Hitzewelle

Ab 32,5 Grad hitzefrei am Bau möglich

Gewerkschaft Bau-Holz fordert Rechtsanspruch – auch Arbeitsunfälle steigen bei Hitze

Ab 32,5 Grad können Arbeitgeber ihren MitarbeiterInnen im Baubereich frei geben. Diese Regelung hat bei der letzten Hitzewelle 2019 gegriffen. Jede zweite Firma hat sie auch genutzt und 39.122 BauarbeiterInnen aus 5.245 Betrieben bekamen laut Statistiken der BUAK (Bauarbeiter- Urlaubs und Abfertigungskasse) 2019 hitzefrei. 

Aber nicht alle Firmen nutzen diese Regelung. Es braucht daher einen Rechtsanspruch auf hitzefrei, fordert die Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) – aufgrund des Klimawandels und zum Schutz der Gesundheit auf Baustellen.

Die erste Hitzewelle 2021 hat Österreich fest im Griff. Sie wird nicht die letzte des Jahres sein: Die fünf heißesten Sommer der Messgeschichte wurden ab dem Jahr 2000 gemessen, wie Experten der ZAMG bestätigen. Die Statistiken beweisen, wie notwendig die Hitze-Regelung am Bau ist. 

Arbeiten in der Hitze ist gesundheitsgefährlich 

Josef Muchitsch, Vorsitzender der Gewerkschaft Bau Holz, appelliert an die Arbeitgeber im Baubereich ihren MitarbeiterInnen hitzefrei zu geben: „Arbeiten in der Hitze ist sehr gefährlich. Es schwächt die Konzentrationsfähigkeit und es passieren mehr Arbeitsunfälle.“ 

Außerdem sollen Maßnahmen gesetzt werden, um das Arbeiten unter Hitze erträglich zu machen. „Das heißt: Nutzen wir Trinkpausen und stellen wir auch dementsprechende Hilfsmittel zur Verfügung, wie Sonnenschutz oder verlegen wir auch die Arbeit in den Schatten, wo es möglich ist“, so der Gewerkschafts-Vorsitzende. Überall wo die 32,5 Grad-Marke überschritten wird, solle das Arbeiten eingestellt werden.

SERVICE: Die wichtigsten Fakten der aktuellen Hitzefrei-Regelung 

  • Die Hitzefrei-Grenze wurde mit 1. Mai 2019 von 35 auf 32,5 Grad Celsius gesenkt. Erst ab Erreichen der Grenze von 32,5 Grad Celsius gilt die Hitzefrei-Regelung (somit gibt es im Normalfall erst ab mittags bzw. am Nachmittag hitzefrei).
  • Der Arbeitgeber muss Hitzefrei anordnen, d. h., kein/e BauarbeiterIn hat das Recht auf hitzefrei.
  • Bei Anwendung der Hitzeregelung gibt es eine Entgeltfortzahlung von 60 Prozent für ArbeiterInnen. Die Kosten werden dem Arbeitgeber vollständig von der BUAK refundiert. 
  • Auf der Website der BUAK (www.buak.at) können Arbeitgeber eine Temperaturabfrage für ihre Baustellen durchführen.

Alle Infos auf: www.gbh.at