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Equal Pay Day: Frauen haben genug vom Warten auf gleichen Lohn

ÖGB-Riegler: „Lohntransparenz endlich umsetzen – wer sich fürchtet, hat meist einen Grund dafür!“

Frauen verdienen in Österreich noch immer weniger als Männer. Der Equal Pay Day (EPD) macht jedes Jahr sichtbar, wie groß diese Einkommenslücke ist. In der Steiermark fällt der EPD heuer auf den 30. Oktober. Der Unterschied zwischen ganzjährig vollbeschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern beträgt somit immer noch skandalöse 17 Prozent.

„Der Equal Pay Day ist aber kein Aktionstag. Er ist die jährliche Rechnung dafür, dass Frauen noch immer einen Teil ihrer Arbeit gratis leisten müssen. Frauen haben genug vom Warten auf fairen Lohn!“, sagt Sigrid Riegler, Regionalfrauenvorsitzende des ÖGB Südweststeiermark.

Lohntransparenz

Ein entscheidender Schlüssel dafür ist mehr Lohntransparenz. Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie soll Beschäftigten bessere Informationen darüber geben, wie Löhne und Gehälter festgelegt werden und was Kolleg:innen mit gleicher oder gleichwertiger Arbeit verdienen. Österreich hätte die Richtlinie (mehr als 3 Jahre nachdem sie von der EU beschlossen wurde) bis zum 7. Juni 2026 umsetzen müssen – die Frist ist bereits verstrichen. „Es kann nicht sein, dass Arbeitgebervertreter:innen die Richtlinie blockieren, nur weil sie sie nicht wollen. Wer Transparenz fürchtet, hat meistens einen Grund dafür. Faire Löhne brauchen kein Heimlichtun, sondern Offenheit. Nur wer Unterschiede sichtbar macht, kann Ungerechtigkeit beseitigen“, so Riegler.

Teure Untätigkeit können wir uns nicht leisten

Bleibt Österreich bei der Umsetzung weiter säumig, droht ein EU-Vertragsverletzungsverfahren und im weiteren Verlauf können auch Strafzahlungen folgen. „Jeder Euro, der in Strafzahlungen fließt, fehlt bei Kinderbetreuung, Pflege und echter Chancengleichheit. Die Einkommensschere fällt nicht vom Himmel. Sie wird gemacht und sie kann geschlossen werden.“

Was Beschäftigte schon jetzt tun können

Wer vermutet, für gleiche oder gleichwertige Arbeit schlechter bezahlt zu werden, kann sich an den Betriebsrat oder die Gewerkschaft wenden. Unter bestimmten Voraussetzungen können einzelne Informations- und Auskunftsrechte der EU-Richtlinie bereits jetzt relevant sein.

Die ÖGB-Frauen fordern:

  • rasche und vollständige Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie, ohne Schlupflöcher
  • transparente, objektive, nachvollziehbare und geschlechtsneutrale Kriterien für die Festsetzung von Gehältern, Löhnen, sowie für Boni, Zulagen und Prämien
  • wirksame Maßnahmen gegen ungerechtfertigte Einkommensunterschiede
  • Schluss mit der Blockade der Arbeitgebervertreter:innen bei der Lohntransparenz; das Sozialpartnerpapier zur Umsetzung ist praktisch fertig



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