Das musst du über das Urlaubsgeld wissen
Gewerkschaftlich erkämpft

Was du über das Urlaubsgeld wissen musst

Wer bekommt Urlaubsgeld in Österreich, wann ist es am Konto und wie hoch ist es? oegb.at beantwortet die sieben dringendsten Fragen zum Urlaubsgeld

Das Urlaubsgeld ist in Österreich für viele ein wichtiger Lohn- bzw. Gehaltsbestandteil geworden. ArbeitnehmerInnen bessern damit nicht nur die Urlaubskassa auf, sondern füllen das Konto wieder auf oder verwenden es für anstehende Reparaturen.

Meist kommt das Urlaubsgeld wie selbstverständlich mit dem Junigehalt (bzw. -lohn) auf das Konto. Doch Gewerkschaften müssen das steuerlich begünstigte Urlaubsgeld jedes Jahr aufs Neue verteidigen. Wer Anspruch auf Urlaubsgeld in Österreich hat, wie es berechnet wird, wie hoch es ist und viele weitere Fragen beantwortet oegb.at.

Wieso bekommt man in Österreich Urlaubsgeld? Wo ist das Urlaubsgeld geregelt?

Es ist nicht, wie viele glauben, durch ein Gesetz vorgeschrieben, sondern in den Kollektivverträgen verankert. ArbeitnehmerInnen bekommen also ihr Urlaubsgeld, weil Gewerkschaften es erkämpft haben und es jedes Jahr aufs Neue verteidigen.

Urlaubsgeld – wie wir es kennen – gibt es seit den 1950er-Jahren. Die Gewerkschaften setzen sich seit damals für zusätzliche Löhne und Gehälter ein. Damit sollte der Lebensstandard der Angestellten und ArbeiterInnen weiter verbessert werden.

Wer bekommt Urlaubsgeld in Österreich? Bekomme ich Urlaubsgeld auch bei Teilzeitarbeit, geringfügiger Beschäftigung oder freiem Dienstvertrag?

Alle ArbeitnehmerInnen, die einem Kollektivvertrag unterliegen, bekommen grundsätzlich Urlaubsgeld unabhängig vom Stundenausmaß. Das bedeutet, dass auch geringfügig Beschäftigte oder Teilzeitbeschäftigte Urlaubsgeld vom Arbeitgeber erhalten müssen. Wer einen freien Dienstvertrag hat, hat keinen Anspruch auf Urlaubsgeld, außer es wurde persönlich vereinbart und im Vertrag festgehalten.

Wie hoch ist das Urlaubsgeld in Österreich? Ist das Urlaubsgeld steuerfrei?

Das Urlaubsgeld beträgt einen vollen Bruttomonatslohn bzw. ein volles Bruttomonatsgehalt. In der Regel bleibt netto aber etwas mehr als bei einem normalen Monatslohn/-gehalt über – denn im Gegensatz zu den regulären Einkünften wird das Urlaubsgeld zum Vorteil der ArbeitnehmerInnen günstiger besteuert. Wer nicht das ganze Jahr gearbeitet hat, bekommt das Urlaubsgeld anteilsmäßig auf die gearbeiteten Monate. 

Wann und wie wird das Urlaubsgeld in Österreich ausbezahlt?

Das Urlaubsgeld wird wie das monatliche Einkommen vom Arbeitgeber ausbezahlt – entweder einmalig und dann meist mit dem Junigehalt (bzw. -lohn) ausbezahlt oder auf zwei Etappen im Jahr aufgeteilt. In vielen Unternehmen ist es so, dass die sogenannten Sonderzahlungen, also das Urlaubs- und Weihnachtsgeld, quartalsweise auf vier Zahlungen im Jahr aufgeteilt werden.

Was passiert mit meinem Urlaubsgeld bei Kündigung?

Bei Ende des Dienstverhältnisses haben ArbeitnehmerInnen in Österreich für die gearbeiteten Monate Anspruch auf Urlaubsgeld. Die Höhe wird daher anteilsmäßig berechnet und ausbezahlt. 

Bekomme ich in Österreich auch Urlaubsgeld bei Krankheit?

Auch bei Krankheit haben ArbeitnehmerInnen Anspruch auf Urlaubsgeld, ebenso wie auf das normale Gehalt oder den Lohn.

Bekomme ich auch in Kurzarbeit Urlaubsgeld?

Wer aufgrund der Corona-Pandemie in Österreich gerade in Kurzarbeit ist, bekommt zwar ein geringeres Einkommen zwischen 80 und 90 Prozent des normalen Einkommens – Sonderzahlungen wie das Urlaubsgeld werden aber auf Basis des Kollektivvertrages, also in voller Höhe des normalen Einkommens vor Kurzarbeit, ausbezahlt.

                                                                                                                                                                          

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