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Das österreichische Umlagesystem beruht auf Solidarität zwischen den Generationen. Dieser Generationenvertrag ist kein Auslaufmodell – er ist das Fundament unseres Sozialstaats. Deshalb dürfen Jung und Alt nicht gegeneinander ausgespielt werden. ÖGB - Roland de Roo

Equal Pension Day

Noch immer fast 40 Prozent weniger für Frauen

Die Pensionslücke ist kein Frauenproblem, sondern das Ergebnis schlechter Rahmenbedingungen. Wer sichere Pensionen will, muss bei fairen Arbeitsbedingungen ansetzen

Das Wichtigste in Kürze:

  • Am 9. August ist Equal Pension Day – ab diesem Tag arbeiten Frauen statistisch bis Jahresende gratis
  • Die Pensionslücke beginnt nicht erst im Alter, sondern schon beim ersten Job
  • Teilzeit, Care-Arbeit und niedrige Löhne führen zu niedrigeren Pensionen
  • Das gesetzliche Pensionssystem funktioniert und sichert Pensionen für alle Generationen
  • Gute Pensionen brauchen faire Löhne, gute Arbeitsbedingungen und gleiche Chancen

Die Pensionslücke beginnt nicht erst in der Pension. Sie beginnt beim ersten Job. Am 9. August, dem Equal Pension Day, macht der ÖGB darauf aufmerksam, warum Frauen deutlich weniger Pension bekommen als Männer – und warum das keine Frage individueller Entscheidungen, sondern der Rahmenbedingungen ist.

Die Pensionslücke beginnt beim ersten Job 

Frauen verdienen im Durchschnitt weniger als Männer, arbeiten häufiger in schlechter bezahlten Branchen und übernehmen nach wie vor den Großteil der unbezahlten Care-Arbeit. Viele reduzieren ihre Arbeitszeit, weil Kinder betreut oder Angehörige gepflegt werden müssen. Oft nicht freiwillig, sondern weil die notwendigen Rahmenbedingungen fehlen.

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Auch niedrige Einstiegsgehälter, prekäre Beschäftigung oder längere Erwerbsunterbrechungen wirken sich unmittelbar auf die spätere Pension aus. 

Die Folge: Frauen erhalten deutlich niedrigere Pensionen und sind wesentlich häufiger von Altersarmut betroffen.

Jede Entscheidung hat Auswirkungen – aber nicht jede Entscheidung ist freiwillig 

Ob Teilzeit, Karenz oder Pflege von Angehörigen: Jede Phase mit geringerem Einkommen oder ohne Pensionsbeiträge wirkt sich auf die spätere Pension aus.

Deshalb greift es zu kurz, Frauen für ihre Erwerbsbiografien verantwortlich zu machen. Viele Entscheidungen entstehen nicht aus freier Wahl, sondern weil Betreuungsangebote fehlen, Pflegearbeit übernommen werden muss oder Vollzeitbeschäftigung schlicht nicht möglich ist. 

Wer die Pensionslücke schließen will, muss deshalb dort ansetzen, wo sie entsteht: im Arbeitsleben.

Pensionen sind sicher – der Generationenvertrag funktioniert

Rund um Pensionen wird oft der Eindruck vermittelt, das gesetzliche Pensionssystem sei nicht mehr finanzierbar. Das stimmt nicht. 

Das österreichische Umlagesystem beruht auf Solidarität zwischen den Generationen. Die Arbeitnehmer:innen von heute finanzieren die Pensionen der heutigen Pensionist:innen. Gleichzeitig haben die älteren Generationen mit ihrer Arbeit und ihren Beiträgen den Wohlstand geschaffen, von dem wir heute profitieren.

Der Generationenvertrag ist kein Auslaufmodell – er ist das Fundament unseres Sozialstaats. Deshalb dürfen Jung und Alt nicht gegeneinander ausgespielt werden. 

Gute Pensionen brauchen gute Rahmenbedingungen

Wer faire Pensionen will, muss faire Arbeitsbedingungen schaffen. Der ÖGB fordert deshalb:

  • den flächendeckenden Ausbau kostengünstiger, ganztägiger Kinderbetreuung
  • eine bessere Pflegeinfrastruktur und mehr Unterstützung für pflegende Angehörige 
  • höhere Einkommen in frauendominierten Branchen
  • ein Recht auf Vollzeit statt unfreiwilliger Teilzeit 
  • eine faire Verteilung von unbezahlter Care-Arbeit
  • wirksame Maßnahmen gegen den Gender Pay Gap – rasche, lückenlose Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie
  • eine bessere Bewertung der Kindererziehungszeiten in der Pensionsversicherung.
  • starke gesetzliche Pensionen statt einer schleichenden Privatisierung der Altersvorsorge  

Gute Pensionen gehen uns alle an

Der Equal Pension Day ist nicht nur ein Frauenthema. Er betrifft junge Menschen, Arbeitnehmer:innen, Pensionist:innen – kurz: alle Generationen. 

Denn gute Pensionen fallen nicht vom Himmel. Sie entstehen durch gute Arbeit, faire Einkommen und ein starkes gesetzliches Pensionssystem.

Solidarität kennt kein Alter. Gute Pensionen sichern Zukunft – für alle Generationen. 

 

 

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