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zwei Männer halten sich an den Händen und springen ins Wasser. Türkises Wasser und Felsen am anderen Ufer. Urlaubsstimmung
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Weniger arbeiten, mehr vom Leben

Best-of: “So geht Arbeitszeitverkürzung”

Gleiches Geld, weniger Arbeit? Ja, das geht – und es werden immer mehr! Wir zeigen die besten Beispiele aus ganz Österreich

Die Beschäftigten in Österreich sehnen sich danach, weniger zu arbeiten. Noch nie haben so viele gesagt, dass sie sich mehr Freizeit und weniger Zeit im Job wünschen, wie der aktuelle Arbeitsklima Index beweist.

Der Wunsch verhallt nicht ungehört – immer mehr Firmen entscheiden sich dafür, die Arbeitszeiten zu verkürzen, nicht angerührt werden aber die Einkommen der Menschen. Also: Weniger Arbeit bei gleichem Lohn oder Gehalt. 

oegb.at hat mit einigen Unternehmen gesprochen, warum sie sich für eine Arbeitszeitverkürzung entschieden haben und wie die Beschäftigten reagieren. 

Unsere ArbeitnehmerInnen leisten tolle Arbeit und dafür sollen sie auch etwas bekommen, in unserem Fall mehr Freizeit.

Martin Wasif, Kubica-Geschäftsführer

Weniger ist mehr 

Seit Jänner arbeiten die Beschäftigten im Installationsbetrieb Kubica im steirischen Kirchberg an der Raab an vier statt an fünf Tagen, 35 statt 38,5 Stunden, und das bei gleichbleibender Bezahlung. „Unsere ArbeitnehmerInnen leisten tolle Arbeit und dafür sollen sie auch etwas bekommen, in unserem Fall mehr Freizeit“, erzählt uns Geschäftsführer Martin Wasif. 

Magnet für neue Fachkräfte

Hinter der kurzen Arbeitswoche steckt aber noch ein anderes Motiv, so Wasif: „Wir wollen für Fachkräfte attraktiv sein und dem Handwerk einen höheren Stellenwert geben. Wir wollen uns von anderen absetzen und etwas Ungewöhnliches bieten!“

Das sieht auch Miriam Walch, Kommunikationsleiterin der Firma "Hektar Nektar" so: „Die Viertagewoche bei uns zieht natürlich auch als Benefit, wenn wir in Ausschreibungen neue Leute suchen.“ Das Team des digitalen Marktplatzes für Honig arbeitet 32 Stunden, wird aber für 40 bezahlt.

Win-win-Situation für alle 

Von kürzeren Arbeitszeiten profitieren alle, ist Walch überzeugt: „Die Menschen sind am Ende der Arbeitswoche nicht fix und fertig oder ausgebrannt, weil sie deutlich mehr Zeit zur Entspannung haben.“ Dass weniger Zeit in der Arbeit weniger Stress und mehr Zufriedenheit bringt und sich auch positiv auf die Gesundheit auswirkt, davon ist auch die Geschäftsführung im Parkhotel Brunauer in Salzburg überzeugt.

Dort arbeiten die Menschen seit Mai 36 Stunden pro Woche und haben dann drei Tage frei haben. An ihrem Lohn bzw. Gehalt ändert sich nichts. 

“Lange Arbeitswochen führen bei vielen Menschen zu geistiger Erschöpfung und gesundheitlichen Beschwerden. Durch die 4-Tage-Woche möchten wir diesen Beschwerden vorbeugen, Burnouts vermeiden und unsere MitarbeiterInnen gesünder und zufriedener machen”, steht auch für Michael Hurnaus außer Frage. Er ist Gründer und Geschäftsführer von Tractive, seine MitarbeiterInnen arbeiten seit kurzem nur mehr 35 Stunden bei vollem Lohn und Gehalt.

Die Verkürzung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich ist die Zukunft. 

Charlotte Reiff, ÖGB-Expertin für Sozialpolitik

Zukunft der Arbeitswelt 

Das sind nur vier Beispiele von Firmen, die in eine neue Ära der Arbeitswelt gestartet sind. Die Zufriedenheit bei den Firmen aber auch den betroffenen Beschäftigten überrascht Charlotte Reiff, Expertin für Sozialpolitik im ÖGB, nicht: „Die Verkürzung der Arbeitszeit bei vollem Einkommensausgleich ist die Zukunft. Gerade junge ArbeitnehmerInnen fordern seit Jahren eine gute Work-Life-Balance. Aus vielen Studien und Beispielen aus der Arbeitswelt wissen wir, dass verkürzte Wochenarbeitszeiten eine deutliche Entlastung für Individuen, Familien und die Gesellschaft insgesamt bringen.“ 

UNTERSTÜTZE AUCH DU UNSEREN KAMPF FÜR EINE ARBEITSZEITVERKÜRZUNG
  • Der ÖGB setzt sich seit jeher für kürzere Arbeitszeiten bei vollem Lohn- und Personalausgleich ein
  • Wir begrüßen alle Formen der Arbeitszeitverkürzung, etwa die sechste Urlaubswoche oder reduzierte Tages- oder Wochenarbeitszeiten
  • Kürzere Arbeitszeiten sorgen auch dafür, dass mehr Menschen einen Job finden – gerade in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit ist die bessere Verteilung von Arbeit unumgänglich!
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