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Gewerkschaftsjugend

ÖGJ-Vorsitzende Jennifer Huemer: „Lehrlinge dürfen nicht ausgenutzt werden!”

Die neue Vorsitzende der Gewerkschaftsjugend will sich für bessere Bezahlung, gute Ausbildungsqualität und mehr Mitbestimmung für Lehrlinge einsetzen

Die Österreichische Gewerkschaftsjugend (ÖGJ) hat eine neue Vorsitzende: Jennifer Huemer. Sie hat selbst eine Lehre gemacht und kennt die Herausforderungen vieler Lehrlinge aus eigener Erfahrung. Im Interview spricht sie darüber, warum sie kandidieren wollte, welche Verbesserungen dringend nötig sind – und warum die ÖGJ wieder stärker und lauter für junge Arbeitnehmer:innen auftreten soll.

Jennifer, herzlichen Glückwunsch zu deiner Wahl als Vorsitzende der ÖGJ! Was hat dich dazu bewegt, für dieses Amt zu kandidieren?

Ich bin selbst den Weg als Lehrling gegangen und weiß, wie herausfordernd diese Zeit sein kann. Genau diese Erfahrungen haben mich motiviert, Verantwortung zu übernehmen und mich noch stärker für die Anliegen von Lehrlingen einzusetzen.

Welche Themen liegen dir besonders am Herzen?

Mir sind faire Bezahlung, gute Ausbildungsqualität und echte Mitbestimmung für Lehrlinge besonders wichtig. Außerdem möchte ich, dass junge Menschen ernst genommen und ihre Anliegen gehört werden. Wichtig ist mir auch, dass sich die Lehrlinge im Betrieb wohl und nicht ausgenutzt fühlen.

Welche Verbesserungen möchtest du konkret für Lehrlinge erreichen?

Mehr Geld für Lehrlinge, weil sich viele das Leben kaum leisten können. Mir ist wichtig, dass Betriebe ihre Verantwortung ernst nehmen und Ausbildung wirklich Ausbildung ist.

Neue Kampagne: „Wohntraum? Träum weiter!“

Mit der Kampagne „Wohntraum? Träum weiter!“ macht die ÖGJ auf die schwierige Wohnsituation junger Menschen aufmerksam. Mieten, Energie und andere Fixkosten steigen seit Jahren, während Einkommen oft nicht mithalten. Für viele Lehrlinge wird der Auszug aus dem Elternhaus dadurch immer schwieriger, Eigentum bleibt für die meisten ein unerreichbarer Traum.

 „Wohnen ist ein Grundrecht und darf kein Luxus sein. Wenn junge Menschen trotz Arbeit oder Lehre nicht wissen, wie sie sich eine Wohnung leisten sollen, läuft etwas falsch“, betont die Oberösterreicherin. „Die Politik muss endlich handeln!“, fordert die Gewerkschafterin.

Mehr Info und Petition unterschreiben: www.oegj.at/wohnen

Was möchtest du als neue Vorsitzende anders machen?

Ich will näher an den Lehrlingen sein und weniger „von oben herab“ arbeiten. Weniger reden, mehr umsetzen. Und ich will, dass man die ÖGJ wieder stärker spürt – direkt, laut und konsequent, wenn es um die Interessen von Lehrlingen geht.

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Deine Vision für die Gewerkschaftsjugend in einem Satz?

Eine starke Stimme für alle jungen Arbeitnehmer:innen, die ihre Zukunft aktiv mitgestalten.

Eine abschließende Botschaft?

Gemeinsam sind wir stark – und genau deshalb lohnt es sich, sich zu engagieren und für seine Rechte einzustehen. Allein ist man stark, gemeinsam ist man unschlagbar!

Zur Person:

Jennifer Huemer hat eine Lehre als Mobilitätsservicekauffrau bei der ÖBB absolviert, ist seit fünf Jahren in der ÖGJ aktiv und engagiert sich seit sieben Jahren als Funktionärin in der Gewerkschaft vida. Zuletzt war sie sowohl stellvertretende Bundesvorsitzende der ÖGJ als auch der vida.

Beruflich ist sie eng mit den Lebensrealitäten junger Menschen verbunden: Als Lehrlingsausbildnerin bei den ÖBB und Betriebsrätin setzt sie sich täglich für die Anliegen von Lehrlingen und jungen Arbeitnehmer:innen ein.

„Lehrlinge sind unsere Zukunft. Ich werde mich dafür einsetzen, dass Lehrjahre keine Herrenjahre sind und junge Menschen echte Chancen auf ein gutes Leben haben“, sagt Huemer.