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ÖGB
Just Transition

Green Jobs für eine gute Zukunft für alle

Mit dem Klimawandel ändert sich auch unsere Arbeitswelt. Der ÖGB setzt sich für nachhaltige, sichere Arbeitsplätze ein – und dafür, dass Arbeitnehmer:innen nicht auf der Strecke bleiben

Im Kampf gegen die Klimakrise setzt sich der ÖGB für eine „Just Transition“, also für einen gerechten Wandel ein, der niemanden zurücklässt. Für Arbeitnehmer:innen ist das besonders wichtig. Denn durch den Klimawandel, der zum Beispiel den Übergang von fossilen Brennstoffen zu nachhaltiger Energie verlangt, verändern sich auch die Arbeitsplätze. Einerseits gehen Jobs verloren, andererseits bieten sich Chancen für qualitativ hochwertige Beschäftigung in einer ökologisch und sozial nachhaltigen Wirtschaft.

Jobs, die einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, sprechen vor allem auch viele junge Menschen an. Sarah, 21, hat sich genau aus diesem Gedanken der Nachhaltigkeit für die Ausbildung zur Mechatronikerin beim Kaffeemaschinenproduzenten marzocco entschieden: „Mir ist die Umwelt wichtig und ich finde es super, dass unsere Kaffeemaschinen keinen Wegwerfmaschinen sind und bei guter Wartung 20 Jahre halten.” Zu ihrer Lehrstelle ist sie über die vom ÖGB geforderte Umweltstiftung gekommen, die Ausbildungen im Klima- und Umweltbereich vermittelt. 

Was sind Green Jobs? 

Die Bandbreite an sogenannten Green Jobs ist groß. Dazu zählen Berufe in Umweltsektoren wie etwa Abfall- und Ressourcenwirtschaft (z. B. Recycling), Green Mobility, Energie- und Gebäudetechnik, Land- und Forstwirtschaft sowie Forschung (Green Care), Bildung und Lebensstil. Sie umfassen alle Tätigkeiten, die darauf abzielen, die Umwelt zu schützen und gleichzeitig qualitativ hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen. So auch Sarahs Job als Mechatronikerin, die ihren Beitrag dazu leistet, Kaffeemaschinen nachhaltig über Jahre hinweg zu nutzen.

Aus Sicht des ÖGB bieten Green Jobs eine Antwort auf die drängenden Umweltprobleme und gleichzeitig eine Möglichkeit, die Arbeitswelt nachhaltig, fair und inklusiv zu gestalten.  

Lena, 30, aus Graz zog es nach ihrem abgeschlossenen Betriebswirtschafts-Studium und mehreren Jahren Arbeit im EU-Parlament in Brüssel ins Handwerk. Ihre Ausbildung bei aufgemöbelt KG fand auch sie durch die Umweltstiftung. „Was die Firma besonders macht, ist, dass extra darauf geschaut wird, dass sich Frauen und Flinta (Frauen, Lesben, inter, nicht-binäre, trans und agender Personen) im Handwerk wohlfühlen.”

Chance auf eine sozial gerechte Transformation

Es geht darum, die Vorteile des Strukturwandels zu nutzen und gleichzeitig die Beschäftigten zu unterstützen, die von Veränderungen betroffen sind. Schon jetzt und gerade in den nächsten Jahren wird der Ausbildung sowie der Um- und Weiterqualifizierung in den Betrieben während einer aufrechten Beschäftigung eine zentrale Rolle zukommen.  
Außerdem muss auf die Qualität der Arbeitsplätze hinsichtlich Qualifikation, Arbeitsbedingungen und Entgelt geachtet werden. Zentrale Eckpfeiler im Wandel der Arbeitswelt sind auch eine neue Verteilung von Arbeit durch Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich und eine staatliche Jobgarantie.

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Eine Arbeitszeitverkürzung mit zum Beispiel einem Arbeitstag weniger pro Woche würde Tonnen an CO2 im Jahr einsparen. Denn 85 Prozent der Pendler:innen in Österreich sind mit dem Auto unterwegs – das sind täglich rund 1,5 Millionen Menschen, die im Schnitt 28 km zurücklegen. Mit einer Arbeitszeitverkürzung und wenn zum Beispiel nur mehr an vier statt fünf Tagen pro Woche zu arbeiten, würde entsprechend Energie und Abgase einsparen und sich positiv auf das Klima und die Gesundheit der Arbeitnehmer:innen auswirken. 

