Zum Hauptinhalt wechseln
Unternehmen brauchen klare Regeln – doch Arbeitgebervertreter lassen Betriebe im Unklaren Dilok – stock.adobe.com

Gleichstellung

Lohntransparenz: Handeln statt blockieren!

Wer Transparenz blockiert, verhindert Gleichstellung: Unternehmen brauchen klare Regeln – doch Arbeitgebervertreter bremsen die Umsetzung und lassen Betriebe im Unklaren

Das Wichtigste in Kürze

  • EU-Lohntransparenzrichtlinie muss rasch und vollständig umgesetzt werden
  • Transparenz ist Voraussetzung für gleiche Bezahlung und echte Gleichstellung
  • Viele Unternehmen sind schlecht informiert und nicht vorbereitet
  • Arbeitgebervertreter blockieren Verhandlungen, statt Betriebe zu informieren
  • Unternehmen brauchen klare gesetzliche Vorgaben und Unterstützung 

Die Zeit drängt: Die EU-Lohntransparenzrichtlinie muss eigentlich bis Juni in Österreich umgesetzt werden. Sie ist ein zentraler Hebel für mehr Einkommensgerechtigkeit – besonders zwischen Frauen und Männern. Doch von Arbeitgeberseite werden die Verhandlungen blockiert und hinausgezögert. Im schlimmsten Fall führt das zu einem Vertragsverletzungsverfahren inklusive Strafzahlungen – die wir dann alle bezahlen müssen.

Dorottya Kickinger, ÖGB-Bundesfrauensekretärin, kritisiert außerdem: „Wer Transparenz verhindert, stellt sich gegen Gleichstellung und verteidigt unfaire Machtverhältnisse in der Arbeitswelt.“ 

Eine aktuelle Studie von Deloitte zeigt deutlich, wie groß der Handlungsbedarf ist: Viele Unternehmen sind schlecht informiert und kaum vorbereitet. Zwei Drittel wissen wenig oder gar nichts über die neuen Pflichten, mehr als die Hälfte kennt nicht einmal mögliche Konsequenzen bei Nicht-Umsetzung. Gleichzeitig wird in vielen Betrieben weiterhin kaum über Einkommen gesprochen – Transparenz ist noch immer die Ausnahme.

Unternehmen wollen Klarheit – doch sie bekommen sie nicht

Die Studie macht auch eines klar: Unternehmen fordern Orientierung und Unterstützung. Sie wollen wissen, was konkret auf sie zukommt. Dass diese Informationen fehlen, ist kein Zufall. Arbeitgebervertreter leisten hier offensichtlich nicht die nötige Arbeit, um Betriebe rechtzeitig vorzubereiten. Stattdessen werden Verhandlungen verzögert und blockiert. 

Das ist verantwortungslos. Denn klar ist: Ohne klare gesetzliche Regeln können Unternehmen die Lohntransparenzrichtlinie nicht umsetzen. Ungleichheit und unfaire Machtverhältnisse bleiben bestehen. Und Frauen verdienen nach wie vor weniger für die gleiche Arbeit.

Erhalte jede Woche alle wichtigen Infos rund um die Arbeitswelt!
Jetzt Newsletter abonnieren!

Transparenz ist Voraussetzung für Fairness

Noch immer gibt rund ein Viertel der Unternehmen keine Informationen über durchschnittliche Einkommen weiter. Nur ein kleiner Teil macht Gehälter und Löhne wirklich transparent und zugänglich. Genau hier setzt die EU-Richtlinie an: Beschäftigte sollen endlich wissen, wie Einkommen zustande kommen, wie viel andere für gleichwertige Arbeit verdienen und ob sie fair bezahlt werden. 

Das ist keine bürokratische Spielerei, sondern eine Frage der Gerechtigkeit. Transparenz schafft die Grundlage dafür, Diskriminierung sichtbar zu machen und zu beseitigen. Ohne diese Offenheit bleibt der Gender Pay Gap bestehen.

Ausreden statt Lösungen? Das können wir uns nicht leisten 

Ein Teil der Unternehmen sieht in der Richtlinie vor allem Aufwand oder zweifelt an ihrem Nutzen. Diese Haltung greift zu kurz. Denn Gleichstellung ist kein optionales Ziel, sondern eine Verpflichtung. Und wer fair bezahlt, ist ein attraktiverer Arbeitgeber und hat weniger Probleme, Fachkräfte zu finden.

Wer hier bremst, verhindert Fortschritt und hat offenbar ein Problem mit Gleichberechtigung. 

Es braucht klare gesetzliche Rahmenbedingungen, verständliche Vorgaben und praktische Unterstützung für Betriebe und Betriebsräte – damit endlich beseitigt wird, was schon lange schiefläuft. Faire Bezahlung ist ein Recht und kein Extra. Gleichzeitig müssen Blockaden auf Arbeitgeberseite beendet werden. 

Unser Ziel: Gleiche Bezahlung für gleichwertige Arbeit 

Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie ist ein wichtiger Schritt hin zu fairen Einkommen und mehr Gleichstellung. Sie muss vollständig und ohne Verzögerung umgesetzt werden. Beschäftigte haben ein Recht auf Transparenz – und auf faire Bezahlung.

Wer das verhindert, verteidigt ungleiche Machtverhältnisse.