Hitzeschutz
Gewerkschaft fordert konsequenten Schutz bei Hitze am Arbeitsplatz
Bereits im Mai verzeichnet Vorarlberg die ersten Tage mit über 30 Grad. Die zunehmende Hitze wird für immer mehr Beschäftigte zur ernsten Gesundheitsgefahr. Besonders betroffen sind Arbeitnehmer:innen am Bau oder in anderen Außenbereichen. Der Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) Andreas Ammann fordert daher eine konsequente Umsetzung der neuen Hitzeschutzverordnung und wirksame Kontrollen in den Betrieben. „Wer bei über 30 Grad schwere körperliche Arbeit leisten muss, arbeitet oft an der Belastungsgrenze. Hitze ist kein unangenehmes Randproblem mehr, sondern ein ernstes Gesundheits- und Sicherheitsrisiko!“
Neue Zahlen der Gesundheit Österreich GmbH zeigen, dass bereits fast zwei Drittel der Bevölkerung unter hitzebedingten Beschwerden leiden. Besonders bei körperlich anstrengender Arbeit im Freien steigen mit der Temperatur Kreislaufprobleme, Konzentrationsschwächen und das Unfallrisiko deutlich an. Seit 1. Jänner 2026 gilt die neue Hitzeschutzverordnung. Ab einer Hitzewarnung der GeoSphere Austria ab Stufe 2 – also ab etwa 30 Grad – sind Arbeitgeber:innen verpflichtet, konkrete Schutzmaßnahmen umzusetzen. Dazu zählen unter anderem Trinkwasser, Beschattung, angepasste Arbeitszeiten, Schutzkleidung oder Kühlmöglichkeiten in Fahrzeugen und Krankabinen. Erstmals darf auch das Arbeitsinspektorat die Einhaltung kontrollieren.
Für Ammann ist klar: „Diese Verordnung darf kein zahnloser Tiger bleiben. Es braucht klare Regeln, funktionierende Kontrollen und Konsequenzen für Betriebe, die ihre Beschäftigten bei extremer Hitze ungeschützt arbeiten lassen.“ Besonders wichtig sei weiterhin die bestehende Hitzefrei-Regelung am Bau. Beschäftigte können ab 32,5 Grad im Schatten Hitzefrei erhalten und bekommen dabei weiterhin einen Teil ihres Lohnes ersetzt.
„Gerade am Bau sehen wir, wie dramatisch sich die Situation zuspitzt. Asphaltflächen, Beton und Dächer speichern die Hitze zusätzlich. Viele Beschäftigte arbeiten stundenlang in direkter Sonne. Da geht es längst nicht mehr um Komfort, sondern um Gesundheitsschutz und Menschenwürde“, so Ammann. „Die Arbeitswelt muss an die Klimarealität angepasst werden. Niemand darf sich für seinen Job krank arbeiten müssen“, stellt Ammann abschließend klar.