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Die Anton-Benya-Preisverleihung 2026: Facharbeit im Rampenlicht. Markus Morianz

Auszeichnungen

Anton-Benya-Preis 2026: 26 Auszeichnungen für Facharbeit und Lehre

26 Persönlichkeiten, Betriebe und Initiativen wurden für ihre besonderen Leistungen in der Facharbeit und Lehrausbildung ausgezeichnet

Das Wichtigste in Kürze

  • Beim Anton-Benya-Preis 2026 wurden 26 Persönlichkeiten, Betriebe und Initiativen für besondere Leistungen in der Facharbeit und Lehrausbildung ausgezeichnet.
  • Die Preisträger:innen zeigen, wie gute Ausbildung, Engagement und attraktive Arbeitsbedingungen zur Sicherung von Fachkräften beitragen.
  • Der ÖGB fordert einen Ausbildungsfondsfonds, damit sich auch Unternehmen, die selbst nicht ausbilden, an den Kosten beteiligen.

Alle zwei Jahre werden Menschen und Initiativen mit den Anton-Benya-Preisen ausgezeichnet, die sich besonders um die Facharbeit verdient gemacht haben. Am Dienstag, 20. Oktober 2026, war es im Festsaal des Wiener Rathauses wieder so weit.

Insgesamt 26 Persönlichkeiten, Betriebe und Initiativen wurden für ihre außergewöhnlichen Leistungen und ihr Engagement geehrt. Im Mittelpunkt stand insbesondere die Bedeutung einer hochwertigen Lehrausbildung und die Förderung zukünftiger Fachkräfte.

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Wie vielfältig dieses Engagement ist, zeigen die diesjährigen Preisträger:innen: Viele der Ausgezeichneten setzen sich seit Jahrzehnten für die Lehrausbildung ein, so wie die Lehrwerkstätte der voestalpine Precision Strip GmbH, die seit 1940 mehr als 1400 Absolvent:innen hervorbrachte. Auch jüngere Initiativen verzeichnen Erfolge: Das Ausbildungscamp der Kelag in St. Veit an der Glan beispielsweise bietet Lehrausbildung in elf Berufen und stellte im Vorjahr den Staatsmeister in Elektrotechnik.

Das Familienunternehmen HL Hutterer & Lechner wiederum bildet seit 70 Jahren Lehrlinge aus und übernimmt nahezu alle Absolvent:innen. Mit einer Vier-Tage-Woche, zusätzlichen Urlaubsleistungen und einem Frauenanteil von 54 Prozent setzt das Unternehmen auf attraktive Arbeitsbedingungen und ein sozialpartnerschaftliches Miteinander.

Lisa Grillneder und Marina Mair schließlich beweisen eindrucksvoll, wie weit man es mit fundierter Lehrausbildung bringt. Sie haben sich als Frauen in der männerdominierten Straßenerhaltung durchgesetzt. Andere Ausgezeichnete engagieren sich seit Jahrzehnten für die Ausbildung junger Menschen, eröffnen neue berufliche Perspektiven oder setzen sich für bessere Arbeitsbedingungen ein.

"Fachkräfte fallen nicht vom Himmel. Sie müssen ausgebildet werden. Dafür braucht es Menschen und Betriebe, die dazu bereit sind." - ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian. Markus Morianz

"Nur Jammern über den Fachkräftemangel ist zu wenig", erinnerte ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian bei der Preisverleihung an den Rückgang der Lehrstellen in Österreich: Ihre Zahl sinkt kontinuierlich, mit rund 14 Prozent bildet nicht einmal ein Fünftel der Unternehmen Lehrlinge aus: "Umso wertvoller ist das Engagement der Preisträgerinnen und Preisträger, denen ich herzlich danke."

Es ist weder fair noch wird der Fachkräftebedarf gelöst, wenn immer weniger Betriebe ausbilden. Abhilfe schaffen könnte der vom ÖGB geforderte Ausbildungsfonds, der einem einfachen Prinzip folgt: Alle Unternehmen leisten einen Beitrag von einem Prozent ihrer Bruttolohnsumme in einen gemeinsamen Fonds. Ausbildungsbetriebe werden gefördert und erhalten Kosten für die Ausbildung von Lehrlingen aus dem Fonds zurück. Betriebe, die nicht ausbilden, aber alle Voraussetzungen dafür erfüllen würden, beteiligen sich an der Finanzierung.

Nach aktuellen Berechnungen der ÖGB-Expert:innen könnten durch den Ausbildungsfonds jährlich rund 1,8 Milliarden Euro für die Lehrlingsausbildung lukriert werden. "Der Ausbildungsfonds wäre also ein Win-win-Modell", so Katzian.

Seit seiner Gründung 1972 setzt der Anton-Benya-Stiftungsfonds ein Zeichen für die gesellschaftliche Anerkennung der Facharbeit. Der nach dem langjährigen ÖGB-Präsidenten Anton Benya benannte Preis würdigt Menschen, die mit ihrem Können und Engagement einen wichtigen Beitrag für unsere Arbeitswelt leisten.

Eine Besonderheit: Die Preisskulpturen wurden von Lehrlingen in der Lehrwerkstätte von Jugend am Werk gefertigt. Damit steckt bereits in den Auszeichnungen selbst jede Menge Facharbeit.

Ein Gruppenfoto stellvertretend für viele herausragende Leistungen: Einige der diesjährigen Preisträger:innen. Markus Morianz

Download:

Anton-Benya-Preis 2026: Alle Preisträger:innen (PDF)

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