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Das Weihnachtsgeld ist eine sogenannte Sonderzahlung, wurde von Gewerkschaften erkämpft und ist in den Kollektivverträgen verankert.

Mehr Geld

Das musst du übers Weihnachtsgeld wissen

Wer es bekommt, wie hoch es sein muss und wann das Extra-Gehalt bzw. der Extra-Lohn am Konto landet

In diesen Wochen landet das Weihnachtsgeld auf den Konten der ArbeitnehmerInnen. Dass es am Jahresende ein Extra-Gehalt bzw. einen Extra-Lohn gibt, ist für viele Beschäftigte in Österreich selbstverständlich.

„Viele glauben noch immer, dass das Weihnachts- und Urlaubsgeld gesetzlich geregelt wären. In Wahrheit sichern nur starke Gewerkschaften das Weihnachts- und Urlaubsgeld der ArbeitnehmerInnen“, so ÖGB-Arbeitsrechtsexpertin Charlotte Reiff.   

So gut wie alle Beschäftigten in Österreich bekommen Weihnachtsgeld

„Für 98 Prozent der ArbeitnehmerInnen in Österreich gilt ein Kollektivvertrag und sie haben daher Anspruch auf Weihnachtsgeld“, erklärt Reiff. Weihnachtsgeld ist eine sogenannte Sonderzahlung, wurde von Gewerkschaften erkämpft und ist in den Kollektivverträgen verankert.

Regelt weder Kollektivvertrag noch Arbeitsvertrag das Weihnachtsgeld, besteht auch kein Recht darauf, betont Reiff: „Für freie DienstnehmerInnen gibt es keine generelle Vereinbarung und daher auch keine Sonderzahlungen – also weder Weihnachtsgeld noch Urlaubsgeld.“

Allerdings: Auch Teilzeitbeschäftigte, geringfügig Beschäftigte, Lehrlinge und FerienjobberInnen haben Anspruch auf Weihnachtsgeld, so die Arbeitsrechtsexpertin.

GUT ZU WISSEN

Weihnachtsgeld ist eine jährliche Sonderzahlung (13. Gehalt) des Arbeitgebers – erkämpft von den Gewerkschaften

Weihnachtsgeld bekommen ArbeitnehmerInnen zusätzlich zum Gehalt oder Lohn

Gesetzlichen Anspruch auf das Weihnachtsgeld gibt es nicht, sondern es ist in den Kollektivverträgen geregelt

Weihnachtsgeld wird meistens mit dem Novembergehalt/-lohn überweisen 

Normalerweise ist das Weihnachtsgeld ein Monatslohn/-gehalt

Wie hoch das Weihnachtsgeld ist, hängt vom Kollektiv- oder vom Arbeitsvertrag ab, erklärt Reiff: „Normalerweise beträgt das Weihnachtsgeld einen Monatslohn/-gehalt und das auch noch steuerlich begünstigt. Überstunden und Prämien werden nur dann in die Berechnung des Weihnachtsgeldes miteinbezogen, wenn das der Kollektivvertrag vorsieht oder es eine Vereinbarung mit dem Arbeitgeber gibt.“

Bei Teilzeitbeschäftigten allerdings müssen regelmäßige Mehrstunden (nicht Überstunden!) beim Weihnachtsgeld immer berücksichtigt werden, sofern für die Mehrstunden nicht Zeitausgleich vereinbart ist.

Wichtig: Auch wer in Kurzarbeit ist oder war, bekommt das Weihnachtsgeld in voller Höhe, also vom ursprünglichen Lohn oder Gehalt. Dafür haben sich die Gewerkschaften eingesetzt. 

Nur wer das ganze Jahr beschäftigt war, bekommt Weihnachtsgeld in voller Höhe

Voraussetzung für das volle Weihnachtsgeld ist zudem die Beschäftigung während des gesamten Kalenderjahres. Ansonsten gebührt eine anteilige Auszahlung. „Wann das Weihnachtsgeld bezahlt werden muss, hängt vom Kollektivvertrag ab. Es kann zum Beispiel auch in zwei Teilbeträgen erfolgen und übers Kalenderjahr aufgeteilt werden. In den meisten Fällen muss es aber Ende November oder Anfang Dezember am Konto der ArbeitnehmerInnen sein“, unterstreicht Reiff.

Wichtiger Tipp: Sollte ein Anspruch auf Weihnachtsgeld bestehen, der Arbeitgeber es aber nicht bezahlen, ist es am besten, sich direkt an den Betriebsrat, die zuständige Gewerkschaft oder die Arbeiterkammer zu wenden.

ÖGB-Podcast: "Der Geldsegen am Jahresende" 

In unserem Podcast denken wir vor, warum es ein schwerer Fehler wäre, in der aktuellen Krise das Weihnachtsgeld zu beschneiden, wie es über unsere Grenzen hinweg mit Weihnachtsgeld aussieht und was es mit Weihnachtsgeldbetrügern auf sich hat! Jetzt reinhören: 

Weihnachtsgeld ist kein Geschenk des Himmels

Die Gewerkschaften müssen das Weihnachtsgeld jedes Jahr aufs Neue verteidigen!

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