Bewertung der Kindererziehungszeiten in der Pensionsversicherung. 
Starkes staatliches System: Konsequenter Schutz vor schleichender Privatisierung. 
Erhalte jede Woche alle wichtigen Infos rund um die Arbeitswelt!
Jetzt Newsletter abonnieren!