Österreichischer Gewerkschaftsbund (ÖGB)
Projekt „Labour Relations in the Danube Region“
Projektbeschreibung
Labour Relations in the Danube Region (LRDR) stärkt junge Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Donauregion durch Bildung, Vernetzung und Dialog. Das Projekt vermittelt praxisnahes Wissen über Arbeitsrechte, fördert den Austausch zwischen Sozialpartner:innen und baut grenzüberschreitende Netzwerke auf.
Eine zentrale Herausforderung ist die geringe Sichtbarkeit gewerkschaftlicher Arbeit bei jungen Menschen. Das Projekt setzt daher auf den direkten Kontakt an Bildungseinrichtungen, eine klare und leicht verständliche Kommunikation sowie auf Themen, die für den Einstieg ins Berufsleben besonders relevant sind. Auf diese Weise wird sichtbar, dass Gewerkschaften konkrete Unterstützung und Orientierung in aktuellen Fragen der Arbeitswelt bieten.
Projektziele
Das Projekt verfolgt mehrere ineinandergreifende Ziele:
- Die Aufklärung junger Menschen über ihre Arbeitsrechte steht im Mittelpunkt, von grundlegenden Aspekten wie Arbeitsverträgen und Arbeitszeitregelungen bis zu aktuellen Themen wie Plattformarbeit und dem Einsatz Künstlicher Intelligenz.
- Ein zentrales Anliegen ist der Aufbau eines Dialogs zwischen jungen Arbeitnehmer:innen und Arbeitgebervertreter:innen. Durch moderierte Dialogformate sollen gemeinsame Lösungsansätze für Herausforderungen entwickelt werden.
- Die grenzüberschreitende Vernetzung junger Gewerkschafter:innen ermöglicht den Austausch von Erfahrungen zwischen den Partnerländern.
- Darüber hinaus fördert das Projekt gezielt junge Frauen in Führungspositionen innerhalb von Gewerkschaftsstrukturen. Alle Koordinatorinnen-Stellen werden bevorzugt mit weiblichen Kandidatinnen unter 35 Jahren besetzt.
Projektaktivitäten
- Workshops an Bildungseinrichtungen: In allen Partnerländern werden interaktive Workshops an Schulen durchgeführt. Die 2-3-stündigen Sessions vermitteln praxisnahes Wissen zu Arbeitsrechten und Sozialpartnerschaft. Die Workshops werden von Koordinatorinnen der Gewerkschaften geleitet und an die jeweiligen nationalen Kontexte angepasst.
- Netzwerk junger Sozialpartner: Das Projekt etabliert eine Dialogplattform, die junge Gewerkschafter:innen und Arbeitgebervertreter:innen unter 40 Jahren zusammenbringt. In nationalen Dialogtreffen werden gemeinsame Positionen zu fairen Arbeitsbedingungen erarbeitet.
- Studienreise nach Brüssel: Die Koordinatorinnen aus allen Partnerländern besuchen gemeinsam die europäischen Institutionen in Brüssel. Die Reise dient der Wissensvermittlung über EU-Arbeitsstandards als auch der grenzüberschreitenden Vernetzung.
- Publikationen und Öffentlichkeitsarbeit : Das Projekt erstellt zwei Broschüren zu „Arbeits- und Sozialrechte für Berufsanfängerinnen und Berufsanfänger“ sowie „Die EU und junge Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer“. Ergänzend wird ein Bericht veröffentlicht, der die Situation junger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den Partnerländern analysiert.
Die begleitende Social-Media-Kampagne teilt Einblicke aus den Workshops, informiert über Arbeitsrechte und macht die Projektergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.
Den Abschluss des Projekts bildet eine Konferenz, bei der die Ergebnisse vorgestellt und Erfahrungen aus dem Projekt mit Partnerorganisationen und weiteren Interessierten geteilt und diskutiert werden.
Projektländer
Albanien, Bosnien und Herzegowina, Moldau, Montenegro, Serbien
Projektpartner
Albanischer Gewerkschaftsbund (KSSH/CTUA)
Bund der unabhängigen Gewerkschaften Bosnien und Herzegowinas (SSSBiH)
Gewerkschaften in der Republik Moldau (CNSM)
Union der Freien Gewerkschaften Montenegros (USSCG/UFTUM)
Gewerkschaftsbund von Montenegro (SSCG/CTUM)
Konföderation der Autonomen Gewerkschaften Serbiens (SSSS/CATUS)
Gewerkschaftskonföderation Nezavisnost Serbien (TUC Nezavisnost)
Gefördert aus den Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz.
Aktivitäten
Am 27. Jänner fand in der Riverböx des ÖGB die CETUN-Konferenz statt. Da gleich vier Partnergewerkschaften des LRDR-Projekts daran teilnahmen, wurde diese Gelegenheit genutzt, um im Anschluss der Konferenz ein Treffen zu organisieren.
Dabei waren Vertreter:innen der serbischen Gewerkschaften CATUS und Nezavisnost, unter ihnen Čedanka Andrić, Vizepräsidentin des EGB, sowie Vertreter:innen der montenegrinischen Gewerkschaften SSCG und USSCG.
Das LRDR-Projekt wurde von der Projektleitung auf B/K/S vorgestellt, Ziele wurden erläutert sowie geplante Aktivitäten besprochen. Im Anschluss wurden weitere Details diskutiert und offene Fragen geklärt. Besonderes Augenmerk lag dabei auf der Ausführung der Schulworkshops in den Partnerländern.
Das Treffen war eine gute Gelegenheit, sich persönlich auszutauschen, die Zusammenarbeit zu vertiefen und sicherzustellen, dass die Umsetzung des Projekts in allen Partnerländern reibungslos starten kann.