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Equal Pension Day 2026: Frauen erhalten in der Steiermark um 41,2 Prozent weniger Pension

ÖGB fordert faire Einkommen, bessere Rahmenbedingungen und eine gerechte Verteilung der unbezahlten Arbeit

Der Equal Pension Day fällt in der Steiermark heuer auf den 2. August. Dieser Tag macht sichtbar, wie groß die Pensionslücke zwischen Frauen und Männern nach wie vor ist: Frauen erhalten durchschnittlich um 41,2 Prozent weniger Pension als Männer. Bildlich gesprochen bekommen Frauen ab diesem Tag bis zum Jahresende keine Pension mehr.

Die Gewerkschaftsfrauen machten deshalb mit einer Verteilaktion in unserer Region auf diese Ungleichheit aufmerksam. Im direkten Gespräch mit Beschäftigten informierten sie über die Ursachen der Pensionslücke und darüber, wie sich niedrigere Einkommen, Teilzeitarbeit und Erwerbsunterbrechungen langfristig auf die Pension auswirken.

„Die Pensionslücke beginnt nicht erst beim Pensionsantritt, sondern zieht sich durch das gesamte Arbeitsleben. Frauen verdienen noch immer weniger, übernehmen einen Großteil der unbezahlten Betreuungs- und Pflegearbeit und arbeiten deshalb deutlich häufiger in Teilzeit. Das ist kein persönliches Versagen, sondern eine strukturelle Benachteiligung, die wir endlich beseitigen müssen“, erklärt Sigrid Riegler, ÖGB-Regionalfrauenvorsitzende der Südweststeiermark.

„Wer während des Erwerbslebens weniger verdient und aufgrund fehlender Betreuungsangebote seine Arbeitszeit reduzieren muss, zahlt im Alter ein zweites Mal drauf. Faire Pensionen entstehen durch faire Löhne, gute Arbeitsbedingungen und echte Wahlmöglichkeiten bei der Arbeitszeit. Politik und Arbeitgeber müssen dafür sorgen, dass Frauen nicht länger die finanziellen Folgen gesellschaftlich notwendiger Betreuungs- und Pflegearbeit allein tragen“, betont ÖGB-Regionalsekretär Patrick König.

Die Gewerkschaftsfrauen fordern daher unter anderem:

  • mehr Lohntransparenz und wirksame Maßnahmen gegen den Gender Pay Gap,
  • eine bessere Anrechnung von Kindererziehungszeiten sowie
  • die nachhaltige Stärkung des gesetzlichen Pensionssystems.

„Frauen leisten jeden Tag einen unverzichtbaren Beitrag – im Beruf, in den Familien und in der Pflege. Diese Arbeit muss endlich entsprechend anerkannt und abgesichert werden. Gleichstellung darf kein Lippenbekenntnis bleiben, sondern muss sich auch auf dem Lohnzettel und später auf dem Pensionskonto zeigen“, erklären Riegler und König abschließend.

Mit der Aktion setzen die Gewerkschaftsfrauen ein sichtbares Zeichen für mehr Gleichstellung und soziale Gerechtigkeit. Politik, Arbeitgeber und Gesellschaft sind gemeinsam gefordert, die Ursachen der Pensionsungleichheit zu beseitigen.

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