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iStock©Thapana Onphalai

Equal Pay Day 2026: Frauen haben genug vom Warten auf gleiche Einkommen

Dazu ÖGB-Landesfrauenvorsitzende Heitzinger: „Einkommenstransparenz endlich umsetzen – Faire Löhne und Gehälter brauchen keine Geheimniskrämerei, sondern Offenheit."

Frauen verdienen in Österreich noch immer weniger als Männer. Der Equal Pay Day macht jedes Jahr sichtbar, wie groß diese Einkommenslücke ist. In Oberösterreich fällt der Equal Pay Day heuer bereits auf den 23. Oktober, der durchschnittliche Einkommensunterschied zwischen vollzeiterwerbstätigen Frauen und Männern liegt bei 19,1 Prozent. „Der Equal Pay Day ist aber kein Aktionstag. Er ist die jährliche Rechnung dafür, dass Frauen noch immer einen Teil ihrer Arbeit gratis leisten müssen. Frauen haben genug vom Warten auf faire Einkommen“, sagt Christine Heitzinger, ÖGB-Landesfrauenvorsitzende in Oberösterreich.

Ein entscheidender Schlüssel dafür ist mehr Einkommenstransparenz. Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie soll Beschäftigten bessere Informationen darüber geben, wie Löhne und Gehälter festgelegt werden und was Kolleg:innen mit gleicher oder gleichwertiger Arbeit verdienen. Österreich hätte die Richtlinie bis zum 7. Juni 2026 umsetzen müssen, die Frist ist bereits verstrichen. „Es kann nicht sein, dass Arbeitgebervertreter die Richtlinie blockieren, nur weil sie sie nicht wollen. Wer Transparenz fürchtet, hat meistens einen Grund dafür. Faire Löhne und Gehälter brauchen keine Geheimniskrämerei, sondern Offenheit. Nur wer Unterschiede sichtbar macht, kann Ungerechtigkeit beseitigen“, so Heitzinger.

Teure Untätigkeit können wir uns nicht leisten

Bleibt Österreich bei der Umsetzung weiter säumig, droht ein EU-Vertragsverletzungsverfahren und im weiteren Verlauf können auch Strafzahlungen folgen. „Jeder Euro, der in Strafzahlungen fließt, fehlt bei Kinderbildung und -betreuung, Pflege und echter Chancengleichheit. Die Einkommensschere fällt nicht vom Himmel. Sie wird gemacht und sie kann geschlossen werden“, bekräftigt die Landesfrauenvorsitzende.

Was Beschäftigte schon jetzt tun können

Wer vermutet, für gleiche oder gleichwertige Arbeit schlechter bezahlt zu werden, kann sich an den Betriebsrat oder die Gewerkschaft wenden. Unter bestimmten Voraussetzungen können einzelne Informations- und Auskunftsrechte der EU-Richtlinie bereits jetzt relevant sein.

Die ÖGB-Frauen fordern:

  • rasche und bestmögliche Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie, ohne Schlupflöcher
  • transparente, objektive, nachvollziehbare und geschlechtsneutrale Kriterien für die Festsetzung von Gehältern, Löhnen sowie für Boni, Zulagen und Prämien
  • wirksame Maßnahmen gegen ungerechtfertigte Einkommensunterschiede
  • Schluss mit der Blockade der Arbeitgebervertreter bei der Lohntransparenz; das Sozialpartnerpapier zur Umsetzung ist praktisch fertig
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