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	Mit dem Auto in die Arbeit?. 2 von 3 ArbeitnehmerInnen würden bei entsprechendem Ausbau auf die Öffis umsteigen
ÖBB
Steuertipp

Pendlerpauschale beantragen: Alles, was du wissen musst

Die wichtigsten Fragen beantwortet

Mehr als die Hälfte aller Beschäftigten in Österreich pendelt in die Arbeit, im Burgenland sind es sogar 80 Prozent. Während in der Bundeshauptstadt mehr als jedeR Zweite für den Arbeitsweg die Öffis benutzt und in Vorarlberg und Tirol immerhin jedeR Fünfte, lässt im Burgenland und der Steiermark kaum jemand das Auto in der Garage. 96 Prozent der PendlerInnen sind hier auf das eigene Fahrzeug angewiesen.

Um die ArbeitnehmerInnen, die den Arbeitsplatz nicht im eigenen Ort haben, finanziell zu unterstützen, gibt die sogenannte Pendlerpauschale. Sie kann jedes Jahr mit der Arbeitnehmerveranlagung geltend gemacht werden.

Dank des Einsatzes deiner Gewerkschaft bekommst du auch eine Pendlerpauschale, wenn du pandemiebedingt im Homeoffice warst.

 

Wie das geht und was du dabei beachten musst, hat oegb.at für dich zusammengefasst.

Hol mehr raus!

Bekommst du eine Pendlerpauschale, steht dir auch der sogenannte Pendlereuro zu. Für ihn musst du einfach die Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte mal zwei multiplizieren. Dieser Betrag wird dir einmal im Jahr direkt von der Steuer abgezogen.

Pendlerpauschale bevorzugt BesservierdienerInnen

Bei der Pendlerpauschale handelt es sich um eine Steuererleichterung, sie wird dir also vom zu versteuernden Einkommen abgezogen und die Steuer wird dann für den verbleibenden Betrag neu berechnet. Dadurch profitieren BesserverdienerInnen auch stärker von der Pendlerpauschale. Der ÖGB kämpft dafür, dass das Ausmaß der Begünstigung nicht mehr vom Einkommen, sondern von den zurückgelegten Kilometern abhängt. Auch die Auszahlung einer Negativsteuer soll möglich werden, damit auch Lehrlinge und Teilzeitbeschäftigte mit niedrigen Einkommen profitieren.

Kann ich die Pendlerpauschale auch beantragen, wenn ich im Homeoffice war?

Ja! Dank der Verhandlungen deiner Gewerkschaften steht dir bis 30. Juni 2021 und für November und Dezember 2021 die Pendlerpauschale auch dann zu, wenn du coronabedingt im Homeoffice warst. 

Für die Monate Juli bis Oktober gilt: Ab drei Tagen im Monat, an denen du gependelt bist, steht dir die Pendlerpauschale anteilig zu, ab zehn Tagen ganz. 

Tipp rund ums Homeoffice

 

  1. Pendlerpauschale und Homeoffice-Pauschale schließen einander nicht aus, du kannst also beides bekommen. Das hat der ÖGB für dich erreicht.
  2. Du hast dein Homeoffice in den Familienwohnsitz verlegt, statt vom näheren Zweitwohnsitz in die Arbeit zu fahren? Dann könnte dir die Pendlerpauschale zustehen!
Alles, was du zu Steuerbegünstigungen im Homeoffice wissen musst, findest du hier.

Wer bekommt die Pendlerpauschale?

Die Höhe der Pendlerpauschale hängt davon ab, wie weit und an wie oft du pendelst.  Bereits ab vier Tagen im Monat besteht ein Anspruch, ab elf Tagen pro Monat bekommst du den vollen Betrag.

Die Pendlerpauschale bekommst du auch während des Urlaubs und im Krankenstand (außer sie dauern ein ganzes Kalenderjahr), allerdings nicht während der Karenz. 

Auch Teilzeitbeschäftigten, die mindestens an einem Tag pro Woche zu ihrer Arbeitsstätte fahren, können die Pendlerpauschale beantragen.

Hast du einen Dienstwagen, steht dir keine Pendlerpauschale zu. 

Wie bekomme ich meine Pendlerpauschale?

Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder du beantragst die Pendlerpauschale schon unterm Jahr bei deinem Arbeitgeber, oder du lässt ihn dir nach Jahresende mit der Arbeitnehmerveranlagung von der Steuer abziehen.

Arbeitnehmerveranlagung – so einfach geht’s!

Obwohl es seit 2017 die automatische Arbeitnehmerveranlagung gibt, lohnt es sich in den meisten Fällen, sie selbst abzugeben. 

Alle Infos, Tipps und Tricks findest du hier.

Was, wenn ich nicht das Auto, sondern die Öffis benutze?

Ist dein Arbeitsweg mindestens 20 Kilometer lang und du kannst die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, steht dir die „kleine Pendlerpauschale“ zu. Der ÖGB fordert, die Pendlerpauschale so zu gestalten, dass diejenigen, die mit den Öffis zum Arbeitsplatz fahren, mehr bekommen – unabhängig von der Entfernung zwischen Wohnort und Arbeitsplatz. Leider ist die Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel derzeit noch kein Vorteil.

Wie hoch ist die Pendlerpauschale?

Das hängt davon ab, wie weit der Weg zur Arbeit ist. Man unterscheidet zwischen großer und kleiner Pauschale.

Ist dein Arbeitsweg mindestens 20 Kilometer lang und du kannst die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, steht dir die „kleine Pendlerpauschale“ zu. So kannst du zwischen rund 700 und 2.000 Euro im Jahr bekommen.

Ist die Benützung der Öffis nicht zumutbar (etwa aufgrund einer Behinderung), bekommst du die „große Pendlerpauschale“. Hier bekommst du schon ab einer Wegstrecke von zwei Kilometern zwischen rund 270 Euro und 3.700 Euro im Jahr. Mehr Informationen findest du hier.

Ob Anspruch auf eine Pendlerpauschale besteht, und wenn ja in welcher Höhe, kannst du mittels Pendlerrechner herausfinden. Welche Beihilfen dein Bundesland PendlerInnen gewährt, erfährst du hier.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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