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ÖGB-Mitarbeiter zeigen Kinderarbeit die Rote Karte ÖGB - Roland de Roo

Rote Karte gegen Kinderarbeit: Fair Play muss in globalen Lieferketten gelten

solidar Austria und ÖGB fordern verbindliche politische Schritte statt wohlklingender Bekenntnisse

Das Wichtigste in Kürze:

  • Bei vielen Sportartikeln gibt es noch immer Kinderarbeit in den weltweiten Lieferketten
  • Rund 140 Millionen Kinder arbeiten weltweit, viele davon unter gefährlichen Bedingungen
  • Der ÖGB fordert verbindliche Regeln für Unternehmen, damit Kinder geschützt und Arbeitsrechte eingehalten werden
  • Kinderarbeit entsteht vor allem durch Armut, fehlende soziale Absicherung und zu niedrige Löhne für Erwachsene

Fußball steht für Fair Play – doch auch in den Lieferketten vieler Sportartikel arbeiten noch immer Kinder. ÖGB und solidar Austria fordern deshalb angesichts der Fußball-WM 2026, die einen Tag vor dem Internationalen Welttag gegen Kinderarbeit am 12. Juni angepfiffen wird, verbindliche Regeln gegen Ausbeutung. Fair Play muss überall gelten. Wer Respekt, Regeln und Verantwortung im Fußball einfordert, muss auch bei Fußbällen, Trikots und anderen Sportartikeln auf die Bedingungen in globalen Lieferketten achten.

140 Millionen Gründe zu handeln

Nach aktuellen Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und des UN-Kinderhilfswerks UNICEF sind weltweit rund 140 Millionen Kinder von Kinderarbeit betroffen, mehr als 50 Millionen davon unter gefährlichen Bedingungen.

Zwar ist die Zahl seit dem Jahr 2000 deutlich gesunken, das Ziel der Weltgemeinschaft, Kinderarbeit bis 2025 zu beenden, wurde jedoch verfehlt. Um das UN-Nachhaltigkeitsziel 8.7 bis 2030 zu erreichen, müssten die Fortschritte elfmal schneller erfolgen als bisher.

„Gerade deshalb braucht es verbindliche politische Schritte statt wohlklingender Bekenntnisse“, sagt Isabelle Ourny, Internationale Sekretärin im ÖGB. „Kinderarbeit verschwindet nicht durch Appelle, sondern wenn Erwachsene von ihrer Arbeit leben können, Gewerkschaften stark sind und Arbeitsrechte durchgesetzt werden. Wer Kinderarbeit bekämpfen will, muss existenzsichernde Löhne, soziale Absicherung und gute Arbeit für die Eltern sichern.“

Armut und fehlende soziale Absicherung als Ursachen

Kinderarbeit ist kein individuelles Versagen von Familien, sondern die Folge von Armut, mangelnder sozialer Absicherung und ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen. Wo Erwachsene keine existenzsichernden Einkommen erzielen, soziale Sicherung fehlt und Bildung nicht zugänglich ist, werden Kinder in Arbeit gedrängt.

Wirksame Maßnahmen gegen Kinderarbeit sind daher menschenwürdige Arbeit für Erwachsene, starke Gewerkschaften, kostenlose und hochwertige Bildung, soziale Sicherungssysteme sowie verbindliche Regeln entlang globaler Lieferketten.

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Kinder schützen statt Profite

„Wer Fair Play ernst meint, darf bei Kinderarbeit nicht wegschauen. Österreich und die EU müssen Unternehmen zu verbindlicher Sorgfalt verpflichten und Regeln schaffen, die Kinder schützen statt Profite“, betont Michael Wögerer, Projektleiter von solidar Austria.

Zum Welttag gegen Kinderarbeit rufen auch die Vereinten Nationen und die ILO dazu auf, Kinderarbeit die Rote Karte zu zeigen. Dieser Appell richtet sich auch an Politik und Wirtschaft in Europa: Freiwilligkeit schützt keine Kinder. Es braucht wirksame Unternehmensverantwortung, klare Kontrollen und den politischen Willen, Kinderrechte in Lieferketten konsequent durchzusetzen.

Weitere Informationen:

Kampagne „Wir gegen Kinderarbeit“: netzwerkinternational.at/wir-gegen-kinderarbeit