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Salzburg

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Elektronische Auftragsvergabe öffnet Lohn- und Sozialdumping Tür und Tor

Die Gewerkschaft Bau-Holz spricht sich klar gegen die elektronische Versteigerung von Bauaufträgen der Stadt Salzburg aus. Diese geplante Vorgehensweise würde einzig und allein dazu führen, dass die Auswahl der Anbieter nur noch über den Preis erfolgt. Soziale und ökologische Aspekte würden nicht mehr in die Auswahl einfließen. Dies hätte fatale Folgen für den Salzburger Arbeitsmarkt.

"Salzburg hatte Anfang Mai mit einem Plus von 15,2 % die größte Zuwachsrate an arbeitslosen Bauarbeitern", weiß Othmar Danninger, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Bau-Holz (GBH). "Wenn künftig nur noch Billigstbieter den Zuschlag für Bauprojekte erhalten, wird das die Arbeitslosenzahlen weiter in die Höhe schnellen lassen", ist Danninger besorgt. PolitikerInnen, die diese Entwicklung fördern, legt er ans Herz im Selbstexperiment zu erproben wie es ist mit 30 Euro täglich - dem durchschnittlichen Tagsatz des Arbeitslosengelds bei Bauarbeitern - sich und die Familie zu versorgen.  
Wie die Erfahrung gezeigt habe, werde der Preiskampf nämlich einzig und allein auf dem Rücken der Arbeiter ausgetragen. "Kontrollen der Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskassa (BUAK) belegen, dass gerade Billiganbieter die Rechte der Arbeitnehmer vielfach ignorieren. Bauarbeiter aus Portugal oder Osteuropa werden zwar offiziell nach Kollektivvertrag entlohnt, bei intensivem Nachfragen stellt sich oftmals jedoch heraus, dass ihnen tatsächlich erheblich weniger ausbezahlt wird", erklärt Danninger. "Es ist für uns daher inakzeptabel, dass nunmehr genau jene Firmen belohnt werden sollen, die die Arbeitnehmerrechte am stärksten mit Füßen treten."
Danninger fordert von der Politik den Willen zur Gestaltung ein. "Die Politik sollte die Lebenswelt der Menschen zum positiven verändern. Indem Lohn- und Sozialdumping Tür und Tor geöffnet werden, wird genau das Gegenteil erreicht. Politiker, die diese Chance nicht nutzen, sollten sich einen anderen Job suchen", schließt der GBH-Vorsitzende.

Hintergrundinfo: Die Gewerkschaft Bau-Holz hat bereits im Juni vergangenen Jahres gemeinsam mit den Bausozialpartnern und GLOBAL 2000 die Initiative "BAU auf A" gestartet. Die Initiative soll einen fairen Wettbewerb sichern und die Konsumenten schützen.

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