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Armutsbedrohung

Neue Studie: Jedes Kind kostet knapp 500 Euro im Monat

Vor allem Eltern mit niedrigen Einkommen und AlleinerzieherInnen leiden unter großen finanziellen Belastungen

Was kostet es, ein Kind großzuziehen und wie viel braucht man dafür im Monat? Das sind die zentralen Fragen der neuen Kinderkostenstudie im Auftrag des Sozialministeriums.

Beleuchtet wurde konkret, wie viel Kinder für Kleidung, Wohnung, Schule oder Essen in unterschiedlichen Altersstufen und unterschiedlichen Familienkonstellationen brauchen. 

Hohe finanzielle Hürden  

Pro Monat kostet ein Kind, das mit seinen beiden Eltern unter einem Dach wohnt, im Schnitt 494 Euro. Die staatlichen Familienleistungen – also direkte Zahlungen wie Familienbeihilfe und Mehrkindzuschlag oder indirekte Geldleistungen über Steuererleichterungen wie dem Familienbonus - decken das jedoch nur zum Teil ab. Genau sind das 328 Euro. 166 Euro müssen die Familien somit selbst bezahlen.

Hochgerechnet bis zum Ende der Schulpflicht sind das 30.000 Euro. Eine besondere Herausforderung ist das für Alleinerziehende, die diese Kosten, im Gegensatz zu Zwei-Erwachsenen-Haushalten, allein stemmen müssen. 

Die Unterstützung des Staates ist deutlich zu niedrig und muss an Lebensrealitäten angepasst werden.

Korinna Schumann, ÖGB-Bundesfrauenvorsitzende
Roland de Roo

Direkter Weg in die Armut 

Mehr Geld für Alleinerziehende oder Menschen mit niedrigen Einkommen gibt es vom Staat aber nicht. Das ist einer der Hauptgründe, warum AlleinerzieherInnen und ihre Kinder viel öfter gefährdet sind, in die Armut abzurutschen. 

„Sie schaffen es nicht aus eigener Kraft, die finanziellen Belastungen zu bewältigen“, warnt daher die ÖGB-Bundesfrauenvorsitzende Korinna Schumann. Laut Studie ist fast jedes fünfte Kind in Österreich armutsgefährdet, bei AlleinerzieherInnen ist sogar fast jedes zweite Kind armuts- und ausgrenzungsgefährdet. ExpertInnen weisen darauf hin, dass sich die Benachteiligung des Ein-Erwachsenen-Haushalts mit jedem zusätzlichen Kind verschärft.

Kinder immer teurer, staatliche Unterstützung bleibt aber gleich  

Nimmt man die Kosten für das Aufziehen von Kindern unter die Lupe zeigt sich, dass die Kosten in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gestiegen sind, die staatlichen Unterstützungen aber nicht mitgezogen haben. Die Politik ist also säumig, auf die Lebensrealitäten der Menschen zu reagieren.  

Wege aus dieser prekären Lage sind, die staatlichen Finanzhilfen nach oben zu schrauben und endlich Rahmenbedingungen zu schaffen, dass alle Eltern gut einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen können.

„Das geht aber nur mit einem Rechtsanspruch auf einen Kinderbildungsplatz ab dem 1. Geburtstag des Kindes. Frauen sind besser gebildet als jemals zuvor und unverzichtbar für den Arbeitsmarkt. Ein besseres Angebot an Kinderbetreuung ist ein maßgeblicher Schritt für ihre Entlastung und würde mehr finanzielle Unabhängigkeit bedeuten“, ist Schumann überzeugt.

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