Keine Panikmache rund um unsere Pensionen!
Internationaler Vergleich: Österreich im Spitzenfeld
Das österreichische Pensionssystem steht derzeit hart in der Kritik. „Zu Unrecht, denn der internationale Vergleich bestätigt: Die Panikmache ist völlig unbegründet“, fordert Tirols geschäftsführende ÖGB-Landesvorsitzende Sonja Föger-Kalchschmied mehr Sachlichkeit in der Diskussion.
Oft heißt es, das gesetzliche Pensionssystem in Österreich sei „zu teuer“ und stehe kurz vor dem Kollaps. „Das stimmt so nicht. Tatsächlich beteiligt sich der Staat bewusst an der Finanzierung – als Ausdruck sozialer Verantwortung und Solidarität. Dieses Steuergeld sorgt dafür, dass auch Menschen eine faire Pension bekommen, die zum Beispiel Kinder erzogen haben oder krank waren“, betont Föger-Kalchschmied. „Diese Sicherheit ist kein Luxus, sondern die Basis für eine solidarische Gesellschaft und seit Beginn fix vorgesehener Finanzierungsbestandteil unserer Pensionen.“
Überlange Arbeitszeiten bringen Finanzhaushalten kaum Entlastung
Auch dem internationalen Vergleich hält Österreich stand. In Deutschland beispielsweise wurde das System kaputtgespart, zudem zahlen nicht alle in denselben Topf ein. Die Folge sind deutlich niedrigere Pensionen und ein hohes Maß an Altersarmut. In den Niederlanden liegt das Regelpensionsalter bereits bei 67 Jahren und steigt in den kommenden Jahren auf bis zu 69 Jahre an. In Schweden steigt das Regelpensionsalter schrittweise auf 70 an, in Dänemark gar bis 74 Jahre. Und trotzdem müssen diese Staaten wesentlich mehr für ihre Pensionen aufwenden als Österreich.
Hohe Verwaltungskosten und ineffiziente Systeme
Während sich in Österreich die Pensionsversicherungsbeiträge auf 9,8 Prozent des BIP belaufen und stabil bleiben und die aus dem Budget an die Pensionsversicherung überwiesenen Mittel 3,7 Prozent des BIP betragen, müssen beispielsweise in den Niederlanden Dienstnehmer und Dienstgeber 10,6 Prozent des BIP zahlen. In Dänemark liegen die Beiträge gar bei 15 Prozent, in Schweden bei 9 Prozent des BIP. In allen drei Ländern wird auf ein Zwei-Säulen-Modell gesetzt, also auf ein öffentliches sowie kapitalgedecktes System. Die bereinigte Abgabenquote ist in allen drei Ländern deutlich höher als in Österreich. Die Gründe sind die enorme Ineffizienz dieser Pensionssysteme, unter anderem aufgrund enorm hoher Verwaltungskosten. Im österreichischen Pensionssystem betragen die Verwaltungskosten hingegen nur 1,3 Prozent.
„Man sieht: Auch wenn das Pensionsantrittsalter in unzumutbare Höhen geschraubt wird, profitiert der Staat nicht davon. Im Gegenteil: Es ist zu erwarten, dass bei einem späteren Pensionsantritt immer mehr Menschen vorzeitig aus dem Erwerbsleben ausscheiden und somit trotz jahrzehntelanger Beitragszahlungen enorme Abschläge hinnehmen und schlussendlich im Alter jeden Euro umdrehen müssen“, sieht Föger-Kalchschmied keinerlei Notwendigkeit, das Pensionsantrittsalter in Österreich weiter anzuheben und fordert ein Ende der mühseligen Diskussionen.