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GPA Aktionswoche

So wirkt sich Corona auf das Urlaubsverhalten aus

Umfrage: Statt sich zu erholen, müssen 45 Prozent der befragten Eltern ihre Kinder betreuen und zwei Drittel der Befragten sind sogar im Urlaub telefonisch erreichbar

Viele ÖsterreicherInnen warten heuer nach Monaten des Lockdowns schon sehnlich auf den Sommerurlaub. Die Gewerkschaft GPA nahm die bevorstehende Urlaubszeit zum Anlass, Österreichs ArbeitnehmerInnen zu fragen, ob sich die Corona-Pandemie auf ihr Urlaubsverhalten und ihren Urlaubsverbrauch ausgewirkt hat. Ebenso wollte die GPA wissen, wofür die Menschen ihr Urlaubsgeld ausgeben.

4 von 10 Beschäftigten nutzen ihren Urlaub nicht zur Erholung

Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass sich die Corona-Pandemie stark auf das Urlaubsverhalten der unselbständig Beschäftigten ausgewirkt hat. 4 von 10 Beschäftigten nutzen laut Befragung ihren Urlaub nicht zur Erholung – das heißt sie konnten während der Corona-Krise im Urlaub nicht entspannen. Vor allem bei Kindern unter 15 Jahren musste jede/r zweite ArbeitnehmerIn (48%) einen Teil des Urlaubs rein für Kinderbetreuung nutzen.

Die Menschen brauchen dringend Normalität - auch beim Urlaub und der Erholung.

Barbara Teiber, GPA-Vorsitzende

„Die Menschen brauchen dringend Normalität auch beim Urlaub und bei der Erholung. Insbesondere Eltern wissen, wie anstrengend und fordernd die Betreuung schulpflichtiger Kinder im Homeschooling war. Hinzu kommt, dass die Ausnahmesituation viele von uns unter enormen psychischen Stress gesetzt hat“, sagt Barbara Teiber, Vorsitzende der Gewerkschaft GPA.

Recht auf Nicht-Erreichbarkeit im Urlaub

Laut aktueller Befragung der GPA sind zwei Drittel im Urlaub für ihren Arbeitgeber telefonisch erreichbar. 30 Prozent sogar jederzeit. Junge ArbeitnehmerInnen unter 25 mit geringem Einkommen stehen zu einem noch größeren Anteil (78%) zur Verfügung. In Betrieben mit Betriebsrat ist der Anteil geringer.

ArbeitnehmerInnen müssen ihren Sommerurlaub „normal“ konsumieren können – für Erholung, Ausflüge und Reisen, ohne erreichbar sein zu müssen. Dazu gehört auch, dass das Recht auf Nicht-Erreichbarkeit während des Urlaubs tatsächlich gelebt wird.

Überwältigende Mehrheit wünscht sich sechste Urlaubswoche

Die Umfrage bestätigt auch wie wichtig Erholung am Stück ist. 56 Prozent sagen, dass sie mindestens zwei Wochen durchgehend Urlaub benötigen, um erholt zu sein. Und satte 86 Prozent befürworten die 6. Urlaubswoche. 

Wir fordern einen Rechtsanspruch auf mindestens drei Wochen Urlaub in der schulfreien Zeit für Beschäftigte mit Kindern und die sechste Urlaubswoche für alle unselbständig Beschäftigten.

Barbara Teiber, GPA-Vorsitzende

„Aus zahlreichen Beratungsgesprächen und Rückmeldungen unserer Betriebsräte und Betriebsrätinnen wissen wir, dass der Arbeitsdruck im vergangenen Jahr stark gestiegen ist“, sagt die GPA-Vorsitzende und fordert "einen Rechtsanspruch auf mindestens drei Wochen Urlaub in der schulfreien Zeit für Beschäftigte mit Kindern und die sechste Urlaubswoche für alle unselbständig Beschäftigten.“

Urlaubsgeld für Reisen und besondere Anschaffungen

Die Hälfte der 800 durch das Institut Ifes Befragten verwendet ihr Urlaubsgeld für Urlaubsreisen, 44 Prozent zum Sparen für die Altersvorsorge oder für spätere Anschaffungen. 26 Prozent benötigen es für die Bestreitung der alltäglichen Ausgaben.

Und, auch wenn im Vergleich zum Jahr 2014 mehr Beschäftigte wissen, dass das Urlaubsgeld von den Gewerkschaften verhandelt wird, glauben fälschlicherweise immer noch 36 Prozent, dass die Sonderzahlungen auf ein Gesetz zurückzuführen sind. 

  

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