Ich bin neu im Beruf

Einen neuen Beruf zu beginnen ist immer eine aufregende Sache. Das beginnt bei der Berufswahl, dem Bewerbungsgespräch bis hin zu Gehaltsverhandlungen. Wir haben einige Tipps gesammelt, um euch den Berufseinstieg oder den Berufswechsel zu erleichtern.

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Frauen am Arbeitsmarkt

Frauen sind besser ausgebildet als jemals zuvor und unverzichtbar für den Arbeitsmarkt.  Wir fordern daher mehr arbeitsmarkpolitische Maßnahmen und ein höheres Budget speziell für Frauen, um ihre Chancen am Arbeitsmarkt zu verbessern. Es braucht einen flächendeckenden Ausbau von Frauenberufszentren bzw. Mädchenberatungsstellen und die Einrichtung einer eigenen Corona-Frauenarbeitsstiftung, nach § 18 ALVG, um Frauen für Zukunftsberufe fit zu machen. Bei der Berufswahl gilt es, Mädchen und Frauen eine umfassende Berufsorientierung zu bieten, um geschlechtsspezifische Rollenbilder aufzubrechen.

Im Zuge des Kampfes gegen Arbeitslosigkeit fordert der ÖGB eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes auf 70 Prozent, statt wie bisher 55 Prozent des Nettoeinkommens. Eine weitere, langjährige Forderung des ÖGB zur Schaffung von mehr Arbeitsplätzen ist die Verkürzung der Arbeitszeit auf eine 35-Stunden-Woche - das bringt kürzere und planbare Arbeitszeiten, was besonders Frauen zugutekommt, um Familie und Job besser unter einen Hut bringen zu können.

85 Prozent aller Corona-Arbeitslosen sind Frauen.


Die Berufswahl

Die Berufswahl bestimmt maßgeblich das spätere Einkommen. Die Einkommensunterschiede zeichnen sich bereits in der Lehrlingsausbildung ab, denn schon zu Beginn der Lehrzeit sind die Gehalts-bzw. Lohnunterschiede sichtbar, wenn auch noch relativ gering.

Laut Lehrlingsstatistik der Wirtschaftskammer sind die Top-3-Lehrberufe von jungen Frauen seit Jahren: Einzelhandel, Bürokauffrau und Friseurin. 43,3 Prozent entscheiden sich für diese Berufe, deren Einstiegsgehälter mit weniger als 2.000 Euro brutto niedriger als in anderen Branchen sind. Mehr als ein Drittel der jungen Männer hingegen wählt eine Ausbildung zum Metall-, Elektro- oder Kfz-Techniker. In diesen drei beliebtesten Lehrberufen gibt es laut AMS-Gehaltskompass nach Lehrabschluss ein durchschnittliches Brutto-Einstiegsgehalt von über 2.130 Euro im Monat.

Lehrlingsentschädigungen in technischen und handwerklichen Berufen steigen tendenziell stärker. Vor allem bei Mädchen muss also auch das Interesse an den sogenannten MINT-Berufen geweckt werden. Auch die Arbeitgeber müssen dazu lernen und in Frauenförderung investieren, denn noch immer sind nicht alle bereit, Mädchen in der Bauwirtschaft oder im technischen Bereich einzustellen. Je mehr Frauen technische Berufe ergreifen, desto besser werden auch die Rahmenbedingungen für sie und damit steigt auch ihr Einkommen.


Das Bewerbungsgespräch

Ein Bewerbungsgespräch muss gut vorbereitet sein. Neben einer, bewussten oder unbewussten, ungleichen Behandlung von Frauen und Männern (die gesetzlich verboten ist) tragen auch fehlende Informationen und bescheidene Entgeltforderungen dazu bei, dass Frauen oftmals nicht entsprechend ihrer Qualifikation bzw. Vorkenntnisse bezahlt werden.

Bewerbungstipps:

  • Vorab gründlich über das Unternehmen informieren
  • Argumente überlegen, warum gerade DU für die Stelle geeignet bist
  • Die Gesprächssituation vorher durchspielen und Antworten auf typische Interviewfragen überlegen (Stärken, Schwächen, etc.)
  • Möglichst selbstbewusst auftreten und viele Fragen stellen
  • Eigene Unterlagen gut vorbereiten (Zeugnisse, Lebenslauf)
  • Kollektivvertrag durchlesen

Gehaltsverhandlungen

Besonders für Frauen ist es wichtig, Einblick in branchenübliche Entlohnungsverhältnisse zu haben, den Kollektivvertrag zu kennen. Denn vielen Frauen ist nicht bewusst, dass sie eigentlich zu wenig für die geleistete Arbeit verdienen. Häufig ist das Einkommen "Verhandlungssache". Schon beim Einstellungsgespräch werden die Weichen für die weitere Einkommensentwicklung gestellt.

Einkommen ist oft Verhandlungssache.