Arbeitsmarktpolitik

Regierung will mehr Fachkräfte für weniger Geld

Rot-Weiß-Rot-Card: Senkung von Mindesteinkommensgrenzen fördert Lohndumping

Im Ministerrat Ende Februar hat die Bundesregierung angekündigt, die Rot-Weiß-Rot-Card zu modernisieren. Die Karte berechtigt Personen aus Drittstaaten, in Österreich unter gewissen Voraussetzungen zu arbeiten.

Die Senkung der Einkommensgrenzen bei der Rot-Weiß-Rot-Card verschärft die Situation für die Arbeitskräfte in Österreich.

Ingrid Reischl, Leitende ÖGB-Sekretärin

Konkret soll zum Beispiel die Mindesteinkommensgrenze auf 2.680 Euro gesenkt werden. Und auch das Punkteschema hinsichtlich Berufserfahrung und Qualifikation wird flexibilisiert. Ingrid Reischl, Leitende Sekretärin des ÖGB sieht das skeptisch: „Die Senkung der Einkommensgrenzen bei der Rot-Weiß-Rot-Card verschärft die Situation für die Arbeitskräfte in Österreich.“ 

Der Regierung geht es nicht um die besten, sondern um die billigsten Köpfe

Sie kritisiert, dass es bei einer Senkung der Mindesteinkommensgrenzen für Fachkräfte und SpezialistInnen aus Drittstaaten um mehr als 500 Euro offenbar nicht um die besten Arbeitskräfte gehe, sondern um die billigsten. Was es jetzt brauche, seien gezielte Investitionen in die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften, die in Österreich auf Arbeitssuche sind, und kein Programm, dass Lohn- und Sozialdumping fördere.

Wir stehen europaweit in Konkurrenz. Wer glaubt, mehr Fachkräfte mit weniger Geld zu bekommen, ist auf dem Irrweg.

Ingrid Reischl, Leitende ÖGB-Sekretärin

Weiters soll es für StudentInnen künftig gar keine Einkommensgrenzen mehr geben. Ihre Tätigkeit muss bloß dem Kollektivvertragsgehalt genügen. Wirtschaftsministerin Schramböck sagte außerdem, dass es keinen Sinn mache, gut ausgebildete Leute wieder nach Hause zu schicken.

Das sieht auch der ÖGB so. „Warum dieses Credo allerdings nur für Uni- und FH-AbsolventInnen gilt und nicht auch für Lehrlinge, ist mir schleierhaft“, entgegnete Reischl. Ebenso fragwürdig sei der Wegfall des Minimumgehalts von Uni- und FH-AbsolventInnen. „Wir stehen europaweit in Konkurrenz, wer glaubt, mehr Fachkräfte mit weniger Geld zu bekommen, ist auf dem Irrweg.“

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