Just Transition: Gewerkschaften gestalten den Wandel mit
Europäischer Austausch in Wien
Das Wichtigste in Kürze:
- Gewerkschafter:innen aus ganz Europa haben über einen sozial gerechten Übergang („Just Transition“) zu einer klimafreundlichen Wirtschaft gesprochen
- Der grüne Wandel betrifft nicht alle gleich: Je nach Branche und Region sind die Auswirkungen unterschiedlich
- Gewerkschaften helfen dabei, diesen Übergang zu gestalten. Dafür ist es wichtig, dass sie verhandeln können.
Wie schaffen wir den Umstieg in eine klimafreundliche Wirtschaft, ohne dass Beschäftigte auf der Strecke bleiben? Mit dieser Frage beschäftigten sich von 19. bis 21. Mai 2026 mehr als 20 Gewerkschafter:innen aus ganz Europa bei einem internationalen Seminar des European Trade Union Institute (ETUI) im Catamaran in Wien. Organisiert wurde die Veranstaltung gemeinsam mit dem ÖGB Klimabüro und dem finnischen Gewerkschaftsbund SAK.
Im Mittelpunkt stand das Thema „Just Transition“- der sozial gerechte Übergang zu einer klimafreundlichen Wirtschaft. Ausgangspunkt war die Resolutions des Europäischen Parlaments für eine europaweite Just-Transition-Richtlinie. Sie soll einen einheitlichen Rechtsrahmen schaffen und insbesondere das Recht auf Weiterbildung („right to training“) während der Arbeitszeit verbindlich ermöglichen.
Gute Ideen aus ganz Europa
Das Seminar bot viel Raum für Austausch zwischen Gewerkschafter:innen aus verschiedenen Ländern und Branchen. Gemeinsam diskutierten die Teilnehmer:innen konkrete Best Practice Beispiele aus Österreich sowie weiteren EU-Ländern.
Zusätzlich brachte ein Fachpanel neue Perspektiven in die Diskussion. Vertreter:innen des Umweltministeriums (BMLUK) sowie Gewerkschafter:innen aus Österreich und Schweden zeigten, wie ihre Länder mit dem Wandel umgehen. Neben aktuellen Entwicklungen ging es vor allem auch um politisch-rechtlichen Rahmenbedingungen, wie die Umsetzung des EU-Rechtsakt zur beschleunigten Dekarbonisierung der Industrie (Industrial Accelerator Act).
Gewerkschaften gestalten die Zukunft aktiv mit
Dabei wurde schnell klar: Der grüne Strukturwandel trifft nicht alle gleich. Je nach Branche und Region sind die Herausforderungen ganz unterschiedlich. Besprochen wurden deshalb Lösungsansätze auf unterschiedlichen Ebenen: von staatlichen Strategien, sozialpartnerschaftlichen Initiativen bis betrieblichen Praxisbeispielen.
Im Zentrum stand die Verbesserung der eigenen Verhandlungsfähigkeiten, insbesondere die Frage, wie Gewerkschaften verschiedene Aspekte der Just Transition in unterschiedlichen Verhandlungssituationen einbringen können. In interaktiven Übungen, Rollenspielen und anhand von Fallbeispielen arbeiteten die Teilnehmer an Strategien für Verhandlungen rund um realitätsnahe Just-Transition-Prozesse.
Bildungsangebote stetig ausgeweitet
Damit wurde das Ziel des Seminars erreicht: Gewerkschafter:innen weiter zu stärken, damit sie den Wandel aktiv und sozial gerecht begleiten können. Gerade in Zeiten großer wirtschaftlicher und ökologischer Veränderungen braucht es starke Interessenvertretungen, die Beschäftigte unterstützen und ihre Rechte absichern.