Zum Hauptinhalt wechseln
Die Zahl der Hitzetoten am Arbeitsplatz in der EU ist seit dem Jahr 2000 um 42 Prozent gestiegen. Kiko Jimenez – stock.adobe.com

Vorbild Fußball-WM: Trinkpausen auch am Arbeitsplatz!

EGB fordert Recht auf Hitzepausen, Wasser und Schatten

Die Zahl der Hitzetoten am Arbeitsplatz in der EU ist seit dem Jahr 2000 um 42 Prozent gestiegen. Gleichzeitig ist die Zahl der Menschen, die bei der Arbeit Hitzewellen ausgesetzt sind, um 60 Prozent gestiegen – Tendenz weiter steigend.

Nicht nur in Österreich schrillen deshalb die Alarmglocken. Hier ist seit Jahresbeginn eine von der Gewerkschaft Bau-Holz lange geforderte Hitzeschutzverordnung für Arbeiten im Freien in Kraft. Jetzt fordert auch der Europäische Gewerkschaftsbund (EGB) Maßnahmen auf EU-Ebene.

Pause, Wasser und Schatten nicht nur für Fußballer

Nach der Kampagne der Fußballergewerkschaft FIFPRO für Pausen gibt es in jeder Halbzeit nach 22 Minuten obligatorische Pausen, damit sich die Spieler sich ausruhen und Wasser trinken können. Arbeitgeber sollten sich davon inspirieren lassen und darauf aufbauen, indem sie gemeinsam mit den Gewerkschaften allen Arbeitnehmer:innen das Recht auf Pausen ohne Lohnausfall, sowie auf Wasser, Schatten und Toiletten gewähren.

Erhalte jede Woche alle wichtigen Infos rund um die Arbeitswelt!
Jetzt Newsletter abonnieren!

Beschäftigte brauchen mehr als drei Minuten Erholung

„Diese Abkühlpausen machen Milliarden von Fußballfans weltweit die Gefahr deutlich, die extreme Hitze für Beschäftigte darstellt. Sie rücken die Maßnahmen, die zum Schutz der Menschen ergriffen werden können, in den Fokus“, sagt EGB-Präsident Wolfgang Katzian. Bauarbeiter:innen, Obstpflücker:innen, Dachdecker:innen und viele mehr im Freien Beschäftigte brauchen viel länger als drei Minuten, um sich erholen zu können.

Verbindliche Hitzeschutzregeln

„Eine Pause bei hohen Temperaturen einzulegen, ist eine Vorsichtsmaßnahme, die dem gesunden Menschenverstand entspricht, doch zu viele Arbeitgeber weigern sich, diese und andere notwendige Maßnahmen umzusetzen oder sie auch nur mit den Gewerkschaften zu besprechen“, kritisiert EGB-Generalsekretärin Esther Lynch. Das führe zu einer steigenden Zahl vermeidbarer Todesfälle an europäischen Arbeitsplätzen. „Deshalb muss die EU Kommission im Rahmen verbindlicher Rechtsvorschriften zu maximalen Arbeitstemperaturen im ‚Quality Jobs Act‘ allen Arbeitnehmer:innen das gesetzliche Recht auf längere Pausen einräumen“, fordert Lynch.