Der ÖGB betrachtet Green Jobs als eine Chance für eine sozial gerechte Transformation der Wirtschaft. Dies bedeutet, dass bei der Schaffung von Green Jobs sowohl ökologische als auch soziale Aspekte gleichermaßen berücksichtigt werden müssen. Der Fokus liegt darauf, die Beschäftigten aktiv in den Wandel einzubeziehen, Jobverluste zu minimieren und gleichzeitig die Qualität der Arbeitsplätze zu verbessern.

Arbeitsstiftungen als wirksames Instrument 

Im April 2022 hat die vom ÖGB geforderte und dringend notwendige Umweltstiftung ihre Arbeit aufgenommen. Diese Arbeitsstiftung hat zum Ziel, bis zu 1.000 Arbeitslose in den Bereichen Umwelt und Nachhaltigkeit auszubilden. Sie unterstützt speziell Projekte, die umweltfreundliche Arbeitsplätze schaffen bzw. Menschen in Bereichen wie Abfall- und Ressourcenwirtschaft (z. B. Recycling), Green Mobility, Energie- und Gebäudetechnik, Land- und Forstwirtschaft sowie Forschung (Green Care) ausbilden.

Alle Infos zur Umweltstiftung auch auf www.aufleb.at

Darüber hinaus sind Arbeitsstiftungen ein wirksames Instrument, um den Arbeitsmarkt zu stabilisieren und ein jahrzehntelanges, bewährtes sozialpartnerschaftliches Modell, um Menschen vor Arbeitslosigkeit zu schützen. Sie schaffen Ausbildungsmöglichkeiten für arbeitslose Menschen und unterstützen sie, einen neuen Job zu bekommen.  

ÖGB-Programm für Green Jobs: 

Der ÖGB hat ein Programm, um Green Jobs in verschiedenen Bereichen zu unterstützen. Das beinhaltet Schulungen für Arbeitnehmer:innen und Hilfe für Unternehmen, umweltfreundliche Arbeitsplätze zu implementieren. 

  • Einführung einer staatlichen Jobgarantie zur Erhaltung des Lebensstandards bis eine neue, gleichwertige Anstellung im erlernten Beruf oder Weiterqualifizierung ermöglicht wurde. 
  • Arbeitszeitverkürzung ist innovativ zur Sicherung bestehender Arbeitsplätze bei sinkendem Arbeitsvolumen im Betrieb/in der Branche zu nutzen.  
  • In anderen Branchen: Eine Verteilung bestehender Arbeit auf mehr Köpfe durch Einstellung zusätzlicher Arbeitskräfte über eine Ausweitung des Solidaritätsprämienmodells und der dafür notwendigen Fördermittel.  
  • Eine generelle gesetzliche Arbeitszeitverkürzung mit vollem Lohn- und Personalausgleich.  
  • Bei klimapolitischen Maßnahmen sind geschlechtsspezifische Wirkungsanalysen sowie deren Auswirkungen auf die Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit zu berücksichtigen.  
  • Öffentliche Beschäftigungsprogramme zur Begleitung neuer arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen.  
  • Ausreichend Mittel und Verantwortlichkeiten für Aus- und Weiterbildung bei aufrechtem Arbeitsverhältnis (Training on the Job).  
  • Eine Weiterentwicklung der Kurzarbeit für klimabedingte Umstrukturierungsmaßnahmen sowie der notwendigen Aus- und Weiterbildungen.  
  • Weiterentwicklung bzw. Etablierung von Kompetenzen im Bereich der dualen Berufsausbildung sowie Schaffung neuer Berufsbilder.  
  • Ausbau von umweltbezogenen Arbeitsmarktstiftungen und Ausbildungszentren in klimatechnischen Zukunftsberufen (wie zum Beispiel der Umweltstiftung), wobei ein möglichst hoher Frauenanteil angestrebt werden soll.  
  • Regionale Betroffenheit (Arbeitsplatzverlust, neue Jobs, Wohnort etc.) als maßgebliches Kriterium für Qualifizierungsmaßnahmen.  

 

 

 

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