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All-In-Verträge sind für Arbeitnehmer:innen selten günstig und entpuppen sich oft als Etikettenschwindel Vera - stock.adobe.com (KI)
Dein Recht

All-in-Verträge sind oft eine Mogelpackung

Gewerkschaft GPA bietet praktischen All-In-Rechner, um betroffene Verträge selbst zu überprüfen

Immer mehr Beschäftigte in Österreich haben sogenannte All-In-Verträge. Das sind Arbeitsverträge, bei denen quasi alles inklusive ist – in dem angegebenen Pauschalentgelt sind neben dem Grundgehalt auch alle eventuellen Zulagen, Zuschläge und Mehrleistungen, insbesondere Überstunden, enthalten.

Auch All-In hat klare Grenzen 

All-In-Klauseln sind für Arbeitnehmer:innen selten günstig und entpuppen sich oft als Etikettenschwindel. Arbeitgeber sehen All-In-Vereinbarungen nämlich immer wieder als Freibrief, um Arbeitszeitgrenzen zu überschreiten oder Arbeitnehmer:innen um ihre Überstundenentlohnung zu bringen. Von der oft angepriesenen „großzügigen Überzahlung, mit der alle Mehrleistungen mit abgegolten sind“, bleibt oft nichts übrig. 

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Kontrolle muss ausgebaut werden 

Während All-In-Verträge vor allem für Führungskräfte ein gutes Modell zum beiderseitigen Vorteil sein können, setzen sie Arbeitnehmer:innen mit niedrigen Gehältern oft stark unter Druck.

Der ÖGB fordert daher, dass Arbeitnehmer:innen in ihrem Arbeitsvertrag darauf hingewiesen werden müssen, dass sämtliche Bestimmungen des Arbeitszeitgesetzes (AZG) einzuhalten sind bzw. überprüft werden müssen und Arbeitnehmer:innen darüber informiert werden müssen.  

Die Gewerkschaft GPA ruft zudem alle Betroffenen auf, ihren Arbeitsvertrag von der Gewerkschaft prüfen zu lassen. Nur so kann festgestellt werden, ob alle Leistungen ordnungsgemäß abgegolten sind.

Praktischer All-In-Rechner

Außerdem gibt es unter www.allinrechner.at – neben umfassenden Informationen – auch einen Rechner, wo für die häufigsten Kollektivverträge mit All-In-Verträgen überprüft werden kann, ob das eigene Gehalt stimmt.