AUVA-FlexTeam: Mehr Planbarkeit für Pflegekräfte
Selbst gewählte Arbeitszeiten, feste Anstellung und wechselnde Einsatzorte: Mit dem FlexTeam will die AUVA Pflegeteams entlasten und Beruf und Privatleben besser vereinbar machen.
Das Wichtigste in Kürze
- Das AUVA-FlexTeam soll kurzfristige Personalausfälle in Wiener Gesundheitseinrichtungen abfedern.
- Pflegekräfte können ihre Arbeitszeiten weitgehend selbst gestalten. Der Dienstplan muss spätestens am 15. des Vormonats feststehen.
- Die Beschäftigten sind fest angestellt und unterstützen je nach Bedarf unterschiedliche Stationen.
Der Dienstplan steht, doch dann fällt jemand aus. Für andere heißt das: einspringen, länger bleiben, private Termine verschieben. Mit dem sogenannten FlexTeam will die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) solche Engpässe abfedern und Pflegekräften mehr Planbarkeit ermöglichen.
Das Prinzip: Pflegekräfte geben an, wann und wie viel sie arbeiten möchten. Die AUVA plant, wo sie gebraucht werden. Die Beschäftigten sind fest angestellt und unterstützen je nach Bedarf unterschiedliche Stationen oder Einrichtungen.
Arbeitszeiten, die zum Leben passen
Arbeitsbeginn, Arbeitsende, Wochentage sowie Tag- oder Nachtdienste können die Beschäftigten weitgehend selbst wählen. Auch beim Stundenausmaß gibt es Spielraum – innerhalb der gesetzlichen und vertraglichen Grenzen. Der Dienstplan muss laut AUVA spätestens am 15. des Vormonats fixiert sein.
Das Modell richtet sich an diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger:innen, Pflegefachassistent:innen und Pflegeassistent:innen. Besonders angesprochen werden Menschen mit Betreuungspflichten, Studierende und Berufswiedereinsteiger:innen.
Dafür brauche es passende Arbeitsbedingungen, betont Martina Kronsteiner, Pflegedirektorin der AUVA: „Wir müssen parallel dazu die Arbeitsbedingungen in Österreich so modern und zeitgemäß gestalten, dass unsere top-ausgebildeten Pflegepersonen im Job bleiben wollen oder wieder in diesen zurückkehren.“
Wie funktioniert das AUVA-FlexTeam?
In der Region Ost umfasst das Modell das Traumazentrum Wien mit den Standorten Meidling und Brigittenau sowie das Rehabilitationszentrum Meidling. Fehlt auf einer Station Personal, springt das FlexTeam dort ein. Gibt es keinen Ausfall, arbeiten die Beschäftigten auf ihrer Stammstation. Die vereinbarten Dienste finden in jedem Fall statt.
Die AUVA sieht dafür eine strukturierte Einarbeitung und die Begleitung durch erfahrene Kolleg:innen vor. Das ist wichtig: Wechselnde Einsatzorte dürfen nicht bedeuten, dass Pflegekräfte ohne ausreichende Vorbereitung Aufgaben übernehmen müssen.
Weniger Einspringen: Entscheidend ist die Entlastung im Alltag
Mehr Einfluss auf die eigenen Arbeitszeiten kann helfen, Beruf und Privatleben besser zu vereinbaren. Entscheidend ist aber, ob auch die bestehenden Pflegeteams davon profitieren.
Müssen Beschäftigte tatsächlich seltener kurzfristig einspringen? Fallen weniger zusätzliche Arbeitsstunden an? Halten die vereinbarten Dienstzeiten? Ob das Modell seine Ziele erreicht, muss sich im Arbeitsalltag zeigen.
Flexible Arbeitszeitmodelle können eine Verbesserung sein. Sie ersetzen aber weder ausreichend Personal noch verlässliche Dienstpläne. Der ÖGB fordert deshalb bessere Arbeitsbedingungen und mehr Personal in der Pflege. Auch die ARGE Gesundheits- und Sozialberufe setzt sich für Verbesserungen im Berufsalltag ein.
Das AUVA-FlexTeam bietet die Chance, Arbeitszeiten stärker an das Leben der Beschäftigten anzupassen. Ob das gelingt, wird sich daran zeigen, wie viel Entlastung tatsächlich bei den Pflegeteams ankommt.
Quelle zum Arbeitszeitmodell: AUVA – FlexTeam Pflege Region Ost
Weiterführend: ÖGB-Themenseite Pflege