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Salzburg

Internationaler Konzern zeigt hässliche Fratze

Eine Hiobsbotschaft hat heute die MitarbeiterInnen der Lamprechtshausener Firma Bleckmann ereilt. In einer Betriebsversammlung wurde ihnen mitgeteilt, dass 65 MitarbeiterInnen, die meisten davon in der Produktion, gekündigt werden sollen. Nachdem seit 2008 bereits 108 MitarbeiterInnen sowie 90 ZeitarbeiterInnen abgebaut worden sind, es 2009 zu Aussetzverträgen gekommen ist und die Beschäftigten 2010/2011 zum Lohnverzicht gedrängt worden waren ist dies die nächste traurige Botschaft für die Beschäftigten. Nach den geplanten Kündigungen verbleiben rund 90 MitarbeiterInnen am Standort. Vom einstigen Familienunternehmen mit einigen hundert Beschäftigten an den Standorten Salzburg bzw. Lamprechtshausen sind nach dem Aufkauf durch die chinesische Sanhua Aweco mittlerweile nur noch Splitter vorhanden.
Die Chronologie zeigt, wie sich ein Unternehmen, das auch ein Werk in der Slowakei besitzt, Schritt für Schritt aus der Produktion im heimischen Lamprechtshausen zurückzieht. Wieder zeigt ein internationaler Konzern sein wahres Gesicht, wieder geht es eiskalt um Gewinnmaximierung. Besonders schlimm ist es, wenn es jetzt ein ehemals heimisches Salzburger Familienunternehmen trifft. Bleckmann wurde 1998 von der deutschen AWECO-Gruppe übernommen. Vor zwei Jahren stieg ein chinesischer Investor ein.
 
Kündigungen vor Weihnachten sind Schlag ins Gesicht
„Die Unternehmensleitung hat immer wieder versichert, dass mit den in den letzten Jahren getroffenen Maßnahmen der Standort gesichert sei. Die MitarbeiterInnen haben daher bis zum Schluss auf den Erhalt der letzten verbliebenen Arbeitsplätze gehofft. Dass die Geschäftsleitung kurz vor Weihnachten die Kündigung von 65 Beschäftigten bekannt gibt, ist ein Schlag ins Gesicht für die gesamte Belegschaft, die bereits in den letzten Jahren auf viel verzichtet hat. Der Geschäftsleitung fehlt offenbar jegliches Gefühl für ihre MitarbeiterInnen“, erklärt PRO-GE-Landessekretär Peter Eder. 
ÖGB-Landesvorsitzender AK-Präsident Siegfried Pichler sagt: „Für Massenkündigungen gibt es nie einen guten Zeitpunkt. Dieser ist aber der Schlechteste unter den Schlechten. Dass 65 Mitarbeiter vor Weihnachten über das Aus erfahren ist besonders schändlich. Das Unternehmen macht den Mitarbeitern und ihren Familien eine Bescherung der besonderen Art. Die Betroffenen stehen jetzt vor dem Nichts und wissen nicht wie es im kommenden Jahr weitergeht.“
 
Sozialplan und Arbeitsstiftung werden gefordert
Von einem schweren Schlag für den Arbeitsmarkt im Flachgau spricht GPA-djp-Landesgeschäftsführer Gerald Forcher. „Von den geplanten Kündigungen sind leider auch viele langjährige, ältere MitarbeiterInnen betroffen. Diese haben mit ihrem Wissen und ihrem Arbeitseinsatz dem Betrieb jahrelang saftige Gewinne beschert. Der Blick auf die aktuelle Arbeitsmarktstatistik zeigt, dass vor allem sie es nicht leicht haben werden schnell einen neuen Arbeitsplatz zu finden, da gerade bei älteren Beschäftigten die Verweildauer in der Arbeitslosigkeit kontinuierlich steigt“, weiß Forcher.
Neben einem Sozialplan zur Abfederung finanzieller Härten fordert die Gewerkschaft daher  auch die Unterstützung des Unternehmens sowie der Landesregierung bei der Einrichtung einer Arbeitsstiftung. „Im schwierigen wirtschaftlichen Umfeld müssen die MitarbeiterInnen eine Chance bekommen sich beruflich neu zu orientieren. Nachdem zahlreiche Betroffene dem Unternehmen teilweise Jahrzehnte die Treue gehalten haben, ist es die moralische Verpflichtung der Geschäftsleitung sie jetzt finanziell zu unterstützen“, so Forcher. 
 
ÖGB und AK werden Betroffene unterstützen
„Gewerkschaft und Arbeiterkammer werden mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln dafür kämpfen, dass die betroffenen MitarbeiterInnen bestmöglich unterstützt werden. Im Gegensatz zum Unternehmen lassen wir sie nicht im Regen stehen“, sichern so Pichler, Eder und Forcher den Beschäftigten ihre Unterstützung zu.

 

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