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Automatisch & ohne Antrag

Steuerausgleich ohne Antrag ans Finanzamt: Wie funktioniert es und wann muss man selbst einen Antrag stellen?

Seit 2017 ist es einfacher, zu viel bezahlte Steuern vom Finanzamt zurückzubekommen. Denn für den sogenannten Steuerausgleich ist in manchen Fällen kein Antrag mehr notwendig.

Für die „automatische ArbeitnehmerInnenveranlagung“ müssen allerdings folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Es dürfen keine „Pflichtveranlagungsgründe“ vorliegen (zum Beispiel mehr als ein lohnsteuerpflichtiges Einkommen oder Krankengeld gleichzeitig erhalten).
  • Sie haben bis zum 30. Juni des Folgejahres noch keinen Antrag beim Finanzamt eingereicht.
  • Aufgrund der Daten ist anzunehmen, dass sie ausschließlich Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit bezogen haben.
  • Die Veranlagung ergibt eine Gutschrift.
  • Das Finanzamt kann aufgrund der Aktenlage auch annehmen, dass sich die Gutschrift durch die Geltendmachung weitere Abschreibungen nicht erhöht.

Werden die Voraussetzungen erfüllt, erhalten Sie in der zweiten Jahreshälfte vom Finanzamt ein Informationsschreiben mit der zu erwartenden Gutschrift. Sie können damit alle Daten überprüfen und auch kontrollieren, ob das Finanzamt die richtigen Kontodaten für die Überweisung hat. Wenn alles passt, müssen Sie nichts weiter tun. Falls nicht, müssen Sie die Änderungen dem Finanzamt melden.

Was wird automatisch bei der ArbeitnehmerInnenveranlagung berücksichtigt?

Ab der ArbeitnehmerInnenveranlagung für 2017 werden Kirchenbeiträge, Spenden und Beiträge zur freiwilligen Weiterversicherung bzw. den Nachkauf von Versicherungszeiten automatisch berücksichtigt. Die Organisationen, die eine Spende erhalten haben, müssen dem Finanzamt die Daten bis Ende Februar übermitteln.

ACHTUNG:

Unbedingt selbst aktiv werden, wenn ...
Werbungskosten (z.B. Fortbildungskosten oder Betriebsratsumlage), Ausgaben für Personenversicherungen, außergewöhnliche Belastungen (wie etwa Kinderbetreuungs – oder Krankheitskosten), AlleinverdienerInnen – oder AlleinerzieherInnenabsetzbetrag und Kinderfreibetrag werden bei der „automatischen ArbeitnehmerInnenveranlagung“ nicht berücksichtigt – wer solche Ausgabe hat, muss auch künftig die ArbeitnehmerInnenveranlagung selbst abgeben.

Verzicht auf „automatische“
ArbeitnehmerInnen können auch auf die „automatische ArbeitnehmerInnenveranlagung“ verzichten – das ist aber nur dann sinnvoll, wenn sie noch Abschreibungen geltend machen wollen oder nicht lange auf ihr Geld warten wollen.

Späterer Antrag noch möglich
Wer automatisch veranlagt wird, hat wie bisher innerhalb von fünf Jahren die Möglichkeit, selbst einen Antrag abzugeben und weitere Abschreibungen geltend zu machen – und zwar auch dann, wenn zum Beispiel für 2018 eine Gutschrift durch die „automatische ArbeitnehmerInnenveranlagung“ erhalten worden ist.

Finanzamt wartet
Wenn Sie die Voraussetzungen für eine automatische Abschreibung erfüllen, aber in der Vergangenheit Abschreibungen gemacht haben, zum Beispiel den AlleinerzieherInnenabsetzbetrag, dann wartet das Finanzamt mit der automatischen Veranlagung. Spätestens nach zwei Jahren erfolgt aber jedenfalls die automatische ArbeitnehmerInnenveranlagung.

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