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ÖGB - Österreichischer Gewerkschaftsbund

Hiobsbotschaft: AUA streicht bis zu 800 Jobs

Gewerkschaften kritisieren falsche Standortpolitik: „Werden um jeden einzelnen Arbeitsplatz kämpfen“

Das Bodenpersonal soll genauso betroffen sein wie FlugbegleiterInnen und PilotInnen

Beschäftigte der Austrian Airlines bangen, seitdem Gerüchte über einen Stellenabbau kursieren, um ihre Jobs. Am 7. November wurde bekannt, wie drastisch die Auswirkungen des angekündigten Sparpakets tatsächlich ausfallen sollen: Jeder zehnte der insgesamt 7.038 Arbeitsplätze im Unternehmen soll bis Jahresende 2021 gestrichen werden. 700 bis 800 MitarbeiterInnen werden also betroffen sein. Kein Bereich werde ausgenommen, das Bodenpersonal sei genauso betroffen wie FlugbegleiterInnen und PilotInnen.

Das Management begründet diese Hiobsbotschaft neben den steigenden Kerosinpreisen vor allem mit der hohen Kapazität an Billigfliegern und dem daraus folgenden enormen Preiskampf in Wien, so AUA-Chef Alexis von Hoensbroech: „Wir müssen uns neu aufstellen, um im brutalen Wettbewerb gegen die Billigflieger zu bestehen. Die Maßnahmen sind zum Teil schmerzhaft, weil sie uns Substanz nehmen, die wir in den vergangenen Jahren mühsam aufgebaut haben“. Das mögliche „Maximum“ des Stellenabbaus soll über die natürliche Fluktuation erfolgen.

Zahl der Kündigungen noch nicht klar

200 bis 250 MitarbeiterInnen verließen das Unternehmen jährlich, hieß es bei der Präsentation des Sparpakets. Wie viele Kündigungen bis Jahresende 2021 drohen, könne noch nicht gesagt werden, das Management werde gemeinsam mit dem Betriebsrat einen Sozialplan erarbeiten.

Das Entsetzen ist auch bei den Gewerkschaften groß. Falsche Standortpolitik habe zu Lohndrückerei und einem „Wettbewerbsgemetzel“ unter den Airlines am Flughafen Wien geführt, kritisiert Daniel Liebhart, Vorsitzender des Fachbereichs Luftfahrt in der Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida auch die Wirtschaftskammer. Der von der vida geforderte Abschluss eines Branchen-Kollektivvertrags wurde jahrelang verweigert, mit der Begründung, dass dann aufgrund möglicher Abwanderungen von Airlines aus Österreich zahlreiche Jobs in Gefahr seien. „Jetzt vernichtet der beinharte Wettbewerb schon hunderte Jobs, das hat die WKÖ zu verantworten“, so Liebhart.

Lufthansa ist gefordert

Der Mutterkonzern Lufthansa sei jetzt gefordert, die AUA hier nicht im Stich zu lassen. Um eine solche Wettbewerbslage zu meistern, braucht es vor allem auch Veränderungen in Aufgaben und Strukturen. „Ein reiner Personalabbau führt zu Arbeitsverdichtung und Überlastung und kann in niemandes Sinne sein“, sagt Karl Dürtscher, Geschäftsführer der GPA-djp, der sozial verträgliche Lösungen fordert: „Es kann nicht sein, dass der Verdrängungswettbewerb im Kampf der Giganten am Standort Wien auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen wird. Wir stehen in engster Abstimmung mit dem Betriebsrat und zu einhundert Prozent hinter den Beschäftigten.“

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