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Matej Kastelic

Equal Pension Day:

43,4 Prozent weniger Pension für Frauen

Am 25. Juli ist in Tirol der Equal Pension Day, jener Tag, ab dem Frauen bis ans Jahresende im Vergleich zu Männern keine Pension mehr bekommen. Das ist nicht die Folge einer Reihe persönlicher Entscheidungen, der Grundstein für diese Ungleichheit wird schon am ersten Arbeitstag im Leben einer Frau gelegt. Durchschnittlich erhalten Tirolerinnen 43,4 Prozent weniger als Tiroler.

Bittere Rechnung im Alter

Frauen bekommen in Tirol durchschnittlich 1.475 Euro brutto Pension, Männern erhalten mit 2.606 Euro brutto fast doppelt so viel. Der erste Blick auf das Pensionskonto: für viele ein Schock gepaart mit Unwissenheit, weiß ÖGB-Landesfrauenvorsitzende Sonja Föger-Kalchschmied aus Erfahrung: „Die Pensionen errechnen sich natürlich am Erwerbsleben – die unbezahlte Care-Arbeit und die daraus resultierende Teilzeitarbeit über Jahre aber auch die prinzipiell schlechtere Bezahlung in frauendominierten Branchen schlagen sich bei vielen Frauen in der niedrigen Pension nieder. Das ist kein persönliches Schicksal, sondern ein ganzes Systemversagen!“

Egal  ob magere Einstiegsgehälter, Karriereknicke infolge von Karenz oder prekäre Jobs: Die Schieflage bei den Pensionen hat viele Ursachen, der gemeinsame Nenner findet sich aber im Arbeitsleben der Frauen. „Gute Arbeit und faire Entlohnung sind die wirksamsten Mittel, um in Würde zu altern“, weiß auch ÖGB-Landespensionist:innenvorsitzende Johanna Wieser. „Daher sind höhere Mindestlöhne- und Gehälter in typischen Frauenberufen genauso wichtig wie ein Vollzeitrecht für Frauen, die auch in Vollzeit arbeiten möchten. Hier gibt es noch viel zu tun, damit Frauen nicht in die Altersarmut abrutschen!“ Jede fünfte Frau in Österreich ist derzeit von Altersarmut betroffen.

Pensionssystem ist sicher

"Das österreichische Pensionssystem ist sicher, der Generationenvertrag geht auf – auch wenn neoliberale Angstmacher gerne das  Gegenteil behaupten. Jung und Alt tragen einander in einer solidarischen Gesellschaft“, ist sich Wieser sicher. Woran laut der Gewerkschafterin tatsächlich gearbeitet werden muss: Aufklärung und echte Wahlfreiheit für Frauen, fairere Chancen in der Arbeitswelt mit gleicher Bezahlung für gleichwertige Arbeit sowie flächendeckenden und kostengünstigen Kinderbildungs- & Pflegeangebote.

Föger-Kalchschmied betont abschließend: „Pensionen sind eine der größten Errungenschaften, für die die Gewerkschaftsbewegung gekämpft hat. Teilhabe am Sozialleben richtet sich aber leider nach der Größe der Geldbörse: Mit den richtigen politischen Hebeln schaffen wir soziale Gerechtigkeit für den letzten Lebensabschnitt, damit niemand zurückgelassen wird!“

Acht Hebel gegen die Pensionslücke

Wer die Pensionslücke schließen will, muss die Ursachen an der Wurzel packen.

Der ÖGB fordert:

 

  • Kinderbetreuungsgarantie: Flächendeckender, kostenloser und ganztägiger Ausbau.
  • Pflege-Offensive: Stärkere Infrastruktur, mehr Personal und echte Entlastung für pflegende Angehörige.
  • Fair Pay: Höhere Mindestlöhne und -gehälter in typischen Frauenberufen.
  • Vollzeitrecht: Ein gesetzlicher Anspruch auf Aufstockung statt erzwungener Teilzeit.
  • Halbe-Halbe bei Care-Arbeit: Gerechte Aufteilung der unbezahlten Arbeit.
  • Lohntransparenz jetzt: Rasche Umsetzung der EU-Richtlinie gegen den Gender Pay Gap.
  • Sichere Karenz: Bessere Bewertung der Kindererziehungszeiten in der Pensionsversicherung.
  • Starkes staatliches System: Konsequenter Schutz vor schleichender Privatisierung.
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