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Aktionswoche

Urlaubsgeld fällt nicht von Palmen

Eine Woche lang ist der ÖGB Vorarlberg im ganzen Land unterwegs, um Beschäftigte über die Bedeutung von Gewerkschaften und Kollektivverträgen zu informieren. Im Mittelpunkt steht dabei ein Thema, das für Hunderttausende Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer selbstverständlich erscheint, es aber keineswegs ist: das Urlaubs- und Weihnachtsgeld. „Viele Menschen wissen gar nicht, dass Urlaubs- und Weihnachtsgeld nicht gesetzlich vorgeschrieben sind. Es gibt sie, weil Gewerkschaften sie in den Kollektivverträgen durchgesetzt haben und Jahr für Jahr verteidigen. Ohne Gewerkschaft gäbe es kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld“, stellt ÖGB-Landesvorsitzender Reinhard Stemmer klar.

Für die meisten Beschäftigten in Österreich gehören das 13. und 14. Gehalt fest zum Jahresbudget. Ob Sommerurlaub, notwendige Reparaturen, Rücklagen für unerwartete Ausgaben oder die Finanzierung des Weihnachtsfestes – die Sonderzahlungen sind für viele Haushalte unverzichtbar. Dass sie heute für rund 98 Prozent der Beschäftigten in Österreich gelten, ist jedoch keine Selbstverständlichkeit, sondern das Ergebnis gewerkschaftlicher Arbeit und starker Kollektivverträge.

Wie wichtig die Sonderzahlungen für die Beschäftigten sind, zeigen zahlreiche Umfragen. Laut einer IFES-Erhebung im Auftrag der GPA ist das Weihnachtsgeld für 61 Prozent der Beschäftigten ein unverzichtbarer Bestandteil ihres Einkommens. Für mehr als die Hälfte hätte ein Wegfall gravierende oder sogar sehr gravierende Auswirkungen auf die persönliche finanzielle Situation. Viele Menschen verwenden die Sonderzahlungen längst nicht mehr nur für Urlaub oder Weihnachtsgeschenke, sondern auch für alltägliche Ausgaben, Rechnungen, Reparaturen oder zum Ausgleich gestiegener Lebenshaltungskosten. „Gerade die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie wichtig das 13. und 14. Gehalt für die Menschen ist. Wenn die Preise für Lebensmittel, Wohnen und Energie steigen, schaffen die Sonderzahlungen Luft zum Atmen. Sie sichern Lebensqualität und finanzielle Stabilität“, betont Stemmer.

Dass dies keineswegs überall selbstverständlich ist, zeigt ein Blick über die Grenzen. In Deutschland gibt es kein flächendeckendes Recht auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Ob Sonderzahlungen geleistet werden, hängt dort häufig vom jeweiligen Betrieb oder individuellen Vereinbarungen ab. In Österreich hingegen sorgen die Kollektivverträge dafür, dass nahezu alle Beschäftigten davon profitieren.

Im Rahmen der Aktionswoche macht der ÖGB Vorarlberg diese Zusammenhänge sichtbar. Mit großen Türmen aus Kartons wird auf öffentlichen Plätzen dargestellt, was Beschäftigte mit ihrem Urlaubs- und Weihnachtsgeld finanzieren können – vom Familienurlaub über den Einkauf bis hin zu Reparaturen oder Rücklagen für unerwartete Ausgaben. Daneben wird veranschaulicht, welche Folgen ein Wegfall der Sonderzahlungen für viele Haushalte hätte. „Es gibt immer wieder Stimmen aus liberalen Kreisen und von Arbeitgebervertreter:innen, die Kollektivverträge schwächen oder Sonderzahlungen infrage stellen wollen. Deshalb ist es wichtig, daran zu erinnern, wer diese Leistungen erkämpft hat und wer sie auch in Zukunft absichert“, sagt Stemmer.

Der ÖGB-Landesvorsitzende verweist dabei auf die zentrale Rolle der Mitglieder: „Je stärker die Gewerkschaften sind, desto besser können wir die Interessen der Beschäftigten durchsetzen. Das gilt für Lohnerhöhungen genauso wie für das Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Vereinfacht gesagt: Keine Gewerkschaft, kein Kollektivvertrag, kein 13. und 14. Gehalt.“ Mit der Aktionswoche will der ÖGB Vorarlberg daher nicht nur informieren, sondern auch Bewusstsein schaffen. „Hinter jeder Sonderzahlung stehen starke Gewerkschaften und engagierte Betriebsrät:innen, die gemeinsam für ein gutes Leben und faire Arbeitsbedingungen eintreten.“

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