pressmaster - stock.adobe.com
Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Kündigungsfristen: Alles, was du wissen musst

Welche Fristen wann gelten und warum sie endlich angeglichen werden müssen

Ein Arbeitsverhältnis ist nichts anderes als ein Vertrag zwischen zwei Parteien: Arbeitgeber und ArbeitnehmerIn. Will eine/r von beiden den Vertrag – ein unbefristetes Arbeitsverhältnis – lösen, müssen bestimmte Bedingungen eingehalten werden, darunter die Kündigungsfrist.

Allerdings sind in diesem Zusammenhang ArbeiterInnen im Vergleich zu Angestellten noch immer schlechtergestellt. Eine Ungerechtigkeit, die mit 1. Juli 2021 eigentlich hätte beseitigt werden soll. Die Gleichstellung von ArbeiterInnen und Angestellten ist nun aber erneut um drei Monate verschoben worden. Was du zum Thema Kündigungsfristen wissen solltest, haben wir für dich zusammengefasst. 

Was ist eine Kündigungsfrist? 

Die Kündigungsfrist ist jener Zeitraum, der mindestens zwischen Ausspruch der Kündigung und dem Ende des Arbeitsverhältnisses, also dem Kündigungstermin, liegt. 

Warum gibt es überhaupt Kündigungsfristen? 

Kündigungsfristen dienen dazu, dass Arbeitsverhältnisse nicht ohne Grund einfach von heute auf morgen beendet werden können. Das ist vor allem eine Schutzfunktion für ArbeitnehmerInnen, um nicht plötzlich ohne Job und Einkommen dazustehen. Während der Kündigungsfrist haben ArbeitnehmerInnen dann eine gewisse Zeit, sich eine neue Arbeitsstelle zu suchen. 

Was ist ein Kündigungstermin? 

Der Kündigungstermin ist der Zeitpunkt, an dem das Arbeitsverhältnis beendet sein soll – also der letzte Tag des Arbeitsverhältnisses - und nicht, wie oft fälschlicherweise angenommen, der Tag, an dem du oder der Arbeitgeber die Kündigung ausspricht. 

Haben Arbeitgeber andere Kündigungstermine? 

Ja. Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis eines Angestellten, kommen als Kündigungstermin der 31. März, der 30. Juni, der 30. September und der 31. Dezember in Frage (also das jeweilige Quartalsende). Es kann aber auch individuell vereinbart werden, dass der Monatsletzte und der jeweils Fünfzehnte als Kündigungstermin zulässig sind. Kündigen hingegen Angestellte ihr Dienstverhältnis, können sie das laut Gesetz zu jedem Monatsletzten unter Einhaltung einer einmonatigen Kündigungsfrist tun. 

Haben Arbeitgeber auch andere Kündigungsfristen? 

Ja. Kündigt der Arbeitgeber eine/n Angestellte/n gelten gesetzlich grundsätzlich längerer Kündigungsfristen, als wenn der/die Angestellte selbst kündigt. Außer es ist etwas anderes vereinbart. Jedoch darf die Kündigungsfrist, die der Arbeitgeber einhalten muss, niemals kürzer sein als die Kündigungsfrist der Angestellten. 

Gelten andere Fristen, wenn ich schon länger in der Firma beschäftigt bin? 

Ja, denn bei einer Arbeitgeberkündigung ist die Dauer der Kündigungsfrist abhängig von den Dienstjahren, die ein Angestellter im Betrieb beschäftigt ist. Zu Beginn des Dienstverhältnisses beträgt sie sechs Wochen, nach fünf Dienstjahren liegt sie bereits bei drei Monaten (alle Fristen siehst du in der Tabelle). 

Welche Kündigungsfristen gelten bei einer Arbeitnehmerkündigung? 

Wenn nichts vereinbart wurde, können Angestellte ihr Dienstverhältnis jeweils zum Monatsletzten kündigen. Die Kündigungsfrist beträgt einen Monat.

Für ArbeiterInnen gelten bis zum 1. Juli 2021 noch abweichende Regelungen: In der Regel sind ihre Kündigungsfristen und Kündigungstermine im jeweiligen Kollektivvertrag geregelt; kommt kein Kollektivvertrag zur Anwendung, können Kündigungstermine und -fristen auch im Dienstvertrag geregelt werden; enthält auch dieser keine Regelung zur Kündigungsfrist, kommt die Bestimmung der Gewerbeordnung (GewO) zur Anwendung, wonach eine 14-tägige Kündigungsfrist einzuhalten. ist.  

Info-Broschüre: Kündigung

Du willst noch mehr zum Thema Kündigung wissen? Dann lade dir jetzt kostenlos unsere Info-Broschüre runter. Wenn du Fragen zu deiner persönlichen Situation hast, wende dich am besten direkt an deine Gewerkschaft.

"Info-Broschüre: Kündigung" hier downloaden