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ÖGB - Österreichischer Gewerkschaftsbund

Unfair: Ab 21. Oktober arbeiten Frauen gratis

Die aktuellen Zahlen zum Equal Pay Day zeigen: Frauen verdienen 10.248 Euro weniger im Jahr als Männer

Obwohl Frauen seit 40 Jahren gleich bezahlt werden sollten, verdienen sie auch heute noch rund ein Fünftel weniger als Männer.

Jährlich grüßt der Equal Pay Day. Er markiert den Tag, ab dem Frauen in Österreich statistisch gesehen gratis arbeiten – heuer ist das ab dem 21. Oktober der Fall. In Zahlen ausgedrückt heißt das: Für die gleiche Arbeit verdienen Frauen 19,7 Prozent weniger als Männer. Ihnen entgehen damit 10.248 Euro im Jahr und sie arbeiten 72 Tage unbezahlt.

"Um 10.000 Euro könnte sich frau durchaus notwendige Dinge leisten, wofür sonst das Geld fehlt." Korinna Schumann, ÖGB-Vizepräsidentin

Rund um die Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt hat sich in den letzten Jahrzehnten viel getan. Bei der Erwerbstätigkeit haben Frauen stark aufgeholt, in puncto Bildung die Männer sogar überholt. Trotzdem verdienen sie noch immer um ein Fünftel weniger als ihre männlichen Kollegen. „Dass Frauen in Österreich jährlich rund 10.000 Euro weniger im Geldbörsel haben, ist nicht fair. Um dieses Geld könnte frau sich durchaus notwendige Dinge leisten, wofür sonst das Geld fehlt“, betont Korinna Schumann, ÖGB-Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende.

Die Gehälter der Beschäftigten in frauendominierten Branchen – insbesondere im Produktions- und Dienstleistungssektor, im Bereich Gesundheit, Pflege und Soziales – müssen daher stärker angehoben werden. „Nach wie vor sind traditionelle Berufe, in denen vor allem Frauen arbeiten, zu wenig wertgeschätzt. Das muss sich rasch ändern“, so Schumann. Insgesamt arbeiten 23 Prozent aller Frauen im Niedriglohnsektor, bei Männern sind es nur neun Prozent.

Es gibt aber viele andere Gründe, warum Frauen weniger verdienen:

  • Weil es immer mehr Teilzeitstellen gibt: Zwischen 1996 und 2016 hat sich der Anteil der Teilzeitbeschäftigten mehr als verdoppelt. Und 80 Prozent dieser Stellen sind mit Frauen besetzt, die oft aber mehr Stunden arbeiten würden.
  • Weil Kinderbetreuung fehlt: Aufgrund kurzer Öffnungszeiten, vieler Schließtage und hoher Kosten bleibt vielen Frauen – vor allem in ländlichen Regionen – nichts anderes übrig, als in Teilzeit zu arbeiten.
  • Weil Frauen den Löwinnenanteil der unbezahlten Arbeit leisten: Frauen verdienen zwar weniger und sind oft in Teilzeit, sie arbeiten aber insgesamt sogar mehr als Männer. Zählt man Erwerbstätigkeit, Haushaltstätigkeiten, Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen zusammen, kommen sie auf 65 Arbeitsstunden pro Woche.

Einkommensunterschiede beseitigen - die ÖGB-Frauen fordern:

  • Transparenz beim Einkommen: Einkommensberichte ab 100 Beschäftigte im Betrieb

  • Rechtsanspruch auf einen Gratis-Kinderbetreuungsplatz für jedes Kind ab dem 1. Lebensjahr, der Vollzeitarbeit ermöglicht

  • Flächendeckenden Ausbau der mobilen Dienste, Pflegeheime und Tageszentren

  • Väter müssen die Chance bekommen, sich stärker an der Familienarbeit zu beteiligen, Anreize für partnerschaftliche Teilung im Sozial- und Steuersystem müssen verstärkt werden

Equal Pay Day 2019: Zahlen, Daten, Fakten

  • 19,7 Prozent weniger als Männer bekommen Frauen (in Vollzeit) für gleichwertige Arbeit

  • 10.248 Euro im Jahr haben Frauen weniger im Geldbörsel. So viel kostet in etwa ein neuer Kleinwagen.

  • 72 Tage im Jahr arbeiten Frauen gratis – dieses Jahr ab dem 21. Oktober bis zum 31. Dezember 2019.

